Wie lange halten Lebensmittel wirklich?

Haltbarkeit: Nudeln

Spaghetti, Tagliatelle oder Lasagne-Blätter - getrocknete Nudeln und Pasta sind noch monatelang nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar. Dazu müssen sie trocken und dunkel gelagert werden. (whitestorm - Fotolia.com)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt aus, wie lange ein Lebensmittel "optimale" Konsistenz, Farbe und Geschmack hat. Verdorben ist es nach Ablauf zumeist aber nicht. Wie lange ist unser Essen tatsächlich halt- und genießbar?

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, landen Joghurt, Tee, Reis oder Aufstrich oft im Müll. Dabei wären viele der verschmähten Nahrungsmittel noch essbar und längst nicht "abgelaufen". Anders ist es mit dem z.B. auf Fleischverpackungen aufgedruckten Verbrauchsdatum. Diese Lebensmittel sollten bis zum angegebenen Zeitpunkt auch tatsächlich verzehrt werden. Täglich werden große Mengen an eigentlich noch Essbarem entsorgt und somit verschwendet - das muss nicht sein. Mit wissenswerten Tipps können Sie Geld sparen und etwas für die Umwelt tun.

Welche Lebensmittel halten länger?

In der gesamten EU werden pro Jahr etwa 89 Millionen Tonnen an Lebensmittel weggeworfen - ein Großteil davon wäre eigentlich noch essbar. Konsumenten verwechseln das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verfallsdatum und entsorgen einwandfreie Nahrungsmittel im Müll. Folgende Lebensmittel können Sie auch nach Ablauf des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums getrost verzehren:

  • Nudeln: bei trockener Lagerung über viele Monate nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit essbar
  • Reis: ebenso monatelang nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar
  • Getreide: bei trockener Lagerung über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus essbar; bei Schimmel muss das ganze Produkt jedoch unbedingt entsorgt werden
  • Konserven: geschlossen Monate nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit genießbar; wölbt sich der Deckel, muss die Dose entsorgt werden
  • Kaffee, Tee und Kakao: geschlossen bzw. vakuumverpackt lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar
  • Tiefkühlkost: lange Haltbarkeit auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit, solange die Kühlkette nicht unterbrochen wurde

Mindesthaltbarkeitsdatum versus Verbrauchsdatum

Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum sind nicht dasselbe. Lebensmittel, die leicht verderblich sind, wie Fleisch, Wurst und Fisch sollten bis zum Verbrauchsdatum im Kochtopf landen. Verdorbenes Geflügel oder Forellenfilet können eine gefährliche Lebensmittelvergiftung verursachen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum darf hingegen ohne schlechtes Gewissen überschritten werden. Es bedeutet lediglich, dass das Nahrungsmittel bis zum angegebenen Zeitpunkt keine Beeinträchtigungen in Farbe, Geschmack, Konsistenz und Geruch hat. Bei Bakterien-, Schimmelbefall oder Fäulnis muss das Essen natürlich trotzdem entsorgt werden.

Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne und prüfen Sie z.B. den Geruch und das Aussehen von Joghurt und Co. Ist kein Schimmel zu sehen, der Geruch nicht vergoren und die Konsistenz normal, gibt es keinen Grund zur Besorgnis. Marmelade ist z.B. ein heikler Fall, bei dem sich die Geister scheiden: Laut der Hamburger Verbraucherzentrale kann bei Marmeladen mit einem Zuckergehalt über 50 % der verschimmelte Teil großzügig abgeschöpft werden, bei einem Zuckergehalt unter 50 % sollte das ganze Glas weggeworfen werden. Bei Unsicherheiten, entsorgen Sie verschimmelte Marmelade besser und riskieren Sie nichts.

Tipps für weniger Lebensmittelverschwendung

Folgende Tipps helfen, die Vergeudung von Lebensmitteln zu reduzieren:

  • Planen Sie Ihre Einkäufe und  überprüfen Sie die Datumsangaben - was brauche ich wann?
  • Behalten Sie Ihr Budget im Überblick - Lebensmittel verschwenden bedeutet Geld verschwenden (Überdenken Sie z.B. Großpackungen oder "2+1-Angebote"; Was brauche ich wirklich? Was werfe ich im Endeffekt weg?)
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank auf die richtige Temperatur (beste Haltbarkeit zwischen 1 und 5 Grad Celsius)
  • Befolgen Sie die Aufbewahrungsempfehlungen auf den Verpackungen
  • Sortieren Sie Ihre Lebensmittel nach Frischegrad
  • Servieren Sie Lebensmittel in kleinen Portionen und verwerten Sie Essensreste
  • Frieren Sie Essen ein und kompostieren Sie nach Möglichkeit Lebensmittelabfälle

Weiterführende Informationen

Quellen

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