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Zeitumstellung: Mini-Jetlag trifft vor allem Junge

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In der Nacht auf Sonntag müssen wir unsere Uhren auf Sommerzeit stellen. (Pexels.com)

Kommenden Sonntag werden die Uhren um eine Stunde nach vorne gestellt. Schlafforscher kritisieren die Sommerzeit-Regelung zunehmend, vor allem Jugendliche leiden häufig unter einem Mini-Jetlag.

Am Sonntag, dem 26. März, müssen die Uhren um 2:00 Uhr in der Früh um eine Stunde nach vorne gestellt werden. Eigentlich soll die Umstellung auf Sommerzeit unserem Organismus helfen, sich an die geänderten Lichtbegebenheiten anzupassen. Schlafforscher sind aber schon seit einigen Jahren strikte Gegner der Regelung, die sich wissenschaftlichen Grundlagen entbehren würde. In einer Aussendung der Medizinischen Universität Wien wird betont, dass vor allem junge Menschen darunter leiden.

Unfairer Prüfungstermin

Bei Erwachsenen sind etwa 7 Stunden Schlaf pro Nacht ausreichend, Kinder und Jugendliche brauchen je nach Alter allerdings etwas mehr davon. Experten haben errechnet, dass Schüler durch die Zeitumstellung etwa 32 Minuten an Schlaf verlieren. Das mag zwar harmlos klingen, kann allerdings zu einem signifikanten Leistungsdefizit führen. Gerhard Klösch, Schlafforscher der MedUni Wien, appelliert in diesem Zusammenhang auch an die Lehrer: "Tests am Montag nach der Umstellung sind daher nicht besonders ratsam bzw. unfair".

Weg mit dem Handy!

Gerade bei Jugendlichen sei zudem die häufige Handynutzung unmittelbar vor dem Schlaf ein großes Problem. Wie Studien bereits belegen konnten, kann das blaue Licht der Smartphones für eine unruhige Nacht sorgen. Zumindest in den Tagen vor der Zeitumstellung sei es ratsam, die Abende ganz bewusst ohne Handynutzung zu verbringen. Perfekt für die Vorbereitung wäre es auch, etwa 30 Minuten früher schlafen zu gehen, um die für junge Menschen so wichtige Tiefschlafphase am Morgen zu ermöglichen.

Sonntags im Tiefschlaf

Generell ist bei Kindern und Jugendlichen ein Schlafproblem zu beobachten, das bereits weit verbreitet ist. Über die Woche hinweg wird ein regelrechter "Schlafdruck" aufgebaut. So erklärt sich auch, warum gerade Teenager am Wochenende gerne mal nahezu komatös den halben Tag im Bett verbringen. Wer in der Schule ständig müde ist, hat einer Studie zufolge ein höheres Risiko, später im Leben soziale Probleme zu bekommen. So steigt etwa die Gefahr, kriminell zu werden, auf das 4,5-fache an.

Reaktion ungewiss

Die Zeitumstellung würde, so das Argument der Schlafforscher, diese Problematik nur unnötig weiter verstärken. Auch Klösch sieht die Sommerzeit als unnötig an und richtet sich deutlich gegen die Regelung, denn: "Licht ist ein optimaler Zeitgeber". Ob bzw. wann die Politik auf die Forderungen der Wissenschaft reagiert, ist unklar. Vorerst bleibt uns nichts Anderes übrig, als den Mini-Jetlag bestmöglich zu verdauen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


24.03.2017

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