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Trockene Hände - was tun?

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Die Haut an den Händen ist ganz besonders empfindlich und verlangt nach einer Extraportion Pflege. (Pixabay.com)

Als unser tägliches Werkzeug werden die Hände stark beansprucht. Die richtige Pflege beugt Trockenheit vor und sorgt dafür, dass die Haut an den Händen widerstandsfähig und geschmeidig bleibt.

Umwelteinflüsse wie trockene Luft, Sonne und Wasser strapazieren unsere Hände. Speziell die Haut am Handrückens ist besonders dünn. Sie besitzt nur wenige Talgdrüsen und kaum Fettgewebe in der Unterhaut. Durch den Mangel an natürlichen Feuchthaltefaktoren sind die Hände weniger gut vor äußeren Einflüssen geschützt und trocknen leichter aus. Stress, Mangelzustände und Krankheiten setzen der Haut zusätzlich zu. Individuell auf den Hauttyp abgestimmte Pflegeprodukte und die richtige Handpflege halten den natürlichen Säureschutzmantel aufrecht und die Haut gesund.

Überblick

  • Wie machen sich trockene Hände bemerkbar? 
  • Welche Ursachen kommen für trockene Hände in Frage? 
  • Was hilft gegen trockene Hände? 
  • Trockene Hände - wie kann man vorbeugen?

Wie machen sich trockene Hände bemerkbar?


Trockene Haut an den Händen fühlen sich rau an. Typisch ist auch ein unangenehmes Spannungsgefühl. Die trockenen Stellen treten vor allem zwischen den Fingern, aber auch am Handrücken auf. Bei ausbleibender Pflege neigt die Haut in weiterer Folge zu Rötungen und Schuppenbildung. Trockene Haut an den Händen ist jedoch nicht nur ein kosmetisches Problem. Durch die angegriffene Hautbarriere steigt das Risiko für Entzündungen und Allergien. Auch die Neigung zu Handekzemen ist bei vorgeschädigter, insbesondere rissiger Haut erhöht. 

Welche Ursachen kommen für trockene Hände in Frage?  

Trockene, spröde Hände können unterschiedliche Ursachen haben. Ganz allgemein lassen sich innere Faktoren, die durch körperliche Prozesse verursacht werden und äußere Faktoren die beispielsweise durch Witterungseinflüsse bedingt sind unterscheiden.

Einflüsse von innen

  • Nährstoffmangel: Eine Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen geht häufig mit trockener Haut einher. Mangelsituationen treten unter anderem auf, wenn der Körper die Nahrung nicht richtig verwerten kann oder Appetitmangel besteht. Einfluss auf die Hautbeschaffenheit haben unter anderem Zink, Eisen, Vitamin A, D und Niacin – ein B-Vitamin. 
  • Flüssigkeitsmangel: Die Haut ist auf einen ausgewogenen Wasserhaushalt angewiesen. Mangelt es dem Körper an Flüssigkeit, erscheint auch die Haut weniger prall – sie verliert ihren Feuchtigkeitspuffer und erscheint trocken und fahl. Betroffen sind hier vor allem ältere Menschen. Sie neigen grundsätzlich dazu, zu wenig zu trinken. 
  • Psychische Belastung: Die Haut ist der Spiegel der Seele heißt es nicht umsonst. So wirken Stress und anhaltende seelische Belastungen über Nerven und Hormone auf die empfindliche Schutzbarriere der Haut ein. Die Folgen: Die Haut spannt und wird blass und fahl. Umgekehrt erscheint die Haut in positiven Lebenssituationen frisch und rosig.  
  • Krankheiten: Manche Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Kontaktekzeme gehen mit spröder Haut einher. Erkrankungen wie Diabetes führen durch den veränderten Stoffwechsel zu trockener Haut. Ebenso kann eine   Schilddrüsenunterfunktion das Hautbild verändern und raue Hände und Füße begünstigen.

