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Sextortion: Immer mehr Betroffene

Frau aus Computer verführt Mann
Immer häufiger werden von Erpressern sexuelle Handlungen über die Webcam mitgefilmt. (alphaspirit-Fotolia.com)

Erpressungen mit Video-Chats nehmen zu, die Videos werden bei Online-Flirts meist mit Männern bzw. männlichen Jungendlichen heimlich erstellt. Oft hilft es, die Webcam abzudecken bzw. Anzeige zu erstatten.

Der Ausdruck Sextortion setzt sich aus den Begriffen "Sex" und "Extortion" - also Erpressung - zusammen. Dabei nehmen Unbekannte über Facebook, WhatsApp, Tinder, Lovoo, Spiele-Netzwerke etc. Kontakt zu ihren meist männlichen Opfern auf und überreden sie, die Unterhaltung in einem Video-Chat fortzusetzen. Schon nach kurzer Zeit werden die Betroffenen dazu animiert, sich nackt auszuziehen oder sexuelle Handlungen vor der Webcam durchzuführen.

Mit Webcam aufgezeichnet

Diese werden von den Betrügern aufgezeichnet und dienen später als Erpressungsgrundlage. Bei den attraktiven Chatpartnern handelt es sich um Lockvögel, oft sogar um Videoeinspielungen. Die Erpresser fordern schließlich ihre Opfer zu Geldzahlungen auf und drohen, die Aufnahmen ansonsten im Internet zu verbreiten oder direkt an deren Freundeslisten zu schicken. Häufig übermitteln die Täter einen Link zu einem YouTube-Video, das noch nicht öffentlich zugänglich ist und jederzeit freigeschaltet werden kann. Auch mit der Veröffentlichung auf Pornowebsites wird gedroht.

In Österreich betragen die Forderungen bei Jugendlichen rund 100,- Euro, bei Erwachsenen bewegen sie sich in einer Größenordnung zwischen 500,- und 1.000,- Euro. Verlangt wird eine Bezahlung mit anonymen Bargeldtransferdiensten oder Prepaid-Zahlungsmitteln. Bei jungen Opfern kann es auch passieren, dass die Täter anstelle eines Geldbetrages weitere Nacktaufnahmen fordern. Bei den Erpressern handelt es sich meist um international organisierte Banden.

So gelingt es Sextortion-Fallen zu vermeiden

  • Seien Sie skeptisch, wenn besonders attraktive, wildfremde Personen mit Ihnen zu offensiv zu flirten beginnen.
  • Ein wichtiges Alarmsignal ist auch, wenn neue Online-Bekanntschaften rasch auf Skype etc. wechseln wollen.
  • Wenn es im Video-Chat allzu schnell "zur Sache" geht, seien Sie besonders vorsichtig und brechen Sie die Unterhaltung am besten ab.
  • Decken Sie Ihre Webcam ab, solange Sie nicht sicher sind, dass Sie Ihrem Gegenüber vertrauen können.
  • Denken Sie daran, alles was Sie vor der Webcam machen, kann Ihr Gegenüber aufzeichnen.
  • Wichtig ist es auch, sichere Privatsphäre-Einstellungen in Sozialen Netzwerken zu wählen.

Wenn man bereits erpresst wird

  • Auf keinen Fall auf die Forderungen eingehen, kein Geld überweisen
  • Brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab, blockieren Sie die Personin Ihrer Freundesliste und melden Sie das Profil beimPlattformbetreiber.
  • Sichern Sie Beweise wie Chat-Protokoll oder E-Mail-Verkehr.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Falls Fotos oder Videos von Ihnen im Internet auftauchen sollten, wenden Sie sich rasch an die Plattformbetreiber. Der Internet Ombudsmann unterstützt Sie bei der Entfernung.
  • 147 Rat auf Draht berät Jugendliche und ihre Bezugspersonen kostenlos, wie sie mit derunangenehmen Situation am besten zu Recht kommen können.
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