Was tun bei Nasenbluten?

Bei Nasenbluten ist es wichtig, sich nach vorne zu beugen, damit das Blut abrinnen kann. (Gina Sanders - Fotolia.com)

Wichtigste Maßnahme: Den Kopf nach vorne beugen! Nasenbluten wird häufig durch Nasenbohren aber auch durch Bluthochdruck ausgelöst.

Es kann aber auch eine Arteriosklerose bewirken, dass ein Blutgefäß in der Nase plötzlich platzt. Blutverdünnende Medikamente zählen ebenfalls zu den Hauptauslösern für Nasenbluten. Gelingt es nicht, die Blutung innerhalb von 10 Minuten zu stoppen, sollte man zum Arzt. Dieser führt eine Nasenspiegelung durch und verödet das betroffene Blutgefäß unter örtlicher Betäubung.

Häufigkeit von Bluthochdruck

Bluthochdruck zählt zu den Hauptursachen einer blutenden Nase. Vor allem Menschen ab 50 sind betroffen. Das liegt u.a. auch an den blutverdünnenden Medikamenten, die von dieser Altersgruppe verstärkt eingenommen werden. Haben Erwachsene plötzlich ohne ersichtlichen Grund Nasenbluten, ist daher immer die ärztliche Abklärung möglicher Auslöser notwendig.

Auch während der Kindheit kann immer wieder mal Blut aus der Nase tropfen, nur äußerst selten ist dafür jedoch eine Erkrankung verantwortlich. Oft tritt Nasenbluten bei Kindern in Phasen größerer Wachstumsschübe auf und ist nicht weiter bedenklich. Auch ein dumpfer Schlag auf die Nase beim Herumtollen kann Nasenbluten hervorrufen. Eine Behandlung im Krankenhaus ist aber erst erforderlich, wenn Fremdköper in der Nase stecken oder die Blutung nach maximal 10 Minuten noch immer nicht aufgehört hat.

Auch durch  hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft kann wieder Blut aus der Nase fließen. Dies ist aber für Mutter und Kind ungefährlich, solange die Blutung innerhalb der ersten Minuten wieder verschwindet. Erst wenn  Nasenbluten häufig auftritt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ein zu hoher Blutverlust, kann Kreislaufprobleme, im schlimmsten Fall Ohnmacht, nach sich ziehen.

Ursachen und Verlauf von Nasenbluten

Wenn plötzlich Blut aus der Nase kommt, führt das nicht selten zu Stress und Verunsicherung. Doch schon heftiges Schnäuzen, Niesen oder Nasenbohren kann die feinen Gefäße der stark durchbluteten Nasenschleimhaut verletzen und daher zu Blutungen führen. Besteht ein Schnupfen oder z.B. eine Tierhaarallergie, schwillt die Nasenschleimhaut an, wodurch das Risiko für Nasenbluten steigt. Ist die Nase trocken oder wurde eine Operation im Nasen-Rachen-Raum durchgeführt, kann es vorübergehend aus der Nase bluten. Besonders bei Erwachsenen stellt Nasenbluten aber häufig ein Symptom da, etwa für erhöhten Blutdruck oder Arteriosklerose.

Außerdem kommen u.a. noch diese Ursachen für eine blutende Nase infrage:

  • Blutverdünnende Medikamente
  • Äußere Gewalteinwirkung:
  • (Schädel-)Verletzungen
  • Schlag bzw. Sturz auf Kopf oder Nase
  • Fremdkörper in der Nase: Bei Kleinkindern sind es häufig Legosteine, kleine Knöpfe oder Erdnüsse
  • Hämophilie ("Bluterkrankheit")
  • Blutgerinnungsstörung
  • Vitamin K-Mangel: beeinträchtigt die Blutgerinnung und führt z.B. zu schlechter Wundheilung
  • Morbus Osler: Es handelt sich dabei um eine genetisch bedingte Erweiterung von Arteriolen, Venolen und Kapillaren, der kleinsten Blutgefäße im Körper. Rund 90 % aller Betroffenen leiden u.a. an häufig starkem Nasenbluten. Allerdings kommt die Erbkrankheit äußert selten vor.
  • Gut- oder bösartige Nasentumore; sie sind nur sehr selten der Grund für Nasenbluten.

Erste Hilfe bei Nasenbluten

Um  Nasenbluten zu stoppen, sollten folgende Sofortmaßnahmen durchgeführt werden:

  • Aufrecht hinsetzen
  • Kopf leicht nach vorne beugen
  • Ein kaltes Handtuch oder einen Kühlbeutel in den Nacken legen.
  • Beide Nasenflügel leicht zusammendrücken, sodass kein Blut mehr herausfließt.

Der Kopf sollte also nicht - wie fälschlicherweise oft angenommen - nach hinten geneigt werden. Dadurch kann es passieren, dass das Blut in den Rachen fließt und womöglich in der Luftröhre landet. (Verschluckungs- und Erstickungsgefahr!). Außerdem sollten Sie keine Taschentücher in die Nase stecken. Das Herausziehen reizt die empfindlichen Gefäße unnötig, wodurch die Blutung möglicherweise erneut einsetzt.

Gelingt es nicht, die Blutung innerhalb der ersten 10 Minuten zu stillen, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Das gilt ebenso, wenn möglicherweise auch eine Kopfverletzung im Spiel ist und das Nasenbluten dadurch entstanden sein könnte. Liegt bei Kindern der Verdacht von Fremdkörpern in der Nase vor, müssen diese fachgerecht durch einen HNO-Arzt entfernt werden.

