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Krebs: Erkrankung ist Pech

Krebs ist Pech: Roulette-Spiel
Auch wenn eine Krebserkrankung zu 65 % einem Verlieren in der Lotterie gleicht, gilt es nach wie vor, dass Lebensstil- und Umweltfaktoren zur Entstehung von Tumoren beitragen. (Gina Sanders - Fotolia.com)

Ernährung, Sport und Gene haben auf das Risiko an Krebs zu erkranken weniger Einfluss als gedacht. Ob Zellen entarten und zu Krebs führen ist vor allem eines: Pech.

Bisher galten schlechter Lebensstil und erbliche Faktoren als Hauptauslöser und -verursacher von Leukämie, Darm-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder anderen bösartigen Tumoren. Laut einer aktuellen Studie zweier US-Mediziner sind 2 Drittel aller Krebserkrankungen bei Erwachsenen allerdings schlichtweg schicksalhaft: Wenn gesunde Zellen zu gefährlichen Krebszellen mutieren, ist dies nach den Forschungserkenntnissen zum Großteil einfach Zufall. Auf 22 Krebsarten trifft das zu, Lungenkrebs aber ausgeschlossen. Hier ist Zigarettenkonsum nach wie vor der größte Risikofaktor und ein totaler Rauch-Stopp der beste Schutz vor der Erkrankung.

Je mehr Stammzellenteilungen, desto höher die Krebsrate

Anhand eines statistischen Modells versuchten die Wissenschafter das Pech an Krebs zu erkranken messbar zu machen. Der Beginn einer jeden Tumorbildung ist die fehlerhafte Zellteilung von Stammzellen im körpereigenen Gewebe. Entartete Stammzellen sind dabei risikoträchtiger als normale Gewebezellen, da sie langlebiger sind. Die anfängliche Zellmutation diente den Forschern als Ausgangspunkt für die Untersuchung. Je mehr solcher Zellentartungen auftreten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken.

Um die Teilungsrate der Zellen zu ermitteln, verglichen sie die mutierten Stammzellen mit den übrigen Zellen in 31 verschiedenen Gewebearten. Dabei gingen die Mediziner davon aus, dass Gewebe mit den meisten Stammzellteilungen auch am gefährdetsten für die Entwicklung von Tumoren ist. Die Hypothese bestätigte sich beim Vergleich der gesammelten Daten mit den tatsächlichen Krebserkrankungen der US-amerikanischen Bevölkerung.

Trotz Pech nicht dem Schicksal ausgeliefert

Auch wenn eine Krebserkrankung zu 65 % einem Verlieren in der Lotterie gleicht, gilt es nach wie vor, dass Lebensstil- und Umweltfaktoren zur Entstehung von Tumoren beitragen. So ist Rauchen weiterhin der Hauptverursacher von Lungenkrebs. Ähnlich ist die Situation bei Hautkrebs, dessen Entwicklung größtenteils mit übermäßiger Sonneneinstrahlung zusammenhängt. Außerdem wurde mit der Studie nicht jede Krebsart erfasst, so waren Prostata- und Brustkrebs wegen Mangels an Daten aus der Untersuchung ausgeschlossen.

Ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, wenig Alkohol und ein langfristiger Verzicht auf Zigaretten sind trotz der Forschungserkenntnisse die Eckpfeiler zur Vermeidung einer Krebserkrankung. Relativierend können die Ergebnisse aber für Menschen wirken, die sich selbst die Schuld am Krebs-Schicksal geben und fürchten, sich falsch verhalten zu haben. Zu einem gewissen Anteil bleibt es Pech oder Glück, ob jemand im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt oder nicht.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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