Kinder übernehmen Angststörungen der Mutter

Angststörungen: Ein Mädchen umarmt seine Mutter. Beide sehen in die Kamera.
Mütter übertragen ihre Angststörungen häufig an ihre Kinder. (Konstantin Yuganov - Fotolia.com)
Angststörungen (Phobien) sind weit verbreitet - ungefähr jeder 10. Österreicher ist betroffen. Phobien werden häufig von Müttern auf ihren Nachwuchs übertragen. Dazu haben Forscher aus den USA nun spannende Erkenntnisse gewonnen.

Dass Angststörungen, die in traumatischen Erfahrungen ihre Ursache haben, häufig über Generationen hinweg bestehen bleiben, ist bereits bekannt. Wie es jedoch zu dieser Weitergabe bestehender Ängste kommt und ob sogar von einer Vererbung eben dieser gesprochen werden kann, war das Thema einer kürzlich veröffentlichten Studie der University of Michigan.

Angst vor Minz-Öl

Die Wissenschafter rund um Jacek Debiec und Regina Marie Sullivan konditionierten weibliche Ratten, indem sie ihnen leichte Stromstöße verabreichten. Gleichzeitig konfrontierten sie sie mit dem Geruch von Minz-Öl. Dadurch kam es zu einer Abneigung gegenüber Minz-Öl, die auch automatisch vom Nachwuchs ohne den Stromstoß-Versuch übernommen wurde.

Übertragung der Ängste in Gehirnregion

Das Forscherteam untersuchte die Amygdala der jungen Ratten. Das ist die Gehirnregion in der Angststörungen entstehen. Sie fanden heraus: Wird diese Gehirnregion gezielt geblockt, so wird die Übertragung der Ängste an den Nachwuchs unterbunden. Die Jungtiere teilten dann die Abneigung gegenüber Minz-Öl mit ihren Müttern nicht. Die Forscher folgern daraus, dass Neugeborene die Ängste ihrer Mütter übernehmen, noch bevor sie selbst eigene Erfahrungen machen können.

Angst muss keine eigene Lebenserfahrung sein

"Das gleiche gilt auf für den Menschen", sagt Studienleiter Jacek Debiec und ergänzt: "Das Besondere besteht darin, dass sich die ersten Lebenserfahrungen, eben jene, die von den Müttern übernommen wurden, länger im Gehirn festsetzen als die eigenen."

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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