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Schwierige Kindheit fördert Übergewicht

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Eine schwierige Kindheit kann auch das spätere Leben beeinflussen. (Pixabay.com)

Starkes Übergewicht ist meistens auf eine Kombination aus ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung zurückzuführen. Wer eine schwere Kindheit hatte, ist offensichtlich stärker gefährdet.

Übergewicht wird heutzutage kaum mehr als rein optischer Makel abgetan, sondern als Gesundheitsrisiko ernst genommen. Trotz dieser Einsicht gibt es immer mehr Menschen, die mit erheblichen Gewichtsproblemen zu kämpfen haben. Häufig spielen auch psychische Faktoren eine Rolle, wenn das Traumgewicht einfach nicht erreicht werden kann. In den USA haben Forscher nun eine schwierige Kindheit als potentiellen Auslöser für spätere Probleme identifiziert.

Sehnsucht nach Stabilität

Eine entsprechende Studie wurde an der Florida State Universität durchgeführt und basiert auf der sogenannten Life-History-Theorie. Diese sieht die in der Kindheit erlebte oder eben nicht erlebte Stabilität als Wurzel für den späteren Lebensstil. Gemeinhin wird zwischen einer langsamen und einer schnellen Life-History-Strategie unterschieden. Letztere zeichnet sich unter anderem durch die Sehnsucht nach Stabilität, eine frühe Elternschaft sowie impulsive Entscheidungen aus.

Kurzfristiges Denken

Zur schnellen Life-History-Strategie tendieren vor allem jene Menschen, die in ihrer Kindheit wenig Sicherheit verspürt haben. Entscheidende Faktoren können etwa eine Scheidung der Eltern, sozioökonomisch schwierige Bedingungen oder ein kriminelles Umfeld sein. Menschen mit einer schwierigen Kindheit, so die Theorie, sind keine langfristigen Lebensplanungen gewohnt oder halten diese für wenig erfolgsversprechend. Dementsprechend treffen sie impulsive, auf kurzfristige Zufriedenheit ausgelegte Lebensentscheidungen.

Essen ohne Hunger

Schon frühere Studien hatten erkennen lassen, dass viel Stress in der Kindheit zu Übergewicht im späteren Leben führen kann. Nun aber wurde die schnelle Life-History-Strategie erstmals als Erklärung für diesen Zusammenhang ins Auge gefasst. Die Forscher konnten etwa beobachten, dass Menschen mit einer eher instinktiven Lebensweise häufiger auch dann aßen, wenn sie gar nicht hungrig waren.

Kindheit prägt das Leben

Die Autoren hoffen, Übergewichtigen mit der Studie zu helfen, einen möglichen Ursprung ihrer ungesunden Ernährungsweisen zu erkennen. Noch viel wichtiger aber sei es, Eltern klar zu machen, wie wichtig ein stabiles Umfeld für die Entwicklung des Nachwuchses ist. Die Studie zeigt sehr deutlich, wie eine schwierige Kindheit das Leben für viele Jahre lang erschweren kann.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


04.08.2017