Hilfe bei Fersensporn

Fersensporn
Stechende Schmerzen in der Ferse sind typisch für einen Fersensporn. (SENTELLO - fotolia.com)

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist eine dornenartige Verknöcherung am Fersenbein, die stechende Schmerzen im Bereich der Ferse verursachen kann.

Man unterscheidet zwei Arten von Fersensporn: Der untere Fersensporn ist ein dornenförmiger Auswuchs an der Unterseite der Ferse, dort, wo die Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie) ansetzt. Dieser ist die häufigere Form und kann die typischen stechenden Schmerzen beim Gehen auslösen. Der seltenere obere Fersensporn ist eine Verkalkung an der Hinterseite des Fersenbeins, am Ansatz der Achillessehne. Wenn einfach nur vom Fersensporn gesprochen wird, ist in der Regel der untere gemeint.

Fersensporne sind häufig. Die knöchernen Veränderungen allein sind jedoch nicht für die Schmerzen verantwortlich, sondern eine Überlastung der Plantarfaszie, zum Beispiel durch Fußfehlstellungen. Mit einer Auswahl an Therapiemöglichkeiten können die Beschwerden für gewöhnlich sehr gut behandelt werden.

Übersicht

Häufigkeit von Fersensporn

Ein Fersensporn ist ein häufiger Zufallsbefund beim Röntgen der Füße. Etwa jeder Zehnte weist solche Veränderungen auf, doch nur ein Teil davon hat deshalb Beschwerden. Erst wenn zu einer Entzündung im umliegenden Gewebe kommt, treten die charakteristischen Schmerzen auf. Am häufigsten finden sich Fersenspornbeschwerden bei Personen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Ursachen von Fersensporn

Die wichtigste Ursache für die Entstehung von Fersenspornen sind Fußfehlstellungen wie der Senkspreizfuß und die damit verbundene Abflachung des Fußgewölbes. Normalerweise sorgt die Plantarfaszie dafür, dass der Fuß seine natürliche, gewölbte Form behält. Diese ist eine kräftige Sehnenplatte an der Fußsohle, die sich von der Ferse bis in die Zehen spannt. Senkt sich nun das Fußgewölbe, wirkt eine vermehrte Belastung auf die Plantarfaszie. Durch die Überlastung bilden sich am Sehnenansatz kleine Verkalkungen, die schließlich zum Fersensporn werden. In der Umgebung des Fersensporns kommt es daraufhin zu einer schmerzhaften Entzündung, auch Plantarfasziitis genannt. Ursächlich für die Beschwerden ist also meist nicht der Fersensporn selbst, sondern die Entzündung des umliegenden Gewebes.

Fersensporn: Symptome und Verlauf

Das häufigste Symptom ist ein stechender Schmerz im Bereich der Ferse. Manche Betroffene schildern die Beschwerden so, als ob sie auf einen Nagel treten oder über Glasscherben laufen würden. Morgens nach dem Aufstehen sind die Schmerzen oft am schlimmsten und bessern sich im Laufe des Tages. Auch nach längerem Sitzen ist das Gehen anfangs schmerzhaft. Ebenso treten größere Schmerzen nach längerer Belastung auf, wie etwa nach langem Laufen auf harten Böden.

Ein Fersensporn verschwindet nicht von allein, allerdings kann die Entzündung am Sehnenansatz behandelt werden. Dadurch lassen sich in den meisten Fällen die Beschwerden lindern.

Diagnose von Fersensporn

Gewöhnlich deuten schon die Beschwerden des Betroffenen auf die richtige Diagnose hin. Während der Untersuchung lassen sich unter Umständen durch Druck auf die Ferse stechende Schmerzen auslösen. Nach der körperlichen Untersuchung wird der Arzt eine Röntgenuntersuchung veranlassen. Auf dem Röntgenbild ist der namensgebende, bis zu zehn Millimeter lange, knöcherne Sporn an der Unterseite des Fersenbeins zu sehen.

Fersensporn: Therapie

Da für gewöhnlich nicht der Fersensporn selbst, sondern die Entzündung der Plantarfaszie für die schmerzhaften Beschwerden verantwortlich ist, geht es in erster Linie darum, die Plantarfasziitis zu beseitigen.

  • Einlagen: Mittels Weichbettung wird der Auftritt gedämpft und so der Druck auf die Ferse vermindert. Sind die Fersenspornbeschwerden schon fortgeschritten, kommt eine Locheinlage zum Einsatz, die eine Aussparung im Bereich des Fersensporns besitzt und dadurch das Auftreten auf die betroffene Stelle verhindert.
  • Gezielte Fußgymnastik und Dehnungsübungen: sie stärken die Fußmuskulatur und erhöhen die Dehnfähigkeit der Plantarfaszie.
  • Die Fokussierte Extrakorporale Stoßwellentherapie: Dieses moderne Verfahren dient der Schmerzlinderung. Dabei werden Schallwellen an das Gewebe abgegeben, welche die Geweberegeneration und die Bildung neuer Gefäße anregen sowie schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Dadurch wird der Sporn zwar nicht beseitigt, in vielen Fällen kann aber Schmerzfreiheit erzielt werden.
  • Infiltrationen mit lokalen Betäubungsmitteln und Kortison: Sie wirken gegen die Entzündung des Sehnenansatzes.
  • Die Pulsed radiofrequency therapy: Dieses neuere Therapieverfahren, bei dem elektromagnetische Wellen auf die betroffene Stelle gerichtet werden, wirken schmerzlindernd.

Eine operative Entfernung des Fersensporns wird nur in Ausnahmefällen durchgeführt, da nach der Operation die Gefahr von Narbenbeschwerden sehr groß ist. In der Regel sind aber die anderen Therapiemaßnahmen ausreichend und führen zu einer Verbesserung der Beschwerden.

Für den Erfolg der Behandlung ist es am wichtigsten, möglichst früh damit zu beginnen. Sobald Schmerzen auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen, die passenden Einlagen tragen und gezielte Fußgymnastik durchführen. Dann ist die Erfolgsrate äußerst gut.

Um Fersenspornen vorzubeugen, sollten vor allem aktive Läufer ihre Füße kontrollieren lassen und beim Sport angepasste Schuheinlagen verwenden. Nach Abklingen der Beschwerden spricht nichts dagegen, die gewohnte Sportart weiter auszuüben.

Fersensporn: Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

  • Passendes Schuhwerk tragen und bei Fußfehlstellungen orthopädische Einlagen verwenden
  • Regelmäßig Fußgymnastik und Dehnungsübungen durchführen
  • Für aktive Sportler: Füße kontrollieren und eventuell eine Laufanalyse durchführen lassen
  • Beim Auftreten von Schmerzen sobald wie möglich zum Arzt gehen
  • Bei akuten Schmerzen kühlen und den Fuß vorübergehend ruhig stellen

Fragen an den Arzt

  • Wie kann ich einem Fersensporn vorbeugen?
  • Verschwindet mein Fersensporn wieder?
  • Darf ich weiterhin Schuhe mit Absätzen tragen?
  • Kann ich meine gewohnte Sportart weiter treiben?
  • Welche Nebenwirkungen hat meine Therapie?
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

OA

Dr. Fernas Amir

Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Oberarzt am Orthopädischen Spital Speising, Wien

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Quellen

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