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5 Fragen zur Zeitumstellung

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Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper? (Thomas Reimer / Fotolia)

Zwei Mal im Jahr wird an der Uhr gedreht. Die Zeitumstellung bringt unsere innere Uhr aus dem Takt. Aber warum ist das so und was kann man gegen den „Mini-Jetlag“ tun?

Am 30. Oktober. 2016 werden die Uhren von Sommer- auf Winterzeit zurückgestellt. Langschläfer dürfen eine Stunde länger träumen. Die unangenehme Kehrseite kann sich an den darauffolgenden Tagen bemerkbar machen. So klagen manche Menschen über Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und Müdigkeit. Aktivitäten im Freien sowie eine intensive Lichtexposition bringen den durcheinander geratenen Rhythmus wieder ins Lot.

1. Frage: Warum bringt die Zeitumstellung unsere innere Uhr durcheinander?

Jede einzelne Zelle unseres Körpers verfügt über einen eigenen Taktgeber. Diese innere Uhr wird durch den natürlichen Wechsel von Hell und Dunkel gesteuert. Bei Dunkelheit schüttet der Organismus vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Es wirkt wie ein Tritt auf das Bremspedal und senkt den Aktivitätsdrang. Der Körper leitet daraus ab: Hell = wach, dunkel = müde. Die Zeitumstellung bringt dieses Konzept durcheinander, die innere Uhr gerät außer Takt. Im Durchschnitt dauert es 4 bis 10 Tage, bis sich der Körper an den neuen, erzwungenen Rhythmus angepasst hat.

2. Frage: Welche Auswirkungen hat die Zeitumstellung auf den Körper?

Im Kleinen macht sich die Zeitumstellung durch einen veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