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Zähne leiden unter moderner Ernährung

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Obst ist zwar für den Menschen gesund - empfindliche Zähne freuen sich über den säurehaltigen Snack aber nicht. (Pixabay.com)

Smoothies aus frischem Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Wein und Sekt haben mehr gemeinsam als es auf den ersten Blick scheint: Die enthaltene Säure schadet – gemeinsam mit übereifrigem Zähneputzen – unseren Beißerchen.

Die Zähne sind ein Wunderwerk der Natur. Doch vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass diese voller Leben stecken - oder sie merken es erst dann, wenn sie Schmerzen plagen. Immer mehr Menschen haben schmerzempfindliche Zähne und das fällt auch in der zahnärztlichen Praxis und bei der professionellen Mundhygiene/Prophylaxe auf. Aufgrund verschiedener Ursachen kann das Zahnfleisch zurückgehen und die sensiblen Zahnhälse entblößen. "Vor 30 Jahren gab es das Problem der freiliegenden Zahnhälse noch nicht - damals hatten wir vor allem mit Karies zu kämpfen", erklärt Cornelia Bernhardt, die leitende Instruktorin bei der Ausbildung zur Prophylaxe-Assistentin in Tirol ist.

Die Ernährung ist zu säurebetont

Der Zahn besteht zu einem großen Teil aus Dentin - und dieser Stoff ist sehr säureempfindlich. Sehr viele Lebensmittel sind vom pH-Wert her im sauren Bereich angesiedelt: So etwa rohes Obst und Gemüse, Süßigkeiten und verschiedene Alkoholsorten. Auch saures Aufstoßen und die Ess-Brech-Sucht strapazieren das Material, aus dem die Zähne bestehen. Denn der Zahnschmelz, der vor allem die Krone schützt, reagiert auf "Säureangriffe" ebenfalls sensibel.

Zähne brauchen Erholungsphasen

Der Zahnschmelz verliert durch die Säure an Mineralstoffen. Und der Schmelz braucht eine Zeit lang, bis er sich davon wieder erholt - deswegen sollten längere Pausen zwischen den Mahlzeiten liegen. Zahnärztin Dr. Corinna Bruckmann von der Universitätszahnklinik Wien rät außerdem: "Wer gerne Orangensaft trinkt, sollte lieber in kurzer Zeit eine größere Menge zu sich nehmen, statt über den Tag verteilt ständig am Glas zu nippen." Kalziumreiche Nahrungsmittel wie Käse oder Milch helfen dabei, die Säure zu neutralisieren. Auch zuckerfreie Kaugummis können das saure Milieu im Mund bekämpfen, denn sie regen den Speichelfluss an.

Mundhygiene - zum richtigen Zeitpunkt

Wer glaubt, seinen Zähnen mit einer raschen Putzaktion nach der säurehaltigen Mahlzeit etwas Gutes zu tun, liegt aber leider ganz falsch. Denn wer fleißig die von der Säure angegriffenen Beißerchen schrubbt, entfernt die schützenden Strukturen. Gerade am Zahnhals ist die natürliche Schutzschicht sehr dünn. Darum der Appell von Dr. Bruckmann: "Frisch mit Säure in Kontakt gekommene Zähne nicht sofort putzen!" Stattdessen sollte man lieber den Mund mit Wasser oder einer fluoridhaltigen Mundspülung spülen.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


04.09.2017
QUELLEN
Pressegespräch "Monat der Mundgesundheit" am 30.08.2017 in Wien

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