Sport im Herbst: 4 Herausforderungen

Wind und Wetter sind kein Grund, um sich in den eigenen vier Wänden zu verkriechen. (Jag_cz - Fotolia.com)

Der Herbst stellt sportlich aktive Menschen vor ein paar Herausforderungen. Wie trotzen Sie kühleren Temperaturen und was sollten Sie vor und nach Erkältungen beachten?

Sport stellt für den Körper eine (kurzfristige) Stressbelastung dar. Kälte fordert wiederum das Immunsystem. 2 triftige Argumente für passionierte Coachpotatoes? Mitnichten! Durch diese Reize entwickelt der Organismus Kompensationsmechanismen, die ihn langfristig stärker machen. Davon profitieren sowohl das Herz-Kreislauf- als auch das Immunsystem. Ein wenig dürfen Sie Ihrem Körper jedoch unter die Arme greifen.

Überblick

Sport im Herbst -  Akute Erkältungen

Der Hals kratzt, die Nase läuft und hin und wieder müssen Sie husten oder niesen? Dürfen Sie mit einer Erkältung Sport treiben oder setzen Sie sich damit einem gesundheitlichen Risiko aus?

Die Herausforderung: Bei einer Erkältung arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren und der Körper ist geschwächt. Kommt durch die intensive, körperliche Belastung ein weiterer Stressfaktor hinzu, kann es zu einer Überlastung des Abwehrsystems kommen. Die Krankheitserreger bekommen so quasi „Narrenfreiheit“ und können auch in andere Körperregionen gelangen. Die Gefahr dabei: Es kann sich eine Herzmuskelentzündung entwickeln.

Was tun? Hören Sie in Ihren Körper hinein. Wenn Sie ein starkes Krankheitsgefühl wahrnehmen, sollten Sie unbedingt eine Pause einlegen. Dasselbe gilt bei Fieber und ärztlich angeordneten Medikamenten wie Antibiotika. In diesen Fällen sollten Sie sich gar nicht belasten. Wenn Sie nur eine leichte Schnupfnase haben und Sie sich fit genug fühlen können Sie Ihr Training hingegen absolvieren. Schalten Sie in jedem Fall einen Gang zurück und zwingen Sie sich nicht zu sportlichen Höchstleistungen. Drosseln Sie Tempo und Umfang.  Maximale Kraftbelastungen sind in jedem Fall tabu. Diese strapazieren das ohnehin angeschlagene Immunsystem.    

Sport im Herbst - Der Wiedereinstieg nach Erkältungen

Vielen Hobbysportlern juckt es nach überstandener Grippe bereits in den Füßen. Entsprechend groß ist die Freude auf den Wiedereinstieg. Ab wann bekommen Sie grünes Licht dafür? 

Die Herausforderung: Fieber kann sich auf das Herz schlagen. Wer zu früh mit dem gewohnten Training beginnt, riskiert eine Herzmuskelentzündung. Die Myokarditis kann zu Herzrhythmusstörungen führen und lebensgefährliche Ausmaße annehmen. Das Gefahrenpotential wird durch die Tatsache erhöht, dass der Körper oft keine Warnsignale dafür entsendet.
Auch die Einnahme von Antibiotika birgt Risiken: Antibiotika schädigen die Darmflora und machen anfälliger für neue Infekte. 

Was tun? Bevor Sie wieder Ihre Laufschuhe schnüren, sollten Sie sicherstellen, dass die Grippe wirklich vollständig auskuriert ist. Heißt also: Sie sollten auch ohne Einnahme von Grippemedikamenten beschwerdefrei sein. Beginnen Sie auch nicht unmittelbar nach Abklingen der Symptome mit dem Training, sondern schonen Sie sich noch ein paar Tage. Damit geben Sie Ihrem Körper ausreichend Zeit, um die Krankheitserreger vollständig abzuwehren und neue Kräfte zu sammeln. 

Sport im Herbst - Die Kleidungsfrage

Warm und kuschelig darf sie sein, die Bekleidung an kühlen Tagen. Was für den Fußweg in den Supermarkt gilt, ist beim Outdoortraining jedoch kontraproduktiv. Wie finden Sie das bekleidungstechnische Mittelding zwischen „zu viel“ und „zu wenig“?

Die Herausforderung: Ein dicker unter einem Anorak getragener Baumwollpulli saugt sich im Lauf der Zeit mit Schweiß voll. Die Feuchtigkeit kann nicht mehr nach außen abgegeben werden und staut sich unter der Oberbekleidung. Durch den kalten Schweißfilm auf der Haut steigt das Erkältungsrisiko.

Was tun? Setzen Sie auf den "Zwiebelschalen-Look". Zwischen den einzelnen Kleidungsschichten bilden sich dünne Luftpolster. Sie werden durch die Eigenwärme des Körpers aufgewärmt und bilden so einen effektiven Schutz. Ideal ist atmungsaktive und feuchtigkeitsabweisende Funktionskleidung. 

Sport im Herbst - Kühle Temperaturen

Für gesunde Menschen wird Kälte erst ab einer Temperatur von minus 10 Grad zur Herausforderung. Heißt: Kühlere Temperaturen sind nicht per se ungesund. Im Gegenteil: Der Wechsel von Wärme und Kälte kurbelt das Immunsystem an und beugt somit Erkältungen vor.

Die Herausforderung: Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, wodurch der Herzmuskel unter Umständen schlechter durchblutet wird. Dies kann vor allem für Herzpatienten zum Problem werden. Auch bei Menschen mit Asthma und COPD können sich die Beschwerden bei Kälte verschlimmern. Menschen mit Grunderkrankungen sollten Ihr Training deshalb besser nach innen verlegen.

Was tun? Kälte und Feuchtigkeitsverlust reizen die Schleimhäute - sie kühlen und trocknen leichter aus. Bakterien haben dann leichtes Spiel. Versuchen Sie daher auf die richtige Atmung zu achten: Bei tiefen Temperaturen sollte gleichmäßig durch die Nase eingeatmet werden. Auf diese Weise wird die Luft gefiltert, angefeuchtet und erwärmt.

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Quellen

  • Stark - unser Immunsystem, M. Manych, G. Vogel, Trias Verlag, 1. Auflage, Stuttgart, 2010
  • Gesund durch Sport, J. Beuth, Haug-Verlag, 1. Auflage, Stuttgart, 2008

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