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Facebook-Neid macht depressiv

Neid durch Social Media
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Studierende, die Social Media hautsächlich als "Überwachungsnutzung" einsetzen, fühlen sich deutlich häufiger niedergeschlagen. (alinabuphoto - Shutterstock.com)

Social Media, wie z.B. Facebook, macht nicht automatisch glücklich oder unglücklich - auf das Nutzungsverhalten kommt es an. Beneiden wir das Leben anderer, kann das sogar zu depressiven Symptomen führen.

Das ergab eine Untersuchung der University of Missouri mit über 700 College Studenten. Die Wissenschafter unterschieden dabei zwei verschiedene Umgangsarten mit Social Media. Manche benutzen Facebook ähnlich wie SMS oder Email: Als aktives Kommunikationswerkzeug hilft es ihnen, den Kontakt zu Familienmitgliedern und Freunden zu pflegen, und sie über positive und interessante Lebensereignisse zu informieren. Das fördert das Wohlbefinden. Passives, neidvolles Beobachten der Status-Updates anderer dahingegen schürt die Verdrossenheit über das eigene, weniger glamouröse Leben.

Neidisch auf Geld und Beziehungs-Glück

Diese passive Art des Umgangs mit Facebook bezeichnen die Wissenschafter als "Überwachungsnutzung", da man die Posts anderer liest, ohne aber mit ihnen in Kontakt zu treten. Studierende, die Social Media hautsächlich so einsetzen, fühlen sich deutlich häufiger niedergeschlagen als die Vergleichsgruppe.

 

Der Grund: Sie sehen die tollen Abendteuer und Errungenschaften anderer und vergleichen diese direkt mit ihrem Leben. Besonders "Depressions-fördernd" wirken dabei verkündete Erfüllung in der Beziehung anderer, z.B. die frische Verlobung des Ex-Partners. Auch (vermeintlicher) Reichtum der Facebook-"Freunde", gezeigt durch neu erworbene Luxusgegenstände oder teuer Reisen, stimmt wehmütig.

Facebook-Realität als bare Münze

Was viele in ihrem Neid-Anfall vergessen: Die meisten Menschen zeigen sich auf Social Media von ihrer Schokoladenseite und übertreiben dabei auch ganz gerne einmal. Es gibt unzählige schicke Party-Fotos, auf der die fröhlich-lächelnden Menschen schön geschminkt und gut angezogen miteinander feiern. Das Katerfoto vom nächsten Morgen sucht man aber meist vergeblich.

 

Die Forscher dieser Social Media Studie finden es deshalb sinnlos, alle Nutzerverhalten über einen Kamm zu scheren und daraus zu schließen, dass an und für sich neutrale Technologien für die Psyche entweder förderlich oder fürchterlich seien. "Facebook kann eine lustige und gesunde Aktivität sein, wenn Benutzer die Vorteile der Website nutzen, um mit der Familie und alten Freunden in Verbindung zu bleiben, und um interessante und wichtige Aspekte ihrer Leben zu teilen.", so Margaret Duffy, Professorin für Kommunikationswissenschaft und Studienleiterin.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


25.07.2017 / 10.05.2019

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