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Fiese Gene machen Haare unzähmbar

Einen schlechten Start in den Haartag hat fast jeder schon einmal erlebt. (Africa Studio - Fotolia.com)

Vom berüchtigten "bad hair day" ist wohl jeder mal betroffen, bei einigen wenigen Menschen ist das Haar aber fast unbezwingbar. Dann spricht man auch vom Struwwelpeter-Syndrom.

Wenn wir morgens aus dem Bett kriechen, um einen ersten Blick in den Spiegel zu wagen, kann das Gesehene manchmal ganz schön erschreckend sein. Zu Berge stehende Haare oder durcheinandergewirbelte Stirnfransen sorgen dann für das, was in der Neuzeit gerne als "bad hair day" bezeichnet wird. So frustrierend das erstmal sein mag, im Grunde hält sich die Problematik meist in Grenzen. Einen geduldigen Bürsteneinsatz später sehen wir dann doch wieder recht herzeigbar aus.

Chancenloser Kamm

Die wenigen Betroffenen des Syndroms der unkämmbaren Haare, in Anlehnung an eine berühmte Kinderbuchfigur auch Struwwelpeter-Syndrom genannt, haben es zumindest in jungen Jahren wesentlich schwieriger. Sie weisen eine extrem trockene, struppige und zumeist hellblonde Haarpracht auf, die sich im Kindesalter kaum beherrschen lässt. Die Problematik besteht in etwa im Alter zwischen 3 Monaten und 12 Jahren, danach kann das Haar normal gekämmt werden.

Nur wenige betroffen

Wer sich jetzt denkt "Ha, das hab ich auch!", unterschätzt das Syndrom vermutlich. Denn tatsächlich gibt es weltweit gerade einmal 100 bekannte Fälle. Trotz des geringen Aufkommens ist das Problem aber medizinisch anerkannt, nun wurde im Rahmen einer Studie sogar die Ursache festgestellt. Den amerikanischen Wissenschaftern zufolge ist eine ungünstige genetische Zusammenstellung schuld am unzähmbaren Kinderhaar.

Komplizierte Geschichte

Konkret ist eines von drei Genen im Erbgut betroffen, in denen die Bildung jener Proteine kontrolliert wird, die sich am Haarwachstum beteiligen. Fällt eines dieser Proteine aus, kommt es zu einer signifikanten Veränderung der Haarstruktur. Menschen sind mit dem Syndrom übrigens nicht alleine, auch bei Mäusen kann der Gendefekt auftreten. Das macht sich dann dementsprechend durch auffälliges Fell bemerkbar.

Beruhigende Information

Für die Betroffenen ist die hochwissenschaftliche Information jedenfalls eine gute Nachricht. Denn durch die Ergebnisse wird deutlich, dass das Struwwelpeter-Syndrom alleine auftritt. Im Gegensatz zu manchen anderen tiefgreifenden Haarproblemen ist es also kein frühes Anzeichen für eine schwere Krankheit. Das sollte doch zumindest ein bisschen beruhigend sein, auch wenn das tägliche Haarstyling dadurch natürlich nicht leichter wird. Warum das Syndrom ab einem gewissen Alter wie von selbst verschwindet, ist übrigens auch den Forschern unklar.

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