Strahlentherapie - Behandlungserfolge bei Krebs

Strahlentherapie - Behandlungserfolge bei Krebs: Darstellung Krebszellen
Anhand der modernen Strahlentherapie können Tumoren gezielt bestrahlt und Krebszellen mit weniger Nebenwirkungen abgetötet werden. ( fotoliaxrender - Fotolia.com)
Die moderne Krebstherapie kann mehr als 50 % aller Patienten heilen, insbesondere die Strahlentherapie gilt als lebensverlängernde Maßnahme.

3 Millionen Menschen erkranken in Europa jährlich an Krebs. Strahlentherapie ist für viele Krebsarten wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Darmkrebs eine wirkungsvolle Behandlungsoption. "Die moderne Krebstherapie kann nahezu jeden 2. Patienten heilen. Die Strahlentherapie ist für zirka die Hälfte davon verantwortlich bzw. mitverantwortlich", erklärte Univ.-Prof. Dr. Karin Kapp, Leiterin der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der MedUni Graz kürzlich bei einem Pressegespräch anlässlich des Radioonkologen-Kongresses ESTRO in Wien. Die guten Behandlungsergebnisse sind auf die wirkungsvolle Kombination von medikamentöser Therapie und radioonkologischer Behandlung zurückzuführen.

Moderne Radioonkologie - nebenwirkungsarm

Eine Studie der Arbeitsgruppe des SMZ-Ost in Wien konnte an 320 Patienten mit Prostatakrebs zeigen, dass die Nebenwirkungen der Radioonkologie relativ gering sind. 47 % der Männer unter 60 Jahren und 75 % über 60 Jahren hatten schon vor der Therapie mit Erektiler Dysfunktion zu kämpfen. Nahezu 50 % der ursprünglich potenten Männer blieb trotz einer Prostata-Brachytherapie (Strahlungsquelle wird direkt auf den erkrankten Bereich gesetzt) die Potenz erhalten.

Ein Verfahren der Brachytherapie in Kombination mit MRT-Aufnahmen vor und nach der Bestrahlung bei einem Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) stellte Univ.-Prof. Dr. Richard Pötter vor. Dank des MRTs können Tumoren zielgerichtet bestrahlt und die umliegenden Organe besser "ausgespart" werden. Dr. Pötter erklärt: "Der Darm oder die Blase liegen z.B. immer geringfügig anders im Bauchraum. Wenn diese durch ein MRT vor der Strahlentherapie des Gebärmutterhalses genau lokalisiert werden, kann man sicher gehen, dass die Organe keinen Schaden von den Strahlen nehmen."

Strahlentherapie bei Brustkrebs

Auch zu Brustkrebs gibt es signifikante Studienergebnisse: "Die Europäische Krebsforschungsorganisation (EORTC) konnte anhand einer Untersuchung bei 4.000 Krebspatientinnen mit Mammakarzinom nachweisen, dass eine zusätzliche Bestrahlung des Lymphknotens hinter dem Brustbein die Lebensdauer erhöht", betonte Prof. Dr. Daniel Zips, Leiter des Wissenschaftlichen Kongresskomitees und Ärztlicher Direktor der Uni-Klinik für Radioonkologie in Tübingen die Wirksamkeit der Strahlentherapie.

Weiterführende Informationen

Quellen

  • Pressegespräch ESTRO 33, Innovativ, Schonend, Zielgerichtet - Die Zukunft der Strahlentherapie am 07.04.2014 in Wien