Einflüsse von außen

  • Umwelteinflüsse: Sowohl Hitze als auch Kälte strapazieren die Haut. Im Sommer verliert sie durch Schwitzen an Feuchtigkeit und kann so leichter austrocknen. Bei kühleren Temperaturen stellt der Körper seine Talgproduktion ein, was denselben Effekt zur Folge hat. Auch Belüftungs- und Klimaanlagen entziehen der Haut die Feuchtigkeit. 
  • Übertriebene Körperpflege: Zu häufiges Händewaschen schwächt die natürliche Schutzfunktion der Haut. Lange Bäder und zu heißes Wasser weichen die empfindliche Haut an den Händen auf und laugen sie aus. Dadurch sinkt die Schutzbarriere – die Haut wird anfälliger für schädliche Substanzen. 
  • Unverträgliche Putzmittel oder Schadstoffe: Mit einem pH-Wert von 5 ist das Hautmilieu leicht sauer. Chemische Stoffe und aggressive Reinigungsmittel können den natürlichen Säure-Basenhaushalt der Haut aus dem Gleichgewicht bringen. Der Kontakt mit diesen Substanzen strapaziert den Säureschutzmantel. Während sich gesunde Haut rasch von selbst regeneriert, benötigt strapazierte Haut mehr Schutz in Form von intensiver Pflege.  

Was hilft gegen trockene Hände? 

Die Therapie von trockenen Händen erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache. Sind die Verursacher äußere Einflüsse reicht intensive Pflege als Behandlungsmaßnahme meist aus. Liegt der Hautrockenheit eine Krankheit zugrunde, muss diese ebenfalls behandelt werden.

 

Für die Pflege von trockenen Händen stehen verschiedene Pflegepräparate zur Verfügung. Die wichtigste Eigenschaft dieser Mittel besteht darin, den Mangel an Fett und Feuchtigkeit wieder auszugleichen. Empfehlenswert sind reichhaltige, stark fetthaltige Produkte. Diese sogenannten „Wasser-in-Öl-Emulsionen“ enthalten mehr Öl als Wasser. Wasser-bindende Inhaltsstoffe wie Harnstoff (Urea), Glycerin und Milchsäure können die rückfettende Wirkung noch verstärken. Bei der Auswahl an Pflegemitteln sollte außerdem darauf geachtet werden, dass diese frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind. Dies beugt zusätzlichen Hautreizungen vor. 

Die Pflege sollte konsequent und regelmäßig über den Tag erfolgen. Ein guter Tipp ist es, die Pflegepräparate dort zu platzieren wo auch die Hände gewaschen werden. 

Trockene Hände – wie kann man vorbeugen? 

Verschiedene Maßnahmen können dabei unterstützen, trockene Händen im Vorhinein zu entgegenzuwirken.  

  • Gesunder Lebensstil: Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung und eine gesunde Ernährung unterstützen die Funktion der Haut auf natürliche Weise. 
  • Richtig Hände waschen: Vermeiden Sie übermäßiges Händewaschen und benutzen Sie dafür nur milde, hautneutrale Waschlotionen und Seifen. Allgemein sollten Sie eher lauwarmes, denn heißes Wasser verwenden. Cremen Sie Ihre Hände im Anschluss an das Waschen gut ein. 
  • Hände schützen: Beim Umgang mit hautreizenden Substanzen wie Putz- und Reinigungsmittel aber auch Lacken und Farben ist es wichtig, schützende Handschuhe zu tragen. Menschen, die oft in Kontakt mit Reizstoffen stehen, sollten ihrer Haut regelmäßig Feuchtigkeit in Form von Cremen und Lotionen gönnen. 
  • Ein Extra-Pflegetipp: Bei stark strapazierter Haut hilft es ist es in vielen Fällen, wenn die Hände vor dem Schlafen dick mit einer fetthaltigen Creme eingecremt werden. Um die Pflege einwirken zu lassen, können die Hände über Nacht mit Baumwollhandschuhen geschützt werden.
AUTOR


Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGSDATUM


05.07.2016
QUELLEN
Körperpflegekunde, S. Bender, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Stuttgart, 2014
Dermatologie, Duale Reihe, I. Moll, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2010

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