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Osteopathie in der Frauenheilkunde

Osteopathin behandelt den Rücken einer Patientin
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Für viele Frauen stellt die Osteopathie einen geeigneten Behandlungsansatz dar. (karelnoppe / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes OSTEOPATHIE

Andrew T. Still, Begründer der Osteopathie, hat bereits im 19. und 20. Jahrhundert die Wichtigkeit der Therapieform für den weiblichen Körper beschrieben.

Die Osteopathie beleuchtet die Frau in all ihren Facetten und Lebensphasen. Die diagnostische Herausforderung dabei ist es, eine Balance zwischen allgemeinen und frauenspezifischen Kriterien zu finden, weil die Hormon- und die Stressverarbeitung in alle Bereiche des Körpers mithineinspielen.

 

Viele gynäkologische Beschwerden können aus osteopathischer Sicht sehr gut behandelt werden. Dazu werden frauenspezifische Lebensphasen wie Menstruationszyklus, Schwangerschaft, Stillperiode und Menopause stets mitberücksichtigt.

Zusammenspiel verschiedener Systeme

Die weiblichen Organe können über einfache Behandlungstechniken sehr wirksam bearbeitet werden – hierfür ist eine genaue Kenntnis der Anatomie und Physiologie erforderlich. Daneben geht es in der Frauenheilkunde auch um die Interaktionen von Hormon-, Nerven- und Immunsystem. Diese gilt es zu überprüfen und in ein Gleichgewicht zu bringen.

 

Das Ziel einer jeden osteopathischen Behandlung ist die Regulierung und Korrektur von Geweben, sowie die Anregung der Blutzirkulation und die Koordination des zentralen und autonomen Nervensystems. Das bedeutet, dass im Zustand von Gesundheit alles gut zusammenarbeitet und der Organismus seine vitalen Kräfte zur Koordination aller zusammenwirkender Bereiche nutzen kann.

Lokal, regional, global

In der Osteopathie nähert man sich nach den Prinzipien seines Begründers A.T. Still dem menschlichen Organismus lokal( Band zwischen Kreuzbein und Gebärmutter), regional ( Becken) und global (Stressanpassung Nervensystem). So löst man auf verschiedenen Ebenen Dekompensationen auf, die zu einem Symptom geführt haben.

 

Der Osteopath beginnt die Behandlung mit einem Patientengespräch und erfasst dabei die körperliche Verfassung. Durch eine manuelle Untersuchung werden die vom Patienten beschriebenen Symptome verifiziert und der Ursprung dieser im Körper gesucht. Die osteopathische Behandlung ist eine ganzheitliche. Das bedeutet, dass nicht ein Symptom getrennt vom Körper untersucht wird, sondern das System Körper als Ganzes betrachtet wird. So verursacht z. B. ein blockiertes Kreuzbein einen Schmerz im Rücken, welcher durch eine manuelle Behandlung in dieser Region vom Osteopathen behoben wird. Dabei findet aber auch ein Ausgleich auf die Gebärmutter statt, welche ebenfalls durch diese Blockierung beeinflusst wurde. Daraus resultiert ein Impuls auf Eierstock, Niere, Nebenniere und das Gehirn – das ganze System Körper war also durch einen lokal verorteten Schmerz eingeschränkt. 

 

Der Osteopath unterstützt mit seinen fühlenden Händen genau dort den Organismus in seiner Regulierung, wo er dies im Gesundungsprozess als Unterstützung benötigt.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


20.09.2021
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