Pflege des männlichen Intimbereichs: So geht's richtig

Waschen bringt's! - Aber wie oft?

Mindestens einmal täglich müssen Penis, Hodensack und After unter warmen Wasser gereinigt werden. Dazu am besten ein pH-neutrales, alkoholfreies, seifenfreies Waschgel ohne Duftstoffe verwenden. (anoli - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Sexualität

Der Genitalbereich des Mannes - Penis, Hoden, und After - bleibt mit der richtigen Reinigung und Pflege gesund und geruchsneutral. Kompliziert ist das nicht, mit ein paar Tipps und Tricks wird und bleibt Ihre Intimzone hygienisch sauber.

In Hosen ist es warm und feucht. Das sind optimale Bedingungen für Keime, die sich an und um den Penis herum schnell vermehren. Wenn Sie sich unzureichend oder falsch um Ihren Intimbereich kümmern, können deshalb Infektionen begünstigt werden. Schmerzen beim Sex können durch Reinigungsmittel, die Allergien oder Hautreizungen verursachen, ausgelöst werden. Aber auch bei Intim-Piercings, Schamhaarpflege und Analsex gibt es in Sachen Hygiene sowohl für Männer, als auch für Frauen, einiges zu beachten.

Überblick Intimhygiene Männer:

 

Waschen bringt's! - Aber wie oft?

Penis, Hodensack und After müssen regelmäßig mindestens 1 Mal täglich unter warmem Wasser gewaschen werden. Nach dem Sport und bei starker Schweißbildung ist ein zweiter Durchgang nötig. Auf aggressive Seifen oder Duschgels mit vielen Geruchsstoffen oder Alkohol sollten Sie dabei besser verzichten - diese können die empfindliche Haut im Genitalbereich reizen und Kontaktallergien auslösen. Ein spezielles Pflegemittel für die Intimpflege brauchen Sie aber nicht, die so beworbenen Produkte sind meist überteuert und dabei nicht verträglicher oder besser. Das richtige Waschgel kann in der Intimzone und auch am restlichen Körper zum Einsatz kommen.

Das ideale Waschgel für die Intimpflege ist:

  • PH-neutral
  • Seifenfrei
  • Ohne Duftstoffe
  • Alkoholfrei

Zunächst wird die Vorhaut am Penis vorsichtig zurückgeschoben und die darunterliegende Haut mit lauwarmem Wasser gründlich gereinigt. Hier muss Waschgel nur bei einer starken Verunreinigung oder starkem "Duft" zum Einsatz kommen. Anschließend den Hodensack einseifen und abspülen und das selbe mit der Analregion wiederholen. Das war’s auch schon! Zum Schluss mit einem sauberen und weichen Handtuch vorsichtig abtupfen, nicht rubbeln - das ist zu aggressiv für die sensible Körperregion.

Vorsicht mit der Vorhaut

Der vielleicht wichtigste Schritt bei der richtigen Intimhygiene ist die Reinigung um und unter der Vorhaut. Bei beschnittenen Männern entfällt dieser Schritt natürlich - sie sollten einfach auch die Penisspitze mitreinigen. Für alle anderen gilt: Die Vorhaut täglich, aber vorsichtig zurückschieben. Ist das nicht schmerzfrei möglich, liegt eine Vorhautverengung vor, und Sie sollten einen Arzt aufsuchen. Der Zustand kann problemlos behandelt werden. Wird die Vorhaut gewaltvoll zurückgeschoben, können feine Risse entstehen, die langfristig eine Verengung der Vorhaut begünstigen können, also liebevoll damit umgehen!

Smegma - Was ist das?

Unter der Vorhaut an der Eichel des Penis bildet sich täglich eine feine Ablagerung, bestehend aus Schweiß, Urin, Absonderungen aus den Talgdrüsen, Hautschüppchen und Bakterien. Die Substanz ist hell und fetthaltig und ist bei täglicher Reinigung mit freiem Auge nicht sichtbar, verursacht aber einen unangenehmen Geruch. Ist das Smegma bereits deutlich zu erkennen, ist eine gründliche Reinigung (siehe oben) dringend notwendig. Wird das Smegma nämlich nicht täglich entfernt, kann es kurzfristig zu einer Entzündung der Eichel kommen. Langfristig erhöht sich zudem das Risiko, an Peniskrebs zu erkranken.

Schamhaarpflege

Wenn Mann seine Schamhaare als störend empfindet, können diese unbedenklich entfernt werden. Dazu eignet sich eine Nassrasur mit Rasierschaum einem spitzen Rasierer. Die Haut sollte bei der Rasur stets mit zwei Fingern gespannt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Andere Enthaarungsmethoden wie Enthaarungsgels sind für die Intimzone ungeeignet, da sie reizend wirken können. Sind die Haare lediglich zu lang, sollen aber nicht ganz entfernt werden, können sie auch vorsichtig im trockenen Zustand mit einer kleinen, sauberen Schere gekürzt werden.

Intim-Piercings

Intim-Piercings können sich infizieren, wenn sie unter unhygienischen Umständen gestochen oder anschließend nicht richtig gereinigt werden. Die Wahl eines seriösen Piercing-Studios und das genaue Einhalten der Desinfektions-Anleitung kann das Infektions-Risiko gering halten.

No-Gos in der Intimhygiene beim Mann

  • Falsches Urinieren: Die Vorhaut sollte beim Toilettengang immer zuerst zurückgezogen werden, da sich sonst darunter noch mehr Bakterien ansiedeln.
  • Seife in die Harnröhre: Wenn Seife in die Harnröhre gelangt, kann das schmerzhaft sein. Deshalb lieber Waschgel zum Duschen verwenden und vorsichtig reinigen.
  • Schmutzige Handtücher: Ein sauberes, weiches Handtuch ist die beste Voraussetzung zum Trocknen der Intimregion nach dem Waschen. Mindestens einmal pro Woche, eher öfters, sollte es gewechselt werden. Für Gesicht und Kopf ein separates Handtuch verwenden als für den restlichen Körper.
  • Unhygienische Unterwäsche: Ob Boxershorts, Briefs oder Tangas: Die ideale Unterwäsche sollte aus Baumwolle und bei 60 Grad in der Maschine waschbar sein. Tägliches Wechseln ist wichtig, um Bakterien zu vermeiden.
  • Arzt meiden: Wenn Sie bei der Intimhygiene eine Veränderung an Ihren Genitalien feststellen, wie z.B. Jucken, Bläschen oder ungewohnte Aussonderungen, heißt es: Ab zum Arzt. Hier könnte eine Geschlechtskrankheit oder eine Entzündung vorliegen. Keine falsche Scham, Ärzte sind professionell geschult und nehmen Sie und Ihre Anliegen ernst, ohne zu urteilen.
  • Analsex-Fehler: Nach Analsex ist gründliche Reinigung ein Muss. Niemals direkt ohne Reinigung vom Anus in die Vagina wechseln, und unbedingt ein neues Kondom verwenden.

Quellen

  • Andrologie. Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane, Krause, W., Thieme Verlag, 4. Auflage, Stuttgart, 2011
  • Pflege Wissen Körperpflege, Voß, S., Urban & Fischer Verlag, 1. Auflage, München, 2014

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