Schlaf als Alzheimer-Vorbeugung

Alzheimer Prävention: Mann schläft
Durchgehender und regelmäßiger Schlaf kann Alzheimer vorbeugen. (Robert Kneschke - Fotolia.com)

Worauf Tierversuche seit längerem hindeuten, wurde nun bei Menschen bestätigt: mangelnder Schlaf kann das Alzheimer-Risiko erhöhen. Die neurologischen Mechanismen, die hinter diesem Zusammenhang stehen, wurden nun von einer niederländischen Universität beleuchtet.

Das Ergebnis: Nur im Schlaf kann ein Selbstreinigungsprozess des Gehirns ablaufen, der vor Alzheimer schützt. Tagsüber sammeln sich im Gehirn Schadstoffe an, die eine Alzheimerentwicklung fördern bzw. beschleunigen können. Nachts werden diese Stoffe abgebaut. Ist jedoch der Schlafrhythmus gestört, wird der Abbau der Stoffe verlangsamt, und es kommt zu schädlichen Ablagerungen.

Alzheimer-Botenstoffe werden im Schlaf abgebaut

Besonders eine Substanz, das sog. Beta-Amyloid, wurde in der Studie der Universität Nijmegen beobachtet. Im gesunden Menschen dient das Beta-Amyloid Protein der Informationsverarbeitung und erfüllt somit einen notwendigen Zweck. Zu viele Beta-Amyloid Ablagerungen dahingegen sind ein Symptom der Alzheimererkrankung. Die Proteine lagern sich dabei außerhalb von Zellen in der grauen Gehirnsubstanz ab und schädigen so den Organismus. Bisher ungeklärt war, ob Alzheimerbetroffene übermäßig sog. "senile Plaques" bilden, oder diese lediglich schlechter abbauen.

Schlafentzug führt zu Schadstofferhöhung im Gehirn

Dr. Sharon Ooms und ihre Kollegen gingen dieser Frage nach, indem sie 26 gesunde männliche Studienteilnehmer zwischen 40 und 60 Jahren per Zufall in zwei Gruppen teilten und ihre Beta-Amyloid-Werte maßen. Mithilfe eines Katheters entnahmen sie dazu mehrmals Gehirnflüssigkeit. Während die Hälfte der Probanden regulär schlafen durften, wurde die andere Hälfte 24 Stunden am Stück wach gehalten, um mögliche Veränderungen der Werte durch den Schlafentzug sichtbar zu machen. Bei den 13 Männern, die in der Studie durchgehend schlafen durften, kam es zu einem Abfall der Beta-Amyloide um ganze 6%. Bei jener Gruppe, die nicht schlief, blieb der Wert dahingegen konstant hoch.    

Für die Autoren der Studie, die im Fachmagazin "JAMA Neurology" veröffentlicht wurde, ist daher klar: Chronischer Schlafmangel kann zu Alzheimer führen.

Quellen

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