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Waldknoblauch Bärlauch

Bärlauchblätter gleichen einer Lanze, haben einen dünnen Blattstiel und kommen einzeln aus dem Boden. Typisch ist der knoblauchartige Geruch, wenn man das Blatt zwischen den Fingern zerreibt. (Frank Hoppe - Fotolia.at)

Dieses zarte Grün verheißt Gutes: Junge Bärlauchblätter zählen zu den ersten "Frühlingsboten", charakteristisch ist ihr kräftiger Geruch nach Knoblauch.

Kaum erwärmt sich der Waldboden, bildet sich am liebsten in Nähe von Wasser rasch ein grasgrüner "Bärlauchteppich". Gesammelt werden die jungen Blätter in erster Linie im März und April vor der Bärlauchblüte. Bärlauchblätter haben einen langen Stil, treiben einzeln aus der Erde, sie sind weich und wenn man sie zwischen den Fingern leicht verreibt, riecht der Saft stark nach Knoblauch.

Bärlauch ist dem Knoblauch ähnlich

Dem Bärlauch werden viele gesundheitsfördernde Attribute nachgesagt, er enthält Schwefelverbindungen im Lauchöl:

  • Er hat positive Einflüsse auf den Blutdruck und auf die Gefäße
  • Bärlauch beugt ähnlich wie Knoblauch Gefäßablagerungen (Arteriosklerose) vor
  • Aber auch bei Magen-Darmbeschwerden bzw. bei Bronchitis können die Wirkstoffe des Bärlauchs gute Dienste leisten
  • Bärlauch erleichtert auch die Aufnahme von Eisen im Körper
  • Zudem kann der Waldknoblauch Müdigkeit, Schwindel aber auch Kopfschmerzen vertreiben.

Bärlauch sollte möglichst nach dem Pflücken frisch zubereitet werden, beim Einfrieren leidet die Qualität. Wichtig ist es auch, die Blätter vor der Verarbeitung heiß zu waschen, bei Temperaturen um die 60 Grad Celsius werden auch die Eier des Fuchsbandwurmes abgetötet, sie können eine Leberinfektion auslösen. Die Zwiebel, sanft zerdrückt oder zerkleinert, wird wie Knoblauch verwendet.

Bärlauch: Einsatz in der Küche

Ob als Pesto oder als Öl: Bärlauch gibt Speisen einen charakteristischen pikanten Geschmack:

  • Bärlauchpesto: Zirka 250 g feingehackter Bärlauch und 30 g Pinienkerne (auch fein gehackt) gemeinsam mit Meersalz und Pfeffer sowie ev. 1 Prise Muskatnuss in einen Mörser oder Mixer geben. 250 ml Olivenöl schrittweise dazugeben, dabei die Masse immer wieder im Mörser zerstoßen bzw. mixen. Das fertige Pesto lichtgeschützt und gekühlt aufbewahren.
  • Bärlauchsalz: Gleiche Anteile Bärlauch und Salz bereitstellen. Bärlauch fein schneiden und mit dem Salz im Mörser verreiben, dabei entsteht eine flüssige Masse. Diese dünn auf ein Back-Trennpapier streichen und trocknen lassen. Dann nochmals mit dem Möser zerkleinern. Das Salz schmeckt stark nach Bärlauch und ist zirka ein Jahr haltbar.
  • Bärlauchbutter: 250 g weiche Butter oder Margarine mit 5 EL feinst geschnittenem Bärlauch vermengen, ½ TL Salz dazugeben. Die Hände in kaltes Wasser tauchen, mehrere kleine Rollen formen, in Butterpapier wickeln, tieffrieren. Zum Servieren ein Messer in heißes Wasser tauchen und die Butter in kleine Scheiben schneiden.

Bärlauch: Verwechslungsgefahr beim Pflücken

Besonders ab Mitte April sollte man beim Pflücken aufpassen, dass nicht andere Blätter aufgelesen werden. Denn das Bärlauchblatt könnte mit dem Maiglöckchen,- bzw. Herbstzeitlosenblatt, die beide auch im April austreiben, verwechselt werden. Maiglöckchen bzw. Herbstzeitlose können bei Verzehr Herzbeschwerden bzw. starke Vergiftungssymtome auslösen.

Typische Unterscheidungsmerkmale sind:

  • Bärlauchblätter: Sie sind weich und riechen, zwischen den Fingern zerrieben, intensiv nach Knoblauch. Die Blätter, die einer Lanze gleichen, treiben einzeln aus dem Waldboden. Charakteristisch ist auch der dünne Blattstiel und die parallel verlaufenden nur leicht sichtbaren Blattadern. Die Blätter knicken im frischen Zustand leicht ab. Sobald die Pflanze zu blühen beginnt, schmecken die gesammelten Blätter bitter.
  • Maiglöckenblätter: Sie sind auf einer Seite blaugrün, bilden einen typischen Stängel aus und haben bodennah eine rote Blattscheide. Die Blätter wirken oft ein wenig wächsern. Maiglöckchenblätter lassen sich schwer abreißen, sie riechen nicht nach Knoblauch. Die Inhaltsstoffe des Maiglöckchens können Herzrhythmusstörungen verursachen.
  • Herbstzeitlosenblätter: Sie wachsen in erster Linie auf Wiesen und sind in größeren Mengen verzehrt tödlich giftig, schon nach 15 Minuten nach dem Verzehr kommt es zu starker Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Blätter der Herbstzeitlosen sind dickfleischiger, schmal-länglich, allerdings haben sie keinen ausgeprägten Mittelstrang. Der Saft ist geruchslos. Sie sitzen ohne Stil an Stängeln, die im Boden stecken und treiben in Büscheln, verschachtelt wie z.B. Porree aus. Sie werden viel länger als Bärlauchblätter.

 

Quellen

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