Kosten Schwangerschaft - was zahlt die Krankenkasse?

Kosten Schwangerschaft - was zahlt die Krankenkasse?: Schwangere mit e-card
Manche Leistungen übernimmt die Krankenkasse, für andere müssen die werdenden Eltern selbst aufkommen. (Johannes Hloch)
Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, und in den allermeisten Fällen treten auch keine Komplikationen auf. Dennoch ist eine regelmäßige Kontrolle empfehlenswert, um sicherzustellen, dass es Mutter und Kind gut geht.

Manche Leistungen übernimmt die Krankenkasse, für andere müssen die werdenden Eltern selbst in die Tasche greifen. So werden z. B. alle Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sowie die Geburt in einem öffentlichen Krankenhaus von den Krankenkassen übernommen. Wer hingegen Extraleistungen wie pränataldiagnostische Untersuchungen, Geburtsvorbereitungskurse oder eine Schwangerschaftsbegleitung durch eine Hebamme in Anspruch nehmen möchte, muss für diese Kosten selbst aufkommen.

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen

Um die Gesundheit von Mutter und Baby laufend zu kontrollieren und eventuell auftretende Probleme möglichst frühzeitig zu erkennen, werden in regelmäßigen Abständen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen durchgeführt. Dazu zählen nicht nur gynäkologische Untersuchungen, sondern auch Blutkontrollen auf Infektionen oder ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes. Die Kosten für dieses Programm übernehmen die jeweiligen Krankenkassen, sofern sie bei Vertragsärzten durchgeführt werden.

Ultraschalluntersuchungen

3 Ultraschalluntersuchungen sind im Mutter-Kind-Pass enthalten. Oft wollen Eltern ihr Baby aber bei jedem Arztbesuch sehen. Viele Ärzte bieten dafür eine Pauschale an. Diese bewegt sich häufig zwischen 50 und 200 Euro.

Pränataldiagnostik

Besteht keine medizinische Notwendigkeit wie z. B. ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenschädigung aufgrund familiärer Vorbelastung, muss die Schwangere die Kosten der Pränataldiagnostik selbst tragen. Bei einem erhöhten Risiko oder wenn der Arzt nach einer pränataldiagnostischen Untersuchung eine weitere Untersuchung aufgrund von Auffälligkeiten verordnet, kann die Krankenkasse die Kosten dafür übernehmen

Viele Krankenhäuser bieten ihren angemeldeten Schwangeren kostenlos eine Nackenfaltenmessung zwischen der 11. und 14. SSW an, in einigen Häusern ist auch ein Organscreening zwischen der 22. und der 24. SSW möglich.

Einige Ärzte oder spezielle Zentren haben sich ebenfalls auf die Methoden der Pränataldiagnostik spezialisiert. Erkundigen Sie sich genau über die Dauer der Untersuchung, was gemacht wird, mit welchen Geräten untersucht wird und ob im Falle einer positiven Diagnose noch eine Nachbetreuung inkludiert ist. Die Preise für ein Organscreening schwanken z. B. zwischen 90 und 250 €.

Schwangerenvorsorge durch Hebammen

Mittlerweile haben Frauen in Österreich die Möglichkeit, im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen eine Hebammen-Sprechstunde kostenlos in Anspruch zu nehmen. Diese findet zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche statt. Für weitere Betreuung durch eine Hebamme ist im Schnitt mit Kosten von € 50,- pro Stunde zu rechnen.

Weitere Kosten

Doch es bleibt nicht nur bei den Kosten für die medizinische Versorgung durch Ärzte und Kliniken. In der Schwangerschaft wird die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Außerdem ist der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses sowie einer Schwangerschaftsgymnastik ratsam.

Geburtsvorbereitungskurse

Diese werden von den Geburtenabteilungen der Krankenhäuser, Hebammen, Volkshochschulen oder von Vereinen durchgeführt und sind selbst zu bezahlen. Die Kosten dafür schwanken zwischen € 100,- und 150,-.

Schwangerschaftsgymnastik

Wird in den Krankenhäusern, bei Hebammen, in Eltern-Kind-Zentren oder bei privaten Vereinen angeboten und ist selbst zu bezahlen. In den Krankenhäusern und in den Eltern-Kind-Zentren werden diese aber häufig sehr günstig angeboten. Im Schnitt muss man pro Stunde zwischen € 7,- und 15,- rechnen.

Nahrungsergänzungsmittel

Die Einnahme von Folsäurepräparaten, Magnesium oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln während der Schwangerschaft wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Variiert je nach Präparat und Menge zwischen € 10,- und 30,-.

