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10 Tipps, wie Sie richtig fasten

Beim Fasten darf man nur flüssige Nahrung zu sich nehmen.
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Auch wer wie beim Fasten nur flüssige Nahrung zu sich nimmt, sollte sich um ein einladendes Ambiente bemühen. Richten Sie selbst Suppen dekorativ an. (Madeleine Steinbach - Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters GESUND IM WALDVIERTEL

Fasten ist eine wirkungsvolle Methode, um Körper und Geist von unnötigem Ballast zu befreien. Wie hilft beim Durchhalten?

Fasten bedeutet „Urlaub vom Essen“. Der freiwillige Nahrungsentzug reinigt den Körper von innen. Doch nicht nur das: Auch negative Gedanken werden ausgeleitet und machen einer neuen Leichtigkeit Platz. Trotz positiver Auswirkungen können sich während des Fastens kleinere Hindernisse in Form von Befindlichkeitsstörungen einstellen. Was können Sie gegen Kopfschmerzen und Hungergefühle tun und wie setzen Sie überhaupt einen guten Anfang?

Fastentipp 1: Auf das Fasten einstimmen

Beim Fasten verhält es sich ähnlich wie bei einer langen Bergtour. Gute Vorbereitung ist das Um und Auf. Beim Besteigen eines Gipfels können ebenso kleinere Hindernisse auftauchen wie beim freiwilligen Nahrungsverzicht. Wer sich im Vorfeld dagegen wappnet, ist im „Ernstfall“ jedem Sturm gewachsen. Hürden treten beim Fasten etwa in Form von „Fastenkrisen“ auf.

Fastentipp 2: Den richtigen Zeitpunkt planen

Ratsam ist es, sich unmittelbar vor und während der Fastenepisode Urlaub zu nehmen. Fasten hat viel mit Entschleunigung und Erdung zu tun. Insofern sollten Sie vor Fastenbeginn bereits etwas zur Ruhe gekommen sein. Wer sich nicht die ganze Zeit frei nehmen kann, startet mit der Arbeit am besten am vierten Fastentag. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Körper bereits an den Nahrungsentzug angepasst.  

Fastentipp 3: Die passende Fastenart finden

Es gibt unzählige Formen des Fastens. Nicht jede Variante wird jedem zusagen. Manchen fällt es leichter, gar nichts zu essen und auf reine Flüssignahrung zu setzen. Andere brauchen etwas zum Kauen. Beim Fasten ist beides möglich. Suppen- und Teefastenkuren sind zwar radikale, jedoch auch sehr effektive Varianten, die eine ganzheitliche Reinigung des Körpers versprechen. Wer sich schon alleine beim Gedanken, nichts zwischen die Zähne zu bekommen schlecht fühlt, kann auch mit Früchten oder Semmeln und Milch (F.-X.-Mayr-Kur) fasten.  

Fastentipp 4: Mit einem Entlastungstag einstimmen

Starten Sie nicht von 0 auf 100 und geben Sie Ihrem Körper ausreichend Zeit, um sich auf die Nahrungskarenz einzustimmen. Ein bis zwei Entlastungstage bringen auch die Verdauungsorgane in „Fastenlaune“.

 

Was sollten Sie dabei beachten?

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Über den Tag verteilt sollten Sie 3 – 4 Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees trinken.
  • Verzichten Sie auf Genussmittel. Verabschieden Sie sich demnach in den nächsten Tagen von Nikotin, Koffein und Zucker – zumindest vorübergehend.
  • Genießen Sie ausschließlich leicht verdauliche Speisen. Lassen Sie sich beispielsweise pürierte Suppen, gedünstetes Gemüse sowie Reis- und Kartoffelgerichte schmecken. Auch leicht bekömmliche Salate und Frischkost sind ideale Fasteneinsteiger.

Fastentipp 5: Den Darm reinigen

Auftakt des Fastens bildet eine gründliche Darmreinigung. Sie erleichtert dem Körper die Ausscheidung von Giftstoffen. Oft wird zu diesem Zwecke in Wasser aufgelöstes Bittersalz eingenommen. Bittersalz ist ein Abführmittel, das im Darm Wasser bindet, den Darminhalt so gleitfähiger macht und zu einer schonenden Entleerung führt. Halten Sie sich bei der Zubereitung der Mischung unbedingt an die Gebrauchsanweisung und sorgen Sie dafür, nach Einnahme eine Toilette in Reichweite zu haben. Die Wirkung tritt meist binnen zweier Stunden ein.

Fastentipp 6: Und los geht's!

Darmreinigung ist im Übrigen auch das Stichwort für alle weiteren 7 – 10 Fastentage. Am besten, Sie wenden hierfür einen Einlauf mit warmen Wasser an. So paradox es klingen mag: regelmäßige Einläufe steigern das Wohlbefinden und mindern unangenehm empfundene Begleiterscheinungen beim Fasten.  

