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Muskelsucht: Wenn das Hobby zur Krankheit wird

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Training ist gesund, eine Muskelsucht aber nicht. (tverdohlib / Fotolia)

Der Wunsch, im Fitnesscenter den eigenen Körper zu optimieren, kann sich zu einer Sucht auswachsen.

Wir leben zusehends in einer Welt der Extremen. Während die Zahl an übergewichtigen Menschen seit Jahren konstant anwächst, gibt es andererseits auch immer mehr Menschen, die einen gesunden Lebensstil zum absoluten Ideal erklären. Irgendwo in dieser Gesellschaft der Widersprüche platziert sich die Muskelsucht.

Muskulös sein, sich schmächtig fühlen

In der Fachsprache auch als Muskeldysmorphie bekannt, bezeichnet sie ein gestört überzeichnetes Verlangen nach einer möglichst stark ausgeprägten Muskulatur. In der Psychologie wird die Muskelsucht als eine Störung des Selbstbildes gekennzeichnet. Betroffene halten sich trotz regelmäßigen Trainings und stark muskulären Proportionen für zu schmächtig.

Vater-Komplex, kaum Selbstvertrauen

Da der Begriff erst in den 1990er Jahren von Harvard-Professor Harrison Pope etabliert wurde, sind die genauen Ursachen noch relativ unerforscht. Dennoch gibt es einige Auffälligkeiten, die auf viele Betroffene zutreffen:

  • fast alle sind Männer
  • wenig Selbstvertrauen
  • schlechte Beziehung zum Vater

Faktor soziale Medien

Trotz ihres Namens wird die Muskelsucht in der Medizin nicht als Suchterkrankung definiert und ist in dieser Hinsicht durchaus mit der Magersucht zu vergleichen. Beide Krankheitsbilder erleben heutzutage einen gewissen Aufschwung, der insbesondere bei jungen Menschen mit den Selbstdarstellungsmechanismen der sozialen Medien in Verbindung gebracht wird.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


17.07.2018
QUELLEN
"Der Adonis-Komplex. Schönheitswahn und Körperkult bei Männern" von H. Pop et al., 2001.

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