Verstopfte Nase

Frau mit Schnupfen
Heuschnupfen, Schnupfenviren oder eine Verkrümmung der Nasenschleimhaut - eine verstopfte Nase hat viele Ursachen. (WavebreakmediaMicro - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gesunde Nase

Eine verstopfte Nase ist ein lästiges Problem und kann viele Ursachen haben. Am häufigsten liegt ein Schnupfen oder eine Allergie zugrunde.

Neben diesen Gründen für eine behinderte Nasenatmung kommen noch andere in Frage,  wie eine Nasenscheidewandverkrümmung, Nasenpolypen oder eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Mit der richtigen Behandlung wird die verstopfte Nase aber in den meisten Fällen wieder frei.

Überblick

Häufigkeit der verstopften Nase

Eine verstopfte Nase ist ein häufiger Grund für einen Arztbesuch. Es gibt kaum jemanden, der nicht irgendwann in der kalten Jahreszeit von einem Schnupfen geplagt wird. Der einfache Schnupfen ist die häufigste Infektionskrankheit überhaupt. Die wichtigste Ursache für eine chronisch verstopfte Nase ist der Heuschnupfen. Durch die Zunahme an Allergien in westlichen Ländern sind davon immer mehr Menschen betroffen, in Österreich ist es bereits jeder 5. Nach Allergien ist eine Nasenscheidewandverkrümmung der zweithäufigste Grund für eine chronisch behinderte Nasenatmung.

Ursachen der verstopften Nase

Verschiedene Ursachen können einer verstopften Nase zugrunde liegen. Einen Hinweis kann schon das zeitliche Auftreten der Beschwerden geben. Treten sie vor allem in den Sommermonaten auf, liegt der Verdacht auf Heuschnupfen nahe. In den Wintermonaten ist eine Infektion mit Schnupfenviren wahrscheinlich. Besteht die verstopfte Nase hingegen das ganze Jahr über, kann eine Nasenscheidewandverkrümmung, Nasenpolypen oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung der Grund sein. Ein weiterer Auslöser einer chronisch verstopften Nase ist außerdem die zu häufige Anwendung von Nasentropfen, wodurch die Nasenschleimhaut geschädigt wird.

Eine plötzlich auftretende, einseitige Behinderung der Nasenatmung mit blutigem Ausfluss oder einem übelriechenden Geruch aus der Nase gehört vom Arzt abgeklärt. Vor allem bei Personen über 50 Jahren kann dies auf einen Tumor in der Nase hindeuten. Bei Kindern liegt einem einseitigen, eitrigen Schnupfen mit schlechtem Geruch häufig ein Fremdkörper in der Nase zugrunde.

Verstopfte Nase: Symptome

  • Schnupfen: Der einfache Schnupfen (Rhinitis acuta) wird durch Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Zunächst treten Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und, in seltenen Fällen, Fieber auf. Die Schleimhaut der Nase schwillt an und gibt wässrige Flüssigkeit ab. Kommt es zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien, verändert sich das Sekret zu einer schleimig-eitrigen Konsistenz. Nach etwa einer Woche setzt die Besserung ein.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Eine Nasennebenhöhlenentzündung (akute Sinusitis) entsteht meist als Folge einer Rhinitis. Bei Erwachsenen sind am häufigsten die Kieferhöhlen betroffen. Zusätzlich zu den Symptomen des Schnupfens bestehen Kopfschmerzen, die sich beim Bücken verstärken.
  • Heuschnupfen: Der Heuschnupfen (allergische Rhinitis) ist die häufigste Allergieerkrankung. Ursächlich ist eine entzündliche Reaktion der Nasenschleimhaut auf körperfremde Stoffe. Bei der saisonalen allergischen Rhinitis oder Heuschnupfen sind vor allem die Pollen von Birke, Erle, Hasel, Gräsern, Roggen, Beifuß und Wegerich von Bedeutung. Die Symptome treten meist zwischen Februar und September auf und verschwinden nach Ende der Pollensaison. Bestehen die allergischen Beschwerden das ganze Jahr über, sind meist Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze die Ursache. Die Symptome umfassen eine behinderte Nasenatmung, Absonderung von wässriger Flüssigkeit aus der Nasenschleimhaut, Niesattacken und Juckreiz in Nase und Augen.
  • Nasenscheidewandverkrümmung: Die Nasenscheidewandverkrümmung ist eine Verbiegung der Nasenscheidewand, welche die beiden Nasengänge voneinander trennt. Eine leichte Verkrümmung findet sich bei den meisten Menschen. Ist die Nasenscheidewand stark verbogen, kann die Atmung und eventuell das Riechen beeinträchtigt sein.
  • Nasenpolypen: Unter Nasenpolypen versteht man Schleimhautwucherungen in den Nasennebenhöhlen, die in Form von Polypen in die Nasenhöhle ragen. Die genauen Ursachen sind unklar, allerdings scheinen chronische Entzündungen der Nase und Nasennebenhöhlen eine Rolle zu spielen. Neben dem Gefühl einer verstopften Nase, Riechstörungen und Kopfschmerzen können auch Schnarchen und der ständige Zwang, sich zu räuspern, auftreten. Die Polypen des Kindes (Adenoide) sind eigentlich vergrößerte Rachenmandeln. Wenn große Beschwerden auftreten, werden diese operativ entfernt.

