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Auch Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken

Auch Nichtraucher können durch viel passives Rauchen gefährdet sein, an Lungenkrebs zu erkranken. (Kitty - Fotolia.com)

Lungenkrebs führt jährlich zu mehr als 3.600 Todesfällen in Österreich. Mit rund 4.600 Menschen, die jedes Jahr neu an Lungenkrebs erkranken, ist er einer der häufigsten Krebserkrankungen hierzulande.

Alarmierend: Immer mehr Frauen sind von Lungenkrebs betroffen, da immer mehr Frauen rauchen - so hat sich laut Statistik Austria die Zahl der Patientinnen seit den 80er Jahren pro Jahr mehr als verdoppelt, während es bei den Männern kaum Veränderungen gibt.

Lungenkrebs: auch bei Nichtrauchern?

Was viele nicht wissen: "Auch wenn Rauchen der Hauptrisikofaktor ist, können auch Nichtraucher an Lungenkrebs erkranken (zirka 15%). Passivrauchen, Luftverschmutzung oder andere umwelt - oder auch arbeitsbedingte Belastungen (Staub, Asbest, Teer u.a.) sind nur einige der Risikofaktoren, die zur Entstehung eines bösartigen Lungentumors führen können. Ein familiäres Risiko entsprechend einer genetischen Belastung spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle", so Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe vom Wilhelminenspital, Wien.

Früherkennung sehr wichtig

Entscheidend ist die Früherkennung der Krankheit. Passiert dies nicht, breitet sich der Lungenkrebs im restlichen Körper aus und erschwert die Therapie. In einer Umfrage war die Mehrheit der Österreicher fähig, auffällige Symptome wie einen lang andauernden Husten oder einen blutigen Auswurf zu identifizieren. Anscheinend harmlose Symptome wie Gewichtsverlust, Schwächegefühl und Heiserkeit wurden seltener erkannt.

Zielgerichtete Immuntherapien

Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, AKH/Medizinische Universität Wien: "Es gibt nicht nur eine Form von Lungenkrebs, die beiden häufigsten Arten sind die nicht-kleinzellige Form, die zirka 85% der Fälle ausmacht, und die kleinzellige Form. Letztere wächst besonders schnell und macht zirka15% aller Lungenkrebsfälle aus. Die Behandlung hat in den letzten Jahren durch zielgerichtete Therapien, die bei bestimmten Mutationen einsetzbar sind, und vor allem durch die Immuntherapie große Fortschritte gemacht. Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse gibt es immer noch viel zu tun. Der nächste Schritt sind Kombinationstherapien, die in ersten Studien auf verbesserte Überlebensraten hinweisen."

Quellen

  • Pressekonferenz Lungenkrebs und die Zukunft der Immunonkologie, AKH Wien

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