×

Mit Pflanzenöl gegen Magenbakterium

Pflanzliches Öl hilft gegen das Bakterium Helicobacter pylori
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Linolensäure wirkt in Kombination mit Nanotechnologie gegen das Bakterium Helicobacter pylori. (id-art / Shutterstock.com)

Das Magenbakterium Helicobacter pylori lässt sich mit einem Pflanzenöl-Wirkstoff ebenso gut behandeln wie durch die klassische Antibiotika-Therapie. Das fanden Wissenschafter in San Diego, Kalifornien, heraus.

Eine Infektion mit dem Helicobacter pylori führt zunächst zu Schmerzen in der Magengegend und Übelkeit. Bleibt sie unbehandelt, kann ein Magengeschwür entstehen. Rund 75 % aller Geschwüre sind ursächlich auf das Bakterium zurück zu führen. Die Wissenschafter untersuchten die Auswirkungen des Nanopartikels "LipoLLA". Es enthält Linolensäure, die aus Pflanzenölen gewonnen wird. Dadurch stirbt Helicobacter pylori ab. Die Vorteile: Keine Nebenwirkungen und langfristiger Effekt ohne Resistenzen wie bei Antibiotika.

Linolensäure als Magen-Schutz

Die Linolensäure ist auch außerhalb einer medizinischen Anwendung als gesundheitsförderlich anerkannt. Als Omega-3-Fettsäure in Leinöl und anderen Pflanzenölen enthalten, hilft sie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes vorzubeugen. Im Gegensatz zu tierischen Fetten ist diese ungesättigte Fettsäure gesund und tragt auch dazu bei, einen längeren Sättigungseffekt beim Essen zu erzielen. Leinöl und andere linolsäurehaltige Pflanzenöle pur zu genießen ist eine gute Alternative zu tierischen Fetten wie Butter, aber kann das Bakterium Helicobacter pylori nicht behandeln.Im Labor kombinierten die Wissenschafter die Linolensäure mit moderner Nanotechnologie, um sie auch medizinisch einsetzen zu können. Ernährung mit Linolensäure ist gesund, doch erst durch die Kombination mit der Nanotechnologie wirkt die Säure auch gegen das Bakterium Helicobacter pylori.

Antibiotikaresistenzen vermeiden

Die Forscher wiesen mit Mäusen nach, dass sich die Linolensäure im Magen mit der Membran von Helicobacter pylori verbindet und das Bakterium unschädlich gemacht. Dadurch wird die Membran des Bakteriums zerstört, und das Bakterium stirbt ab. Dieser Prozess geschieht scheinbar nebenwirkungsfrei und wirkt langfristig. Das Bakterium "gewöhnt" sich nicht, wie bei manchen Antibiotika, an die Behandlung, wodurch sie auch nach mehrmaliger Anwendung wirksam bleibt. Forscher hoffen somit, eine Behandlung gegen Helicobacter pylori gefunden zu haben, die besser hilft als die bisherige Antibiotika-Kur, und zudem für Betroffene keine Nebenwirkungen hat. In Zeiten, in denen Antibiotika-Resistenzen zunehmen, könnten Nanotherapien eine wirksame Alternative darstellen.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


01.12.2014 / 25.06.2019

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von gesund.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von gesund.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von gesund.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.

Information zur Datenverarbeitung in Drittstaaten
Die Informationen werden durch Partner und Anbieter ggf. auch in Drittstaaten (z.B. USA) verarbeitet. Damit besteht das Risiko, dass keine Datenschutz-Aufsichtsbehörde besteht und Betroffenenrechte u.U. nicht durchgesetzt werden können. Mit deiner Einwilligung erklärst du dich ungeachtet dessen mit der Verarbeitung deiner Daten in Drittstaaten einverstanden.