Die Kosten einer Geburt

Bringt eine Frau ihr Kind in einem öffentlichen Krankenhaus zur Welt, werden die Kosten gänzlich von der Krankenkasse übernommen. Das gilt auch für eine Hausgeburt mit einer Hebamme mit Kassenvertrag. Bei Geburten in Privatspitälern, in Geburtshäusern oder bei Hausgeburten mit Hebamme ohne Kassenvertrag beteiligen sich die Kassen anteilsmäßig. Wer das Spital vor dem vierten Tag nach der Geburt verlässt, hat Anspruch auf Hausbesuche durch die Hebamme.

Kosten bei einer Geburt in einem öffentlichen Krankenhaus

Bei stationärer Aufnahme in einem öffentlichen Krankenhaus zum Zweck der Entbindung ist nichts zu bezahlen. Verlässt die Mutter das Krankenhaus vor dem vierten Tag nach der Entbindung, bekommt sie täglich einen Hebammenbesuch bis zum fünften Tag nach der Entbindung von den Krankenkassen finanziert. Besteht weiterer Betreuungsbedarf, sind noch bis zu 7 weitere Hausbesuche bis zum Ende der achten Woche nach der Geburt möglich.

Bei Kaiserschnitten, Mehrlingsgeburten und Frühgeburten wird bei Entlassungen vor dem sechsten Tag nach der Geburt pro Tag ein Hebammenbesuch gezahlt, und zwar bis zum sechsten Tag nach der Geburt. Besteht weiterer Betreuungsbedarf, sind noch bis zu 7 weitere Hausbesuche bis zum Ende der achten Woche nach der Geburt möglich.

Bei einer Kassenhebamme werden die Kosten direkt mit der Krankenkasse verrechnet, bei einer Wahlhebamme muss die junge Familie zuerst die Kosten übernehmen und bekommt 80 % des derzeit gültigen Kassentarifs zurückerstattet.

Die Kosten für die Betreuung durch eine eigene Hebamme oder einen Gynäkologen während der Geburt und deren Rufbereitschaft werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

Auch die Kosten für die Betreuung einer Doula (Geburtsbegleiterin) vor, während oder nach der Geburt werden nicht übernommen.

Kosten bei einer Geburt in einem privaten Krankenhaus

Einige private Krankenanstalten haben Direktverträge mit den Sozialversicherungen abgeschlossen. Im Falle einer Entbindung dort rechnen die Kassen nach ihrem Tarif direkt mit dem Krankenhaus ab. Für zusätzliche Kosten muss man selbst aufkommen. Inklusive Arztkosten können dann zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 4500 € für die Mutter entstehen, außer man besitzt eine Zusatzversicherung.

Zusatzversicherungen

Welche Leistungen von einer Zusatzversicherung zu erwarten sind, variiert je nach Vertrag und Versicherung: In einigen Fällen werden die Kosten einer ambulanten Betreuung durch einen Wahlarzt ganz oder zum Teil übernommen, in anderen Fällen eine stationäre Betreuung (im Privatspital) ganz oder zum Teil oder beides.

In öffentlichen Krankenhäusern bekommen Versicherte mit Zusatzversicherung üblicherweise ein Einbettzimmer.

Kosten bei einer ambulanten Geburt

Für eine ambulante Geburt in einem öffentlichen Krankenhaus ist nichts zu bezahlen. Zusätzlich stehen der Mutter 2 Hausbesuche einer Hebamme bzw. Sprechstunden in der Hebammenordination im Verlauf der Schwangerschaft zu. Nach der Geburt übernimmt die Krankenkasse täglich einen Hausbesuch vom ersten bis zum fünften Tag danach. Besteht weiterer Betreuungsbedarf, sind noch bis zu 7 zusätzliche Hausbesuche bis zum Ende der achten Woche nach der Geburt möglich.

Bei einer Kassenhebamme werden die Kosten direkt mit der Krankenkasse verrechnet, bei einer Wahlhebamme müssen die Eltern zuerst die Kosten übernehmen und bekommen 80 % des derzeit gültigen Kassentarifs zurückerstattet.

Kosten bei einer Hausgeburt oder Geburt im Geburtshaus

Im Falle einer Hausgeburt bezahlt die Krankenkasse:

  • Bis zu 4 Hausbesuche oder Sprechstunden bis Ende der 40. Schwangerschaftswoche
  • Die Kosten für die Geburt
  • Täglich 1 Hausbesuch vom ersten bis zum fünften Tag nach der Geburt
  • Noch bis zu 7 weitere Besuche oder Sprechstunden

Bei einer Kassenhebamme werden die Kosten direkt mit der Krankenkasse verrechnet, bei einer Wahlhebamme müssen Sie zuerst die Kosten übernehmen und bekommen 80 % des derzeit gültigen Kassentarifs zurückerstattet.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Petra Welskop

Hebamme

Präsidentin des Österreichischen Hebammen-Gremiums (ÖHG)

Quellen

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