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Eosinophiles Asthma

Asthmaanfälle bei eosinophilem Asthma häufig
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Eosinophiles Asthma geht besonders häufig mit regelmäßigen Asthmaanfällen einher. (wavebreakmedia / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters ASTHMA

Eosinophiles Asthma ist eine Erkrankung, welche im überwiegenden Fall erst im Erwachsenenalter in Erscheinung tritt, aber schwere Verlaufsformen annehmen kann. Eine spezielle Therapie ist deshalb für Patienten dieser Asthmaform essentiell.

Asthma ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Phänotypen lassen sich aufgrund von Schweregrad der Symptome, Auftreten dieser und Ansprechen auf bestimmte Therapieformen unterscheiden. Diese Differenzierung hilft Ärzten dabei, die passende Behandlung auszuwählen. Eine spezielle Verlaufsform ist das eosinophile Asthma.

Ursachen von eosinophilem Asthma

Unser Immunsystem funktioniert über viele verschiedene Mechanismen. Physische Barrieren (zB. Haut) verhindern das Eindringen von schädlichen Einflüssen und Reizstoffen in den Körper. Im Körper selbst sorgen dann eine Kombination aus löslichen Faktoren und Immunzellen für die Unterscheidung von Selbst (eigener Körper) und Fremd (Stoffe von außen). Bei Fremdkörpern muss der Körper dann die Entscheidung treffen, ob es sich um etwas Gefährliches (z.B. Viren oder Bakterien) oder etwas Harmloses (zB. Nahrung) handelt.

 

Es kann jedoch passieren, dass der Körper auf einen eigentlich harmlosen Stoff in unangemessener Art und Weise reagiert und das Immunsystem zur Bekämpfung aktiviert. Manchmal ist auch eine interne Fehlfunktion des Immunsystems vorhanden. In beiden Fällen führt dies zu einer unangebrachten Aktivierung von spezifischen Immunzellen. Eine Gruppe dieser Immunzellen sind die sogenannten eosinophilen Granulozyten.

 

Führt eine Fehlreaktion des Immunsystems zu einer Überproduktion und Aktivierung dieser Zellen, kann dies eine Vielzahl an Erkrankungen zur Folge haben:

  • Erkrankungen der Haut
  • Erkrankungen der inneren Organe
  • Erkrankungen der Blutgefäße 
  • Erkrankungen der Lunge

Symptome, Verlauf & Diagnose von eosinophilem Asthma

Das eosinophile Asthma ist eine Verlaufsform der chronisch entzündlichen Erkrankung Asthma, welche meist erst ab etwa dem 35. Lebensjahr auftritt. Bei Patienten mit Asthma findet sich häufig eine erhöhte Zahl von eosinophilen Granulozyten in der Lunge.

 

Hierbei hängt die Zahl der eosinophilen Granulozyten mit der Schwere der Erkrankung zusammen. Zur Diagnose sollte daher bei jedem Asthmapatienten ein Differentialblutbild (großes Blutbild) gemacht werden, um die Zahl der eosinophilen Granulozyten zu bestimmen. Bei Betroffenen finden sich auch spezielle Signale wie der Botenstoff Interleukin 5 (IL-5), die zu einer Vermehrung der eosinophilen Granulozyten führen und dazu, dass sich diese gezielt in der Lunge sammeln.

 

Klinisch sieht man bei eosinophilem Asthma häufig eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen sowie Nasenpolypen. Die Asthmasymptomatik ist schwer und oft auch dauerhaft vorhanden. Auch häufige Asthmaanfälle gehen mit eosinophilem Asthma einher. Dies macht gelegentlich oder auch dauerhaft die Therapie mit oralen Kortikosteroiden nötig. Diese verbessern die Symptomatik meist rasch und das Ansprechen ist gut, aber häufig mit Nebenwirkungen verbunden.

Therapie von eosinophilem Asthma

Die Einteilung in allergisches und nicht-allergisches Asthma hat weiterhin Berechtigung, um einschätzen zu können, auf welche Reizstoffe der Patient genau reagiert. Bei der Behandlung – besonders bei schwerem Asthma – ist es jedoch wichtig, mehr über die Entzündungsreaktion herauszufinden.

 

Das Wissen über die asthmatypischen Entzündungsreaktionen in den Atemwegen wird ständig weitererforscht. So erweist sich die antientzündliche Basis-Inhalationstherapie zur Behandlung von Asthma immer noch als effektivstes Mittel – bei schwerem Asthma ist es aber sinnvoll, eine genauere Ursache auszumachen. Somit wird die Unterscheidung zwischen eosinophilem und nicht-eosinophilem Asthma besonders im Hinblick auf eine mögliche Biologika-Therapie bei Asthma immer wichtiger. Damit kann der Facharzt die eosinophilen Granulozyten senken und somit das Asthma verbessern.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


19.12.2019
QUELLEN
"Eosinophiles Asthma: Positives Votum für Biologikum" In: Pneumo News, 9(8), p.64., 2017.
"Bei schwerem Asthma Anti-IgE oder Anti-IL 5?" In:Ärzte-Zeitung, (81), p.14., 2017.
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