Richtig Schwimmen

Schwimmen: schwimmende Person
Regelmäßiges Schwimmen hat einen positiven Effekt auf Muskeln, Gelenke und Ausdauer. (Q - Fotolia.com)

Schwimmen ist ein Ganzkörpertraining, das sowohl die Muskulatur kräftigt als auch das Herz-Kreislaufsystem stärkt. 

Wer an Erkrankungen der Lunge, wie Asthma, leidet, dessen Atemleistung und subjektives Wohlbefinden kann sich durch regelmäßiges Schwimmen verbessern. Selbst Menschen mit Vorerkrankungen an den Gelenken können diese Sportart ausüben, weil durch die hohe Dichte des Wassers auf den Körper nur ein Bruchteil unseres Gewichts zu Tragen kommt. Schwimmen kann das ganze Jahr über ausgeführt werden.

Überblick 

Der Schwimmeinstieg

Gerade beim Schwimmen ist ein ausreichendes Aufwärmprogramm essentiell - noch wichtiger als beim Laufen oder Radfahren, um Überlastungen und Verletzungen zu vermeiden. Koordination und Ausdauer hängen beim Schwimmen zusammen: Nur wer koordiniert schwimmt, kann auch ausdauernd schwimmen. Das wird Schwimmanfängern in Schwimmkursen gelehrt.

(Ganz anders verhält es sich mit dem Babyschwimmkurs: Das Abtauchen ins Wasser empfinden viele Babys als angenehm, das Schwimmen selbst lernen sie dabei jedoch nicht.)

Schwimmen: Positive Auswirkung auf Gesundheit

Regelmäßiges Schwimmen hat einen positiven Effekt auf Muskeln, Gelenke, Ausdauer und Kondition und wirkt auch präventiv:

  • Herz-Kreislauf: Schwimmen hat eine positive Wirkung auf das Herz: Der venöse Rückfluss wird durch den Wasserdruck entlastet. Das funktioniert nur, wenn das Wasser nicht zu warm ist: 24-25 Grad sind optimal, ab 30 Grad geht diese Wirkung verloren. Dadurch ist aber auch die Herzfrequenz beim Schwimmen trügerisch gering - Schwimmen ist meist gar nicht so locker, wie viele glauben und entspricht eher einem intensiveren Ausdauertraining.
  • Rückenbeschwerden: Aus orthopädischer Sicht ist Schwimmen gesund - Dadurch dass wir im Wasser nur ein Zehntel unseres Gewichts mit uns tragen, werden beim Sport im Wasser Sehnen, Gelenke, Bänder und Knorpel geschont.
    Besonders Kraulschwimmen und Rückenschwimmen ist ideal - Brustschwimmen ist besonders für die Halswirbelsäule und die Kniegelenke belastend.
  • Übergewicht: Schwimmen hilft beim Abnehmen.

Schwimmen für Erkrankte

Durch regelmäßiges Schwimmen kann sich die Atmung von Atemerkrankten verbessern, Menschen mit Gelenksschäden können sich im Wasser leichter bewegen und bei Durchblutungsstörungen wird die Durchblutung verbessert. Nicht geschwommen werden sollte bei Ohrenbeschwerden wie Mittelohrentzündung und einer erhöhten Empfindlichkeit auf Pilzerkrankungen. Bei Hauterkrankten kommt es auf das Wasser an: Für Neurodermitiker und Psoriatiker ist Chlorwasser weniger optimal, Meerwasser verbessert die Beschwerden. Für Psoriasis-Betroffene gibt es die Möglichkeit eines Kuraufenthalts am Toten Meer.

Physiotherapie im Wasser

Physiotherapeutische Maßnahmen im Wasser eignen sich gezielt bei Arthritis, Osteoporose oder nach Operationen (z.B. am Knie). Letztere verfolgt das Ziel des Muskelaufbaus, ohne die Gelenke zu belasten. Das ist mit einem Physiotherapeuten abzuklären.

Richtig schwimmen

Diverse Schwimmstile sorgen für Abwechslung beim Breitensport Schwimmen. Wer sich einen falschen Schwimmstil antrainiert hat, kann sich durch falsche Belastung schaden.

  • Brustschwimmen ist der am meisten ausgeübte Schwimmstil. Wer dabei über Nackenschmerzen klagt, schwimmt nicht entspannt, und das kann Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule auslösen. Das Einatmen über Wasser und Ausatmen unter Wasser entlastet den Nacken beim Brustschwimmen. Die falsch ausgeführte Beinschere kann zu Fehlbelastungen des Beckens führen und belastet die Hüftgelenke und Kniegelenke. Mit einem Schwimmbrett kann die richtige Bewegung gut geübt werden.
  • Rückenschwimmen: Am besten für Wirbelsäule und Gelenke ist das Rückenschwimmen; wenn der Kopf gerade im Wasser gehalten wird - als Verlängerung zur Wirbelsäule.
  • Kraulen: Viele strecken den Kopf zu hoch aus dem Wasser - dadurch ergeben sich Nackenschmerzen.

Ausrüstung fürs Schwimmen

Schwimmen ist in der Anschaffung der Ausrüstung sehr günstig und die richtige Schwimmbekleidung leicht gefunden: Mit Schwimmhose, Bikini und Badeanzug kann der modischen Leidenschaft gefrönt werden.

Schwimmbrille als Augenschutz

Wer in Chlorwasser tauchen will, sollte sich eine Schwimmbrille zulegen, um Augenreizungen vorzubeugen.

Schwimmbretter können zur Technikverbesserung verwendet werden, während Schwimmflügerl Schwimmanfänger noch beim Über-Wasser-Halten unterstützen.

Gefahren beim Schwimmen

Blaue Flecken gibt’s nur beim Zusammenstoß mit dem Beckenrand. Ansonsten ist das Verletzungsrisiko beim Schwimmen so gering wie bei keiner anderen Sportart. Adipösen Menschen und solchen mit Gelenkserkrankungen kommt die Leichtigkeit im Wasser zugute: Muskeln und Gelenke werden nicht überstrapaziert, Zerrungen und Risse kommen praktisch kaum vor.

Pilze beim Schwimmen

Für Frauen wichtig: Gleich nach dem Schwimmen raus aus dem nassen Badeanzug! So können Scheidenpilze und bakterielle Vaginosen vermieden werden.

Im Schwimmbad, wo viele Leute barfuß gehen, ist das Risiko höher, sich Fußpilz einzutreten, denn in die feuchte, aufgeweichte Haut können die Erreger des Fußpilzes leichter eindringen. Badeschuhe können vorbeugend helfen.

Wadenkrämpfe

Eine der größten Gefahren für Schwimmer sind Krämpfe - Sie entstehen häufig durch Überanstrengung oder falsche Schwimmbewegungen. Die richtige Reaktion: Nicht in Panik ausbrechen und am besten in Rückenlage an den Beckenrand oder ans Ufer schwimmen! Gut ist es auch, zu einer anderen Bewegungsfolge zu wechseln und wenn möglich die betroffenen Muskeln zu dehnen.

Nicht nach dem Essen?

Dass Schwimmen nach dem Essen gesundheitsgefährdend ist, liegt im Bereich der Mythen. Vorsicht ist nur bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen und bei Älteren geboten. Die Doppelbelastung durch Verdauung und Bewegung könnte bei dieser Personengruppe zu einem Kollaps führen. Es wird aber trotzdem nicht empfohlen, nach einer üppigen Mahlzeit schwimmen zu gehen.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Sylvia Neubauer
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Quellen

Mehr zum Thema