Jede 3. Frau: Kein Sport aus Körperscham

Jede 3. Frau: Kein Sport aus Körperscham: Sportlerin sitzt mit Kopf in Händen am Boden und schaut traurig nach unten
Ein negatives Körperbild kann dazu führen, vor Sport zurückzuschrecken. (Alena Ozerova - Fotolia.com)
Ein positives Selbstbild ist für Körper und Geist wichtig. Jede 3. Frau macht etwa keinen Sport, weil sie sich im eigenen Körper unwohl fühlt. Dabei könnte gerade ein gesunder Lebensstil dazu beitragen, sich selbstbewusster zu fühlen.

10 Millionen Frauen sind in Großbritannien unzufrieden mit ihrem eigenen Körper. Sie schämen sich so sehr, dass sie sogar auf Sport verzichten.  Die britische Kampagne "Be Real" beschäftigt sich mit (falschen) Schönheitsidealen und deren Auswirkungen auf die Lebensgestaltung. Sie möchte zeigen, dass nicht alle Frauen jung, weiß und dünn sind, wie das Werbungsmacher suggerieren. Dabei ist unser Gehirn so gepolt, dass schon die Vorstellung eines schöneren Selbst glücklich macht. Ziel der Kampagne ist es deshalb, Gesundheit von Schönheit zu entkoppeln, und Frauen zu ermutigen selbstbewusst an Dinge heranzugehen.

Psychisches Befinden durch negatives Selbstbild gedrückt

Permanent mit seinem Körper unzufrieden zu sein, bestimmt die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden mit. Das Problem mit einem negativen Körperbild besteht darin, dass es das Selbstwertgefühl massiv beeinflussen kann, und das wirkt sich auch auf praktisch alle anderen Lebensbereich aus. In Großbritannien trifft das laut verschiedenen Studien, die im Rahmen der "Be Real" Kampagne in Auftrag gegeben wurden, hochgerechnet auf 10 Millionen Frauen zu. Das entspricht einem Drittel aller Frauen in Großbritannien.

Raus aus dem Teufelskreis: Sport machen!

Insgesamt wurden 2.339 Frauen zu ihrem Selbstbild und ihrer Zufriedenheit befragt. Dabei stellten die Forscher fest, dass über ein Drittel der Frauen sich nicht traut, Sport zu machen, weil sie sich dann verstärkt mit dem Körper auseinander setzen müssen, mit dem sie unzufrieden sind. Das führt jedoch zu einem Teufelskreis: Schließlich kann Sport dazu beitragen, auf gesundem Weg abzunehmen und so Übergewicht entgegenzuwirken. Zudem führt Sport zur Ausschüttung von Glückshormonen, was gerade bei niedrigem Selbstbewusstsein förderlich sein kann. So wird von Sport abgesehen, weil man mit dem Körper unzufrieden ist - doch gerade Sport könnte wahrscheinlich die Gesundheit steigern und die Zufriedenheit verbessern.

Lebensplanung beeinflusst

Unglücklich über den eigenen Körper zu sein, hat laut der Studie erstaunlich weitreichende Konsequenzen auch auf die restliche Lebensplanung:

  • Nach einem Eigenheim- oder Autokauf ist etwa der dritthäufigste Grund für einen Kredit eine Schönheits-OP
  • 31 % der Frauen traut sich laut eigener Aussage nicht, ihren Berufswünschen nachzugehen
  • Ein Viertel fühlt sich in der Partnerwahl und dem Ausleben einer glücklichen Partnerschaft viele gehemmt

Aufgrund dieser weitreichenden Konsequenzen sind die Initiatoren der "Be Real" Kampagne der Meinung, dass eine negative Körperwahrnehmung zu einem Thema der öffentlichen Gesundheit werden muss. Durch frühzeitiges Eingreifen hoffen sie, dass dem derzeitigen Trend entgegengewirkt werden kann.

Quellen

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