×

Wichtige Risikofaktoren für Prostatakrebs

Diagnose Prostatakrebs: Die wichtigsten Risikofaktoren
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, die Diagnose Prostatakrebs zu bekommen. (Robert Przybysz / Fotolia)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters MÄNNERGESUNDHEIT

Gene, Ernährung und Lebensstil beeinflussen, ob Mann an Prostatakrebs erkrankt. Rauchen stellt einen der vermeidbarsten Risikofaktoren dar.

Das Prostatakarzinom hat weniger eindeutige Risikofaktoren als manche andere Krebsarten – jedoch zählt es in der westlichen Welt zu den häufigsten Krebsarten. Grundsätzlich ist alles, was zur generellen Gesundheit – vor allem zu jener des Herzens – beiträgt, auch gut für die Prostata. Negativ wirken sich vor allem der Konsum von Zucker, rotem Fleisch, Alkohol sowie zu wenig körperliche Betätigung aus. Neben diesen Faktoren gibt es genetische Merkmale, die das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, deutlich erhöhen.

Genetische Faktoren bei Prostatakrebs

Sie können das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, stark erhöhen. Die genetischen Merkmale bzw. Veränderungen können entweder vererbt werden oder als spontane Mutation auftreten. Zu den wichtigsten vererbbaren Mutationen zählen BRCA1 und BRCA2. Diese beiden Varianten eines Gens sind in erster Linie durch ihre Rolle bei der Entstehung von Brust- und Ovarialkarzinomen bekannt. Es hat sich allerdings gezeigt, dass Männer, die solche Merkmale in sich tragen, ein signifikant höheres Risiko haben, ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Wenn eine Mutation durch eine Genanalyse bestätigt ist, sollten sich auch die restlichen Familienmitglieder professionell genetisch beraten lassen. Mutationen im HOXB13-Gen haben ebenfalls ein erhöhtes Prostatakrebs-Risiko zur Folge. Diese Mutationen sind allerdings lediglich für die Prostata relevant und erhöhen nach derzeitigem Wissen nicht das Risiko auf die Entstehung anderer Tumoren.

Rauchstopp, um den Krebs zu besiegen

Rauchen ist einer der gravierendsten und vermeidbarsten Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen. Neben Lungen- und Blasenkarzinomen werden auch die Entstehung und die Prognose von Prostatakarzinomen durch Nikotinkonsum maßgeblich negativ beeinflusst. Raucher, die mit Prostatakrebs diagnostiziert wurden, haben ein deutlich geringeres Rückfallrisiko, wenn sie bald nach der Diagnose mit dem Rauchen aufhören. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Metastudie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien/des AKH Wien und Mitglied des Comprehensive Cancer Center. "Eine Krebsdiagnose, auch wenn sie nicht stark mit dem Rauchen in Verbindung gebracht wird, sollte ein lehrreicher Moment für Patienten sein, um mit dem Rauchen aufzuhören", betont Prof. Shariat.

Gesunde Ernährung ist immer gut

Generell gibt es wenige Hinweise dafür, dass die Ernährung maßgeblich zur Entstehung eines Prostatakarzinoms beiträgt. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist hilfreich, da im Falle einer Erkrankung Therapien notwendig werden können, die den Körper stark beanspruchen. Eine möglichst gute Ausgangssituation erweist sich daher als Vorteil. Es liegen jedoch keine Hinweise vor, dass spezielle Nahrungsmittel das Risiko massiv erhöhen oder senken können. Einzig ein schwacher Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum von Milchprodukten und einem leicht erhöhten Risiko eines Prostatakarzinoms wurde in einer Studie gefunden.

Weitere beeinflussbare Lebensstilfaktoren

Fettleibigkeit, gemessen am Body-Mass-Index, erhöht das Risiko aggressiver Prostatakarzinome, senkt aber zugleich das Risiko wenig aggressiver Tumoren. Bluthochdruck oder ein Hüftumfang von mehr als 102 cm sind andere lebensstilbedingte Risikofaktoren. Sollte ein Patient drei oder mehr Komponenten des Metabolischen Syndroms aufweisen, sinkt das Risiko. Die genaue Ursache hierfür ist nicht bekannt. Eine mögliche Erklärung ist, dass Patienten mit ausgeprägten Symptomen eines Metabolischen Syndroms oft an Typ-II-Diabetes leiden und das orale Antidiabetikum Metformin einnehmen. Metformin senkt das Prostatakrebs-Risiko, was in einigen Studien bestätigt wurde. Jedoch gilt dies für keine anderen oralen Antidiabetika. 

Buchtipp

Der Ratgeber "Prostatakrebs – Vorbeugung. Diagnose. Therapie.", MANZ Verlag, 2018, von Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat und Dr. Nicolai Hübner (beide von der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien) beschreibt Aufgaben und Funktion der Prostata, Prostata-Probleme sowie Risikofaktoren und erklärt, wie Erkrankungen der Prostata vorgebeugt werden kann. Außerdem wird auf Früherkennung, Behandlungsmethoden und das Leben nach der Prostata-Operation eingegangen.

AUTOR


Dr. Nicolai Hübner


ERSTELLUNGSDATUM


23.10.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Shahrokh Shariat
Univ.-Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat
Foto (c): MedUni Wien
Leiter der Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien/AKH Wien
QUELLEN
"Prostatakrebs - Vorbeugung. Diagnose. Therapie." von S. Shariat, N. Hübner. Erschienen in: MANZ Verlag, 2018.
WEITERE GESUNDHEITSFENSTER-ARTIKEL
Kalender mit Fixpunkt Movember im November
Im November trägt Mann Schnurrbart
Im November sind Schnurrbärte modern, denn der Movember setzt sich gegen Tabus rund um Prostatakrebs ein.
Image Error
Erektionsstörung: Wenn der Mann nicht kann
Die Gründe für Erektionsstörungen sind vielfältig und können innerhalb der Partnerschaft zu Konflikten führen.
Rauchen ist ungesund
Rauchen schadet Mann und Männlichkeit
Rauchen schadet Männern mindestens so sehr wie Frauen.
Warum Mann sich mehr bewegen sollte
Warum Mann sich mehr bewegen sollte
Fünf Gründe warum Bewegung gut für den gesamten Organismus ist.
4 befreundete Männer halten einen Ball und denken über Männer und Lifestyle nach
Lifestyle darf kein reines Frauenthema sein
Männer leben im Schnitt wesentlich länger als Frauen. Das liegt nicht zuletzt an den Unterschieden im Lebensstil.
Mann sitzt depressiv am Wasser
Indianer kennen keinen Schmerz, Männer aber schon!
Männer sind nicht immer so stark, wie die Gesellschaft das gerne hätte. Depressionen werden bei ihnen nur selten diagnostiziert, die Dunkelziffer...

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von gesund.at , für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von gesund.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von gesund.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.