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5 Fakten, die Sie über Osteopathie noch nicht wussten

Eine medizinische Grundausbildung ist Voraussetzung für die Osteopathie
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Osteopathen behandeln an der ursprünglichen Quelle des Schmerzes. (Microgen / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes OSTEOPATHIE

Osteopathie ist vielen nur vage ein Begriff. Erfahren Sie hier 5 weitgehend unbekannte Fakten zur beliebten Therapieform.

Immer mehr Menschen wenden sich bei gesundheitlichen Problemen, insbesondere solche mit dem Bewegungsapparat, an die Osteopathie. Dennoch sind über die alternativmedizinische Methode viele Fehlinformationen im Umlauf. Wir haben 5 Fakten zusammengestellt, die Interessierten einen guten Überblick geben sollen.

Fakt 1: Osteopathie ist eine eigenständige medizinische Behandlungsform

Osteopathische Behandlungen finden in folgenden medizinischen Bereichen als erste Maßnahme und/oder begleitend zu schulmedizinischen Behandlungen Anwendung. Zu den Einsatzgebieten zählen:

 

  • Orthopädie: chronische und akute Schmerzzustände des Bewegungsapparates (gesamte Wirbelsäule und Gelenke)
  • Folgebeschwerden nach Unfällen und Operationen
  • Neurologie (Kopfschmerz, Migräne, Schwindel)
  • HNOBereich (Tinnitus, chronische Mittelohrentzündung)
  • Zahnmedizin (Kiefergelenksprobleme, Zahnregulierungen)
  • Beschwerden im Bereich der Atemwege (Infektanfälligkeit, Chronische Bronchitis)
  • Allergien, Neurodermitis
  • Beschwerden des Verdauungstraktes (Obstipation, Verdauungsschwäche)
  • Probleme im Urogenitalbereich (Inkontinenz, Dysmenorrhoe, Prostatabeschwerden, Infertilität)
  • Begleitung während der Schwangerschaft und nach der Geburt
  • Behandlung von Säuglingen (Stillprobleme, Verdauungsprobleme, Schiefhals, Schlafstörungen)
  • angeborene und erworbene Probleme in der kindlichen Entwicklung (Hyperaktivität, Legasthenie, Bein und Fußachsenprobleme)

Fakt 2: Osteopathen arbeiten ausschließlich mit ihren Händen

Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgen Diagnose und Therapie eines Osteopathen mit den Händen. Diese verwendet er zum Erkennen und Behandeln von:

 

  • Funktionsstörungen des Bewegungsapparates
  • Funktionsstörungen sowohl der Organe und ihrer Aufhängungsstrukturen (z. B. Faszien, Bauchfell), als auch der Viszeralgefäße
  • Funktionsstörungen des craniosacralen Systems – welches das gesamte Nervensystem, Liquor, alle Membranen und Knochen des Schädels und Kreuz- und Steißbeins beinhaltet

Fakt 3: Osteopathie untersucht und behandelt dort, wo der Schmerz herkommt

Unser Organismus besteht aus vielen Strukturen, die direkt oder indirekt miteinander zusammenhängen. Verbindungselemente sind Faszien – dünne Bindegewebshüllen, die jede Struktur umgeben. Der Osteopath nützt dieses Wissen um die Verbindungen. Oft liegen die Ursachen für Beschwerden an einer anderen Stelle als jener, an der der Schmerz sich zeigt.

Fakt 4: In jeder osteopathischen Behandlungseinheit wird neu befundet und behandelt

Jede neue Therapiesitzung wird auf die Symptome des Patienten abgestimmt, der Verlauf einer jeden Behandlung ist absolut individuell. Mit Bewegungstests und dem Ertasten der unterschiedlichen Gewebe – Schicht für Schicht – werden Bewegungseinschränkungen und Spannungen aufgespürt. Spezielle für die Osteopathie entwickelte Techniken kommen bei der Untersuchung ebenso zum Einsatz wie bei der Behandlung.

Fakt 5: Jeder Osteopath hat eine medizinische Grundausbildung

In Österreich hat jeder Osteopath eine medizinische Ausbildung als Arzt oder Physiotherapeut abgeschlossen. Mit dieser Grundlage hat er entweder eine 6-jährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert oder eine 4-jährige berufsbegleitende Ausbildung mit anschließendem 2-jährigen Masterkurs abgeschlossen.

 

Die OEGO (Österreichische Gesellschaft für Osteopathie) orientiert sich in den Ausbildungskriterien an der EFFO (European Federation and Forum for Osteopathy) und führt auf ihrer Webseite ein Mitgliederregister, welches den Patienten die Sicherheit einer adäquaten Ausbildung bietet.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


20.02.2020
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