×

BMS: Wenn die Zunge ständig brennt

Diesen Artikel mit Freunden teilen
Wenn die Zunge ständig brennt, spricht vieles für ein Burning Mouth Syndrome. (Luis Molinero / Shutterstock.com)

Missempfindungen an der Zunge oder in der Mundhöhle werden als Burning Mouth Syndrome zusammengefasst.

Wenn es um Heißgetränke geht, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Einmal nicht aufgepasst, ist die Zunge auch schon höllisch verbrannt. Manche Menschen berichten aber von einem entsprechenden Zungenbrennen, das ohne erkennbaren Auslöser auftritt. In diesem Fall spricht man vom Burning Mouth Syndrome (BMS). Frauen sind davon etwa 7 Mal häufiger betroffen als Männer, besonders hoch ist die Prävalenz während der Wechseljahre.

Schmerzen, Durst, bitterer Geschmack

Der Begriff BMS fasst verschiedene Schmerzen bzw. Missempfindungen im Bereich der Zunge und der Mundhöhle zusammen. Die brennende Zunge ist zwar das häufigste, keineswegs aber das einzige Symptom des Syndroms. Weitere typische Beschwerden sind unter anderem:

Primäres und sekundäres BMS

Unterschieden wird zwischen zwei Formen des BMS. Bei der primären Variante sorgen geschädigte Nerven für die unangenehmen Symptome. Ein sekundäres BMS liegt hingegen vor, wenn ein indirekter Auslöser verantwortlich ist. Beispiele dafür sind:

  • Diabetes
  • Lebensmittelallergien
  • Depression
  • Stark ausgetrockneter Mund
  • Infektionen im Mund

Zungenbeißen vermeiden

Auch bestimmte Verhaltensmuster wie Zungenbeißen, Zähneknirschen, zu heftiges Putzen der Zunge oder das Tragen einer unpassenden Zahnprothese fördern das Auftreten eines sekundären BMS. Welche Ursachen genau zugrunde liegen, bleibt meistens jedoch unklar. Dementsprechend schwierig gestaltet sich oftmals eine gezielte Therapie. Sofern kein eindeutiger Auslöser erkannt wird, sieht die Behandlung hauptsächlich den Einsatz von Schmerzmitteln vor.

Rauch-Stopp hilft

Umso wichtiger ist es, gerade bei starken Beschwerden, im Alltag einige Risikofaktoren zu umgehen. In Sachen Ernährung sind etwa scharfe Speisen, Alkohol und stark säurehaltige Lebensmittel wie Tomaten oder Zitrusfrüchte zu nennen. Einen Versuch wert ist außerdem der Umstieg auf andere Zahnpflegeprodukte. Womöglich liegt eine unerkannte Allergie gegenüber einem Inhaltsstoff vor. Da Tabakkonsum die Innenseite des Mundes irritieren kann, ist auch ein Rauch-Stopp dringend zu empfehlen. Wird der Lebensstil entsprechend angepasst, verbessert sich die Symptomatik oft schon nach einigen Wochen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


21.05.2019