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Schnarchen als Warnzeichen vor Diabetes

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Laute Atemgeräusche sind nicht nur lästig, sie hängen auch eng mit anderen gesundheitlichen Problemen zusammen. (luckybusiness - Fotolia.com)

So mancher wird nachts von den lauten Atemgeräuschen des Partners aus dem Schlaf gerissen. Das sollte nicht als lästige Eigenart abgetan werden - ernste Erkrankungen können hinter dem Schnarchen stecken.

Wer die konstanten Sägegeräusche des oder der Liebsten satt hat, sollte nicht einfach nur aus dem geteilten Bett auswandern: Denn das eigentliche Problem liegt oft tiefer begraben. Schlafstörungen wie Schnarchen und plötzliche Atemaussetzer (Schlafapnoe) werden durch eine füllige Körpermitte begünstigt und diese kann wiederum zu Diabetes (Typ 2) führen. Bei Übergewicht oder Adipositas kommt es durch die vermehrte Fetteinlagerung im Hals- und Rachenbereich zu einer Einengung des Atmungsapparats. Das Zusammenfallen der oberen Atemwege führt zu den für die Schlafapnoe charakteristischen Atempausen zwischen den Schnarchgeräuschen.

Kein guter Morgen

Das Schnarchen beeinträchtigt nicht nur den Schlaf des Partners - auch wenn es den Eindruck macht, dass die Betroffenen selig ruhen und zufrieden vor sich hin sägen. Denn die Atemaussetzer führen zu sogenannten "Mikro-Weckreaktionen", durch die der Betroffene ganz kurz aus dem Schlaf gerissen wird, damit der Körper wieder zu atmen beginnt. So kommen die Schnarchenden nicht in die erholsame Tiefschlafphase und fühlen sich am nächsten Morgen wie gerädert.

Schlechter Schlaf begünstigt Diabetes

Studien zeigen, dass Menschen, die nachts 7 bis 8 Stunden schlafen, das geringste Risiko haben, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Sowohl Menschen, die sehr kurz (weniger als 6 Stunden) oder sehr lang (mehr als 9 Stunden) ruhen, erkranken hingegen bedeutend öfter an Diabetes - ihr Körper produziert nicht ausreichend Insulin, um den Zuckergehalt im Blut zu senken. "Die aktuellsten Daten deuten darauf hin, dass nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität Auswirkungen auf den Stoffwechsel, insbesondere auf die Höhe der Blutzuckerwerte haben. Gerade der Tiefschlaf beeinflusst die Insulinabgabe positiv“, erläutert Prim. Doz. Dr. Harald Stingl, Leiter der Internen Abteilung des Landesklinikums Melk.

Warnzeichen ernst nehmen

Denn bei ausgeschlafenen, gesunden Menschen wird nach dem Verzehr von Kohlenhydraten das Hormon Insulin ausgeschüttet, das den Blutzuckerspiegel wieder senkt, weil es die Glukose direkt in die Zellen transportiert. Wenn der Schlaf jedoch regelmäßig zu kurz kommt, sinkt die Glukosetoleranz - die Blutzuckerwerte sinken nach dem Essen nicht ausreichend ab. Das ist ein erstes Warnzeichen für Typ-2-DiabetesSchlafstörungen wie die Schlafapnoe beeinflussen auch den Stoffwechsel - die Freude an körperlicher Betätigung schwindet und das Übergewicht wird erst recht nicht reduziert. Dr. Stingl rät: "Eine Behandlung der Schlafapnoe kann das Diabetes-Risiko verringern und auch die Folgeerkrankungen hintanhalten." Deshalb sollten ungewöhnliche Schlafgeräusche und nicht erholsamer Schlaf kritisch betrachtet und in einem Schlaflabor abgeklärt werden.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


05.07.2017 / 07.05.2019

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