Diagnose der verstopften Nase

Je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, wird der Arzt unterschiedliche Untersuchungen veranlassen. Bei einem Schnupfen reicht normalerweise die Schilderung der Beschwerden, um eine Diagnose zu stellen. Nur wenn eine langwierige Infektion besteht, wird ein Abstrich aus der Nase und aus dem Mund gemacht, um so die auslösenden Krankheitserreger festzustellen.

Bei Verdacht auf eine Allergie wird der Arzt eine Allergieanamnese erstellen und einen Prick-Test sowie eventuell eine Blutabnahme veranlassen.

Bei der Nasenspiegelung (Rhinoskopie) betrachtet der Arzt das Naseninnere mithilfe eines Nasenspekulums. Besteht der Verdacht auf Nasenpolypen oder eine Nasennebenhöhlenentzündung, wird er auch eine Nasenendoskopie durchführen.

Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung wahrscheinlich, sieht man dies im Röntgenbild. Bei Verdacht auf Nasenpolypen oder eine bösartige Wucherung wird eine Computertomographie gemacht.

Therapie der verstopften Nase

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache der verstopften Nase.

  • Schnupfen: Eine Behandlung ist normalerweise nicht erforderlich, die Symptome klingen nach etwa einer Woche von alleine ab. Als symptomatische Behandlung können abschwellende Nasentropfen verabreicht werden, allerdings sollten diese nicht länger als eine Woche angewendet werden, da sonst die Gefahr einer Schädigung der Nasenschleimhaut besteht. Als begleitende Maßnahmen können Hausmittel wie Inhalation mit Kamille oder salzhaltige Nasenspülungen zum Einsatz kommen. Wenn bei einer bakteriellen Infektion die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr mitbetroffen sind, kann eine Antibiotika-Gabe notwendig sein.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Meist ist eine Therapie mit abschwellenden Nasentropfen ausreichend. Wärmebehandlung und Inhalation mit Kamille oder Salbei sind ebenfalls empfehlenswert, bei schwereren Verläufen werden Antibiotika verabreicht. Bei einer chronischen Sinusitis kommt eine Operation der Nasennebenhöhlen infrage.
  • Heuschnupfen: Die beste Therapie ist es, den Kontakt mit dem Allergieauslöser zu vermeiden. Da dies nicht immer möglich ist, kommen Nasensprays mit Antihistaminika oder Cortison zum Einsatz. Langfristig kann eine Spezifische Immuntherapie(Hyposensibilisierung) erwogen werden.
  • Nasenscheidewandverkrümmung: Ist der Betroffene durch die Verkrümmung stark beeinträchtigt, kann eine operative Begradigung (Septumplastik) erfolgen.
  • Nasenpolypen: Erst wird versucht, die Schleimhautwucherungen mit cortisonhaltigen Nasensprays zu behandeln, oft ist jedoch eine Operation notwendig.

Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Vitaminreich essen, Sport betreiben, in der Schnupfensaison öfters Hände waschen sowie gegen Allergien vorgehen.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Dr. Herwig Kügler

Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Wien

Website

Quellen

  • Telefonisches Interview mit Dr. Herwig Kügler
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, R. Probst, G. Grevers, H. Iro, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, Stuttgart, 2008
  • HNO, H.-G. Boenninghaus, T. Lenarz, Springer, 14. Auflage, Heidelberg, 2012
  • HNO-Heilkunde – Ein symptomorientiertes Lehrbuch, D. Thurnher, M. Grasl, B. Erovic, P. Lercher, Springer, 1. Auflage, Wien, 2011
  • MedlinePlus, National Institute of Health, Stuffy or runny nose (01.10.2015)

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