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Sperma-Allergie: Gibt es sie wirklich?

Sperma-Allergie: Gibt es sie wirklich?: Ein Paar versteckt sich unter der Bettdecke. Die Füße sehen hervor und haben traurige Smileys auf die Zehen gemalt.
Eine Sperma-Allergie kann das Sexualleben um einiges komplizierter machen. (Barabas Attila - Fotolia.com)

Sehen Sie sich als Frau nach dem Sex regelmäßig mit Symptomen wie Juckreiz oder Brennen im Intimbereich konfrontiert? Eine Ursache könnte die relativ unbekannte Sperma-Allergie sein.

Wenn man Sperma-Allergie das erste Mal hört, klingt der Begriff wohl wie ein schlechter Witz. Es gibt sie aber tatsächlich und lustig ist sie mit Sicherheit nicht. Die Allergie kann das Sexualleben erheblich komplizieren, die Symptome können von kurzfristiger Übelkeit bis hin zu tagelangen Beeinträchtigungen reichen. Da sie Ärzten noch nicht allzu lang bekannt ist, sind die Behandlungsmöglichkeiten noch sehr unausgereift.

Symptome: Juckreiz und Übelkeit

Bei Frauen ist die Sperma-Allergie vermutlich auf das sogenannte prostata-spezifische Antigen (PSA) zurückzuführen, das nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen vorkommt. Innerhalb kurzer Zeit nach dem Geschlechtsverkehr kann es dann im Intimbereich zu Juckreiz, Brennen und Schwellungen kommen. Oralverkehr kann dementsprechend Pusteln auf der Zunge und eine gereizte Mundschleimhaut auslösen. In manchen Fällen sind auch extremere Symptome möglich, wie etwa Durchfall oder Erbrechen.

Männer auf eigenes Sperma allergisch

Aber auch Männer sind von dem Problem betroffen: Etwa 0,25% haben das Postorgasmic Illness Syndrome (POIS). Unter dieser Bezeichnung versteht man eine Allergie gegenüber dem eigenen Sperma. Zu den Symptomen dafür zählen starke Müdigkeit, Fieber, Augenbrennen und Kopfschmerzen, all diese Beschwerden treten bereits in der ersten halben Stunde nach dem Samenerguss auf. In manchen Fällen können diese Probleme bis zu sieben Tage lang anhalten. Die Betroffenen müssen ihr Sexualleben so anpassen, dass sie im Arbeits- und Sozialleben möglichst wenig von den Symptomen behindert werden. Viele verzichten in diesem Zusammenhang fast vollständig auf Geschlechtsverkehr bzw. Masturbation.

Therapie bei Sperma-Allergie

Bei Frauen gibt es eine sehr einfache Lösung, um trotz der Allergie Sex haben zu können: Kondome! Komplizierter wird es freilich, wenn ein Kinderwunsch vorliegt. In diesem Fall muss das Sperma des Partners in einem Labor vom Ejakulat getrennt werden, um eine Befruchtung zu ermöglichen. Weitaus schwieriger ist die Behandlung des POIS, zudem dieses Gebiet immer noch weitestgehend unerforscht ist. Erfolgreiche Therapieversuche wurden mit einer Hyposensibilisierung durchgeführt, bei der die Betroffenen intensiv an die Samenflüssigkeit gewöhnt wurden.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Quellen

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