Fruchtsäfte sind für Kleinkinder tabu

In Fruchtsäften ist meist sehr viel Zucker enthalten, daher nur sparsam verwenden. (Ramona Heim - fotolia.com)

Die Mär, es handle sich bei Fruchtsäften um prinzipiell gesunde Lebensmittel, hält sich hartnäckig. Kinderärzte gehen dagegen nun mit einer strengen Empfehlung vor.

Fruchtsäfte werden gerne als gesunde Alternative zum Softdrink gesehen, werden diesem Ruf in Wahrheit aber nicht ganz gerecht. Zwar haben Orangensaft und Konsorten an guten Inhaltsstoffen sicherlich mehr zu bieten als Cola & Co., dennoch darf vor allem der Zuckergehalt nicht unterschätzt werden. Und obwohl es so zur Aufnahme von Vitaminen kommt, wäre das Essen der Frucht selbst weitaus sinnvoller.

Slideshow: Säfte: Wie viel Zucker steckt wo drin?

1. Multivitaminsaft: Der Spitzenreiter unter den zuckerhaltigen Säften - ein Glas (250ml) enthält 28g Zucker. (cut - Fotolia.com)

Übergewicht, Karies, Durchfall

Nach Ansicht von Ärzten darf der Fruchtsaft vor allem beim Nachwuchs nicht als gutes Lebensmittel missinterpretiert werden. Die Amerikanische Akademie der Kinderärzte hat nun sogar empfohlen, bei Kindern im ersten Lebensjahr gänzlich darauf zu verzichten. Säfte könnten schon sehr früh Übergewicht und Karies fördern. Außerdem fällt Kleinkindern die Verdauung der Getränke schwer, häufiger Durchfall ist die logische Konsequenz.

Kleine Mengen

Daher sei das Geben von Fruchtsäften erst nach dem ersten Geburtstag vertretbar, die Menge sollte aber stets in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Bei Kindern unter 7 Jahren seien 100ml pro Tag bereits mehr als genug, danach könne diese Zahl auf etwa das Doppelte erhöht werden. Wichtig ist auch die Art der Verabreichung: Trinken Kinder tatsächlich Saft, dann sollte es relativ schnell gehen. Wird der Saft nämlich in kleinen Schlucken langsam aus einer Flasche genippt, bleibt stets Zucker im Mund. So erhöht sich das Risiko auf Karies.

Ärzte wollen sensibilisieren

Wie genau Eltern diese strengen Regeln an ihre Kinder weitergeben wollen, bleibt ihnen letztlich selbst überlassen. Ziel der kinderärztlichen Empfehlung dürfte es aber vor allem sein, eine Sensibilität gegenüber Fruchtsäften zu erschaffen. Selbst wenn die Verpackung unzählige Gesundheitsboni verspricht, handelt es sich doch nur um eine etwas harmlosere Form des Softdrinks.

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