Listerien in Milchprodukten

Listerien in Milchprodukten: Listerien unter dem Mikroskop
Listerien sind stäbchenförmige Bakterien und können vor allem Immunschwache sehr krank machen. (Sagittaria - Fotolia.com)
Immer wieder berichten Medien über schwer Erkrankte und sogar Todesopfer durch Listerien-belastete Milchprodukte. Listerien sind Bakterien, die schweren Durchfall und Bauchschmerzen verursachen.

Bisher betroffen vom Listerienbefall war vor einigen Jahren ein bestimmter Quargel-Käse, jüngst handelt es sich um Mozzarella einer einzelnen Marke, bei dem in Proben Spuren der gefährlichen Bakterien nachgewiesen wurden. Die Verantwortlichen haben sofort einen Rückruf des Produkts veranlasst, um Erkrankungen von Konsumenten zu verhindern.

Vorkommen von Listerien

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die vielerorts in der Natur vorkommen. Die meisten sind unschädlich für den Menschen, die Art Listeria monocytogenes ist jedoch alles andere als harmlos. Die Keime kommen in Lebensmitteln wie:

  • Rohmilch
  • Weichkäse
  • Räucherfisch und -fleisch vor.

Diese Nahrungsmittel müssen deshalb unter strengen Hygienevorschriften produziert werden, um Erkrankungen auszuschließen. Dass Listerien hin und wieder doch in Lebensmitteln nachzuweisen sind, stellt eine absolute Seltenheit dar und ist auf ungewöhnliche Umstände bzw. Zwischenfälle in der Produktion zurückzuführen.

Symptome der Listeriose

Listerien der Art Listeria monocytogenes lösen beim Menschen die sogenannte Listeriose aus. Symptome sind starke Bauchschmerzen und heftiger Durchfall. Gefährlich ist die Erkrankung besonders für Immungeschwächte (z.B. aufgrund einer Krebserkrankung bzw. einer Chemotherapie) und Schwangere. Ältere Menschen und Immunschwache können im Laufe einer Listeriose eine Gehirnhautentzündung entwickeln, die auch tödlich verlaufen kann. Bei Schwangeren sind ein Schwangerschaftsabbruch und sogar eine Totgeburt mögliche Folge einer Listerien-Infektion. Schwangere sollten daher unbedingt auf Produkte wie Rohmilch, rohes Fleisch (z.B. Beef Tartare) und rohen Fisch (z.B. Sushi) verzichten.

Produktrückrufe ernst nehmen

Wenn Lebensmittelhersteller Produkte aufgrund von nachgewiesenen Listerien zurückrufen, überprüfen Sie Ihren Kühlschrank auf die genannten Lebensmittel. Bringen Sie das Produkt ins Geschäft zurück, den Preis bekommen Sie rückerstattet. Haben Sie schon etwas von dem belasteten Nahrungsmittel verzehrt, wenden Sie sich zur Sicherheit umgehend an einen Arzt.

Auch andere Keime lauern in Nahrungsmitteln

Nicht nur Listerien können zu unagenehmen oder sogar gefährlichen Erkrankungen führen, auch folgende Keime können bestimmte Lebensmittel belasten:

Keime

Wo lauern sie?

Was verursachen sie?

Listerien

Rohmilch, Weichkäse, Räucherfisch und -fleisch

Listeriose: Bauchschmerzen, heftiger Durchfall; bei Risikopatienten Gehirnhautentzündung

Salmonellen

Muscheln, Eier, Fisch, Fleisch, Mayonnaise, Torten, Eis etc.

Lebensmittelvergiftung: starke Bauchschmerzen, flüssiger Durchfall, Übelkeit, hohes Fieber, Schüttelfrost

Campylobacter

Rohes Hühnerfleisch, rohes Faschiertes, Milch; Tierkot

Heftiger Durchfall, Kopf- und Gliederschmerzen

entero-hämorrhagischen Escherichia coli (EHEC)

Tierkot; unzureichend gegartes Fleisch, Rohmilch, Rohmilchkäse, Obst und Gemüse, das mit Tierdung in Kontakt war, verseuchtes Wasser

Krampfartige Bauchschmerzen, wässriger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, in seltenen Fällen Blut im Stuhl (Darmentzündung)

Shigellen

Trinkwasser, Lebensmittel, Insekten, Übertragung über ungewaschene Hände (Kot)

Shigellen-Ruhr: wässriger, eitriger, blutiger Durchfall, Bauchkrämpfe, Koliken, Fieber

Quellen

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