Diagnose von Nasenbluten

Um die Ursache für Nasenbluten zu orten, führt der Arzt eine Nasenspiegelung (Nasenendoskopie, Rhinoskopie) durch. Unter Anwendung eines Endoskops weitet er dazu vorsichtig die Nasenflügel des Betroffenen, um anschließend mit einem Licht in das Nasenloch zu leuchten. Folglich kann er u.a. die Nasenscheidewand beurteilen. Diese ist mit einer sehr gut durchbluteten Schleimhaut ausgekleidet.

Häufig liegt hier die Blutungsursache. Außerdem macht der Arzt beim Patienten meist eine Blutabnahme. Sie ist wichtig, weil dadurch z.B. eine mögliche Blutgerinnungsstörung, wie etwa eine Thrombose festgestellt bzw. ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus ist eine Blutdruckmessung Teil der Untersuchung. Zeigt sich dabei Bluthochdruck, kann auch dieser zur blutenden Nase geführt haben.

Bleibt der Grund für das Nasenbluten unklar, oder tritt es häufig stark auf, können diese bildgebenden Verfahren Aufschluss über die Ursache geben:

  • Ultraschall: liefert u.a. Informationen über das Nasengewölbe. Liegt dort eine Schwellung vor, kann sie für das Nasenbluten verantwortlich sein.
  • Angiographie: dient der Darstellung von Blutgefäßen. Eine blutende Nase kann z.B. auf eine bestehende Arteriosklerose oder Thrombose hindeuten. Mit der Angiographie werden diese und andere Gefäßerkrankungen ans Licht gebracht.
  • Computertomographie (CT): wird bei Verdacht auf einen Tumor durchgeführt. Noch detailliertere Aufnahmen liefert die Magnetresonanztomographie (MRT). Da hinter Nasenbluten jedoch nur sehr selten ein gut- oder bösartiger Tumor steckt, sind beide Untersuchungen für die Diagnosestellung nur vereinzelt erforderlich.
  • Röntgen: kommt zum Einsatz, wenn die blutende Nase die Folge eines Sturzes auf den Kopf ist. Um sicherzustellen, dass keine Schädelverletzung vorliegt, kann zwecks genauerer Bilder auch eine Computertomographie bzw. eine Magnetresonanztomographie veranlasst werden.

Therapie: Wie wird Nasenbluten behandelt?

Liegt die Blutungsquelle im vorderen Nasenabschnitt, verödet der HNO-Arzt die entsprechenden Blutgefäße mit einer Elektrode. Das geschieht unter örtlicher Betäubung und wird meist ambulant vorgenommen. Kann das Nasenbluten dadurch nicht gestillt werden, führt der behandelnde Arzt häufig salbengetränkte Gazestreifen in beide Nasenhöhlen ein, auch wenn die Blutung nur aus einem Nasenloch kommt. Es ist wichtig, dass die Tamponade möglichst die gesamte Nase ausfüllt. Durch gleichmäßigen Druck auf die Blutgefäße wird das Nasenbluten gestoppt.

Ist ein Blutgefäß im hinteren Nasenabschnitt geplatzt, erfolgt die Versorgung ebenfalls mit einer Tamponade, welche unter Vollnarkose platziert wird und die hintere Nasenöffnung zum Rachen hin blockiert. Die Tamponade verbleibt 2 bis 3 Tage in der Nase und ist aufgrund der beeinträchtigten Nasenatmung oft sehr unangenehm.

Erst wenn diese Maßnahme die Blutung nicht gänzlich zum Stillstand bringt oder sie unmittelbar nach Entfernung der Tamponade wieder einsetzt, ist eine Operation unumgänglich. Dabei wird das betroffene Blutgefäß mit einer Elektrode verödet, wodurch die Blutstillung erreicht wird. Eine Operation ist aber nur in Einzelfällen notwendig, denn oft ist Nasenbluten ein Symptom, z.B. für Bluthochdruck.

Vorbeugung: Das können Sie selber tun

Vitamin K ist für die Blutgerinnung wichtig. Daher sollte Gemüse, wie Brokkoli oder Spinat immer wieder am Speiseplan stehen. Übergewicht begünstigt u.a. die Entstehung von Bluthochdruck, der wiederum zu Nasenbluten führen kann, Abnehmen wirkt vorbeugend. Wichtig ist es auch nicht nasen zu bohren.

Fragen an den Arzt

  • Wie gefährlich ist hinteres Nasenbluten tatsächlich?
  • Mein Kind hat starkes, unstillbares Nasenbluten: Soll ich es selber ins Krankenhaus bringen oder lieber gleich die Rettung rufen?
  • Häufiges Nasenbluten bei Kindern: Ab wann ist ein Arztbesuch notwendig?
  • Worauf muss ich nach der Verödung eines Blutgefäßes in der Nase achten?
  • Gibt es Alternativen zur OP? Wenn ja, welche?

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

OA

Dr. Franz Windisch

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Wien

Gesundheitskompass Website

Quellen

  • Interview mit OA Dr. Franz Windisch, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Wahlarzt
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, T. Lenarz, H.-G. Boenninghaus, Springer Verlag, 14. Auflage, Berlin, 2012
  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et. al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008

ICD-10: R04

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