 

Hintergrund dazu: Durch den ausbleibenden Nahrungsnachschub wird der Darm träge. Bleiben die Stoffwechselendprodukte über eine längere Zeit im Darm, setzt ein Gärungs- und Fäulnisprozess ein - die entstehenden Stoffe belasten den Organismus. Kopfschmerzen und Müdigkeit können die Folgen sein.



Um den Kreislauf in Schwung zu halten und den Reinigungsprozess zu fördern, sollte außerdem auf die Zufuhr von reichlich Flüssigkeit geachtet werden. Da es beim Fasten häufiger zu Mund- und Körpergeruch kommt, sollte auf eine gute Hygiene geachtet werden.

Fastentipp 7: Fastenkrisen leichter bewältigen

Meist bahnt sie sich um den dritten Fastentag heran. Die Rede ist von der Fastenflaute, die sich über unterschiedliche Anzeichen bemerkbar macht. Die gute Nachricht: Sie geht vorbei. Und: eine Fastenflaute lässt sich bezähmen. Die wichtigsten SOS-Maßnahmen auf einem Blick.

 

Mögliche Begleiterscheinungen des Fastens

Was tun?

Kopfschmerzen

Sorgen Sie für ausreichend frische Luft und genügend Flüssigkeitszufuhr.

Frösteln und Frieren

Wechselduschen, heiße Fußbäder und die Verwendung einer Wärmeflasche regen die Durchblutung an und wirken etwaigen Kältegefühlen entgegen. Auch ein heißer Tee wärmt von innen.

Müdigkeit und Schwindel

Starten Sie langsam in den Tag und beginnen Sie mit leichten Gymnastikübungen.

Untertags regt Bewegung an der frischen den Kreislauf an sorgt für eine gesteigerte Agilität.

Magenbeschwerden und Sodbrennen

Leinsamenschleim beruhigt die gereizte Magenschleimhaut. Weichen Sie dazu 2-3 EL Leinsamen in 0,25-0,5 Liter am Abend in Wasser. Streichen Sie die Mischung durch ein Sieb und trinken Sie die Flüssigkeit in kleinen Schlucken.

Heißhungergefühl

Regelmäßige Darmentleerungen hemmen auch das Hungergefühl. Sollte dieses einmal unbezwingbar werden, ist ein Teelöffel Honig gestattet. Widerstehen Sie jedoch der Versuchung, zwecks Hungerüberbrückung Bonbons zu lutschen oder Kaugummis zu kauen.

Fastentipp 8: Die Leber entlasten

Als Entgiftungszentrale Nummer 1 wird die Leber beim Fasten ganz besonders gefordert. Schenken Sie Ihrer Leber in dieser Zeit vermehrt Aufmerksamkeit und tun Sie Ihr mittels Leberwickel etwas Gutes. Legen Sie dafür nach dem Mittagessen und abends vor dem Schlafengehen ein feuchtes Tuch über den rechten Rippenboden. Decken Sie den angefeuchteten Lappen mit einem trockenen Handtuch und einer Wärmeflasche obendrauf ab. Gönnen Sie sich nun etwas Ruhe und lassen Sie den Leberwickel mindestens eine halbe Stunde einwirken. 

Fastentipp 9: Bewegung unterstützt das Fasten

Sanfte Bewegung wirkt sich auf mehrfache Weise positiv aus. Sie verhindert den Abbau von Muskelmasse, beugt Kreislaufproblemen vor und fördert die Ausscheidung von Stoffwechselabfallprodukten und Säuren. Außerdem kommt durch Sport das Lymphgefäßsystem in Schwung. Anders als das Herz haben die Lymphen keine „Pumpe“ hat, sondern werden durch Muskelkontraktionen transportiert.

 

Auf intensive Belastungseinheiten und Extremsport sollten Sie während des Fastens jedoch verzichten. Sie könnten einen zu starken Blutzuckerabfall bewirken.  

Fastentipp 10: Nach dem Fasten neu durchstarten

Nach dem Fasten muss sich der Körper erst allmählich wieder an „mehr Biss“ gewöhnen. Die Aufnahme der ersten festen Nahrung wird auch als Fastenbrechen bezeichnet. Üblicherweise dürfen Sie sich hierbei einen Apfel, entweder ganz oder gerieben gereicht, schmecken lassen. Auch cremige Suppen gewöhnen den Magen schonend an größere Portionen. Vermeiden Sie unbedingt eine zu rasche Umstellung auf Ihre gewohnte Ernährung.

 

Gute Mahlzeiten für die Aufbauphase sind:

  • Getreideflocken und Getreidebreie
  • Knäckebrot und Zwieback
  • Obst, auch in Form von Kompotts
  • Joghurt, Topfen, Frisch- und Hüttenkäse
  • Suppen
  • Reis- und Gemüsegerichte
AUTOR


Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


25.04.2017 / 31.05.2019
QUELLEN
3 Methoden Heilfasten mit Säften oder Suppen oder veganer Diät, Rossori, Kneipp Verlag 2016
Fasten: Der praktische Begleiter für Ihre Fastenwoche, Borovnyak et al, GU Verlag, 2016
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