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Das Hormonsystem in der Osteopathie

Osteopathische Behandlung des Hormonsystems
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Die Osteopathie kann auch hormonelle Probleme erkennen und behandeln. (Atstock Productions/ Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes OSTEOPATHIE

Hormone sind Botenstoffe in unserem Körper, die der Kommunikation zwischen den verschiedenen Geweben und Organen dienen.

Sie veranlassen Zellen oder Organe, ihre Aktivität zu verändern, und passen so die Aktivität des Körpers an die Umweltbedingungen und -anforderungen an. Hormone können den Stoffwechsel von Zellen verändern, die Zuckerverwertung regulieren, das Wachstum beeinflussen, die Körpertemperatur konstant halten, Hunger auslösen und noch vieles mehr. Sie sind somit allgegenwärtige, essentielle Akteure im Spiel des Lebens. Da Hormone in verschiedenen, ihnen zugeteilten Drüsen produziert werden und die Orte ihrer Entstehung, ihrer Regulation und ihrer Verwertung bekannt sind, ist das Hormonsystem dem osteopathischen Behandeln auch zugänglich.

 

Die Osteopathie optimiert die physiologischen Vorgänge unseres Körpers, indem sie versucht, die Organe – in diesem Fall die Hormondrüsen – in die bestmögliche Ausgangssituation zu bringen, sodass die verschiedenen Körperteile wieder so gut wie möglich funktionieren und miteinander interagieren können.

 

Jede Hormondrüse muss mit frischem arteriellem Blut versorgt werden, über welches sie mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Ebenso wichtig ist der Abtransport des verbrauchten Blutes. Stoffwechselabfallprodukte und CO2 werden mittels der Venen dem systemischen Kreislauf wieder zugeführt.

Osteopath löst mechanische Hindernisse auf

Sollte die arterielle Versorgung aufgrund einer Flussbehinderung zu einer Minderversorgung der Drüse führen, so kann das ihre Funktion stören. Dasselbe gilt für den venösen Abfluss. Wenn die Venen aufgrund eines mechanischen Hindernisses ihre Aufgabe nicht ungestört erfüllen können, so kommt es zu einem behinderten Abfluss des schon verbrauchten Blutes. Diese Stauung kann ebenfalls zu einer verminderten Funktionstüchtigkeit der Drüse führen.

 

Die Osteopathie ist eine Therapieform, die mechanische Blockaden im Körper aufsucht und bestrebt ist, den Körper von diesen Blockaden zu befreien. Mit einem fundierten physiologischen und anatomischen Wissen ist es dem Osteopathen nun möglich, eventuelle anatomische Engpässe, Flussbehinderungen und mechanische Hindernisse aufzusuchen und aufzulösen. Ebenso gilt dies für die bindegewebige – oder neudeutsch "fasziale" – Aufhängung und Fixierung der Organe sowie für die nervale Versorgung. Sollten die bindegewebigen Strukturen, die eine Drüse umgeben und ihr unter physiologischen Umständen aufgrund von Vernarbungen Halt geben, zu straff werden, so kann dies die Drüse ebenfalls in ihrer Funktion behindern. Man kann sich das wie einen Onesie vorstellen, der durchs Waschen zu klein geworden ist. Da man sich in diesem Kleidungsstück nicht wohlfühlt, sucht man eine Position, die einem am wenigsten Unbehagen bereitet und verweilt darin. Dies führt zu Untätigkeit und Abgeschlagenheit. So etwa fühlt sich ein Organ, wenn seine Faszie zwickt.

Nerven nehmen Schlüsselrolle ein

Zu guter Letzt muss die Innervation – also die nervale Versorgung – der Drüse passen. Die Nerven sind eines der Rädchen, die die Funktion der Drüse steuern. Sollten sie eine fehlerhafte Information an die Drüse geben, so arbeitet die Drüse entweder zu viel oder zu wenig, da sie sich den übergeordneten Befehlen der Nerven unterordnen, und diese befolgen wird.

 

Osteopathen schauen sich die Hormondrüsen des Körpers unter diesen Gesichtspunkten genau an und versuchen die anatomischen und physiologischen Verhältnisse zur Norm zurückzuführen, sodass die Körpergewebe wieder optimal ihren Aufgaben nachkommen können.

AUTOR


Melanie Lette
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


31.05.2021
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