Light Produkte: Süßstoffe förden Diabetes

Süßstoffe fördern Diabetes: Mann süßt Tee.
Light-Produkte haben zwar weniger Zucker, fördern aber Glucoseintoleranz. (Monika Wisniewska - Fotolia.com)
Viele figurbewusste Menschen greifen zu Light-Produkten. Kein Zucker, kein Risiko, so die Annahme bisher. Wissenschafter warnen jetzt: Künstliche Süßstoffe sollen zuerst eine Glukoseintoleranz und folglich sogar Diabetes auslösen können.

Trotz des medizinischen Fortschritts und dem damit einhergehenden Wissen über Möglichkeiten, Diabetes zu vermeiden, steigt die Zahl der Betroffenen immer weiter an. Zucker und Fett sollen bei der Nahrungsaufnahme gemieden werden, die beiden Inhaltsstoffe gelten als Hauptverursacher, das Risiko für Diabetes zu erhöhen. Der Markt hat auf all das reagiert und begonnen, für Getränke, aber auch andere Lebensmittel Zuckerersatzstoffe zu verwenden. Die Geburtsstunde der sogenannten "Light-Produkte". Wissenschafter fanden nun aber heraus, dass der Körper die künstlichen Süßstoffe genau wie Zucker interpretiert. Das fördere Glucoseintoleranz, die Vorstufe von Diabetes.

Der Körper unterscheidet nicht zwischen Zucker und Süßstoff

Eine neue Studie aus Israel ändert nun die Sicht auf die alten Forschungserkenntnisse. Die Wissenschafter des Weizmann-Instituts fanden heraus, dass der Organismus von Mäusen - wenn er mit künstlichen Süßstoffen versorgt wird - ähnliche Reaktionen hervorruft wie bei der übermäßigen Verabreichung von Zucker. Die Folge: Der Körper verliert die Fähigkeit, Glucose abzubauen und zu verwerten. Und das fördert langfristig die Entstehung von Diabetes.

Bakterien reagieren mit Entzündungen auf Süßstoffe

Die Forscher führten im Anschluss noch ein weiteres Experiment durch. Dabei identifizierten sie eine Bakteriengruppe, die auf Zuckerersatzstoffe mit Entzündungen reagiert und so Glucoseintoleranz auslösen kann. Das ist vor dem Hintergrund bedeutsam, dass eine Glucoseintoleranz die Vorstufe von Diabetes darstellt. Der Unterschied zwischen diesen beiden Erkrankungen ist der, dass bei einer Intoleranz die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin produziert, der verzehrte Zucker aber zur Gänze unverträglich ist. Bei Diabetes hingegen ist der zu sich genommene Zucker an sich verträglich, dem Körper muss aber von außen Insulin zugeführt werden, um den Blutzuckerspiegel in einem vitalen Bereich zu halten.

Weniger süßen als bestes Mittel gegen Diabetes

Die neuen Erkenntnisse bedeuten aber nicht, dass auf Süßes vollständig verzichtet werden muss. Zum einen ist es zwar ratsam, die Nahrung generell etwas weniger zu süßen oder etwa Säfte mit mehr Wasser zu verdünnen. Zum anderen bieten sich aber auch natürliche Zucker-Alternativen an. Eine davon ist Stevia, eine Pflanze die keinen Zucker enthält, deren Bestandteile sich aber dennoch zum Süßen von Speisen eignen und den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Auch Xylit, unter dem Begriff "Birkenzucker" bekannt, bietet sich als gute Zuckeralternative an, weil er einen niedrigen glykämischen Index aufweist. Das heißt, dass der Blutzuckerspiegel dadurch nur geringfügig ansteigt.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Julia Wild, Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

Mehr zum Thema