Die häufigsten Fragen zu COPD

Arzt bricht Zigarette vor einem Lungenröntgen
Mit dem Rauchen aufzuhören ist die wichtigste Maßnahme gegen COPD. (pix4U - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Lunge

Ungefähr 800.000 Österreicher sind von der Lungenerkrankung COPD betroffen, in erster Linie macht ihnen Atemnot, Husten und Auswurf zu schaffen. Gesund.at hat die 7 wichtigsten Fragen und Antworten zu COPD zusammengefasst.

COPD verläuft schleichend: Im Frühstadium ist es noch einfach etwa bei leichten Wanderungen mitzuhalten, doch im Laufe der Zeit wird die Luft beim Stiegensteigen schon nach dem 1. Stockwerk knapp. Lässt die Kondition nach, zeigt sich Kurzatmigkeit gepaart mit chronischem Husten nach dem Aufstehen, so sollte ein Lungenfacharzt einen Lungenfunktionstest (Spirometrie) durchführen. Rauchen ist die häufigste Ursache für die Atemenge im Brustraum.

Frage 1: Warum ist COPD so gefährlich?

Weil Betroffene lange nichts davon merken. Die Atemwege versuchen die Schadstoffe durch morgendlichen Husten und vermehrten Auswurf ("Raucherhusten") loszuwerden, zunehmende Atemnot bei körperlicher Anstrengung wird oft als "fehlende Kondition" abgetan. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer schweren Beeinträchtigung der Lebensqualität. COPD ist nicht nur eine Krankheit der Älteren: Durch die steigende Anzahl jüngerer Raucher erkranken auch 30- bis 40-Jährige immer häufiger an COPD, besonders Frauen.

Frage 2: Warum kommt es zur Atemnot?

Das typische Merkmal einer COPD ist der so genannte "Lufthunger". Betroffene beschreiben dieses Phänomen als Enge im Brustraum, sie haben das Gefühl, dass die Luft knapp wird. Das Problem dabei ist, dass es durch die verengten entzündeten Bronchien nicht mehr möglich ist, vollständig auszuatmen - es bleibt zu viel Luft in der Lunge zurück, das bedingt die Atemnot.

Frage 3: Können nur Raucher COPD bekommen?

Zigarettenrauch ist die häufigste Ursache für COPD - etwa 8 von 10 COPD-Betroffenen rauchen oder haben geraucht. Frauen reagieren noch empfindlicher auf die Schadstoffe in der Zigarette als Männer, sie erkranken schwerer an COPD und zeigen auch einen schlechteren Verlauf. Passivrauchen, das Einatmen von Luftschadstoffen wie Feinstaub, Chemikalien sowie Rauchbelastung durch Öfen und Kamine begünstigen ebenfalls die Entstehung der Lungenerkrankung.

Frage 4: Was passiert bei COPD in der Lunge?

Bei einer COPD sind sowohl eine ständige Entzündung der Bronchien (chronische Bronchitis) als auch eine Bronchienverengung und eine Blähung der Lungenbläschen (Lungenemphysem) in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden. Zigarettenrauch und andere Schadstoffe lösen die elastischen Strukturen des Lungengewebes auf, die die Lungenbläschen stützen, diese werden unwiederbringlich zerstört. Dadurch kann die Lunge weniger Sauerstoff aufnehmen.

Frage 5: Lässt sich die Erkrankung stoppen?

Ja, besonders Raucher sollten bei den ersten Beschwerden wie

  • Morgendlicher chronischer Husten und
  • Auswurf

einen Lungenfacharzt aufsuchen, besonders wenn noch Symptome wie Atemnot dazukommen. Mit Hilfe eines Lungenfunktionstests wird das Stadium der Erkrankung erfasst: Dabei wird gemessen, wie viel Luft eine Person ein- und ausatmen kann bzw. mit welcher Geschwindigkeit die Luft ausgeatmet wird. Wer mit dem Rauchen aufhört und die verordneten Medikamente einnimmt, hat gute Chancen, die Entwicklung der Erkrankung, die in 4 Stadien verläuft, zu stoppen.

Frage 6: Wie wird COPD behandelt?

COPD ist nicht heilbar. Allerdings lasst sich mit der Kontrolle der Beschwerden, der Verbesserung der Atemnot und damit der körperlichen Belastbarkeit, das Fortschreiten der Erkrankung eindämmen:

  • Nicht-medikamentöse Behandlung: Die wichtigste Maßnahme ist die Raucherentwöhnung, spezielle Bewegungs- und Ernährungsprogramme und eine Influenza- bzw. Pneumokokkenimpfung
  • Medikamentöse Behandlung: Oft werden verschiedene COPD-Therapien miteinander kombiniert. Derzeit stehen als Notfallmedikamente bzw. zur längerfristigen Behandlung kurz und lang wirkende bronchialerweiternde Medikamente sogenannte Bronchodilatatoren zur Verfügung. Diese werden meist als Dosieraerosole verschrieben, mit deren Hilfe die Wirkstoffe inhaliert werden. Ob sie wirklich die Bronchien und tiefere Atemwege erreichen, ist von der Handhabung abhängig. Betroffene sollten daher eine Atemschule besuchen, dort lässt sich eine korrekte Anwendung des Inhalators erlernen. Wichtig bei einem Wirkstoff ist der schnelle Wirkeintritt, die lange Wirkdauer und dass eine Verengung der Luftwege gehemmt wird. Weiters werden in der COPD-Behandlung Kortikosteroide, PDE-4-Inhibitoren und Sauerstofftherapie eingesetzt.

Frage 7: Mit welchen Maßnahmen lässt sich COPD noch bremsen?

Dazu zählen in erster Linie:

  • Raucherentwöhnung: Professionelle Hilfe bei einem Rauchertherapeuten bzw. in Rauchstopp-Seminaren macht es für Viele einfacher, mit dem Rauchen endgültig aufzuhören.
  • Bewegungstraining: Spezielles Training ermöglicht es trotz Atemnot, die Ausdauer zu stärken, kräftiger und damit wieder belastbarer zu werden
  • Abnehmen: Wer es schafft, einige Kilos abzunehmen, gerät nicht so schnell außer Atem

Wichtig ist es Abnehmen mit Bewegung zu koppeln: Je mehr Muskelmasse sich durch Bewegung bildet, desto besser funktioniert auch die Fettverbrennung.

Quellen

  • Husten-Atemnot-COPD, S. Hartl, M. Netz, Hauptverband der Sozialversicherungsträger (Hrsg.), 1. Auflage, Wien, 2012
  • Pressekonferenz: "COPD-Schlagen Sie ein neues Kapitel auf" in Wien

Mehr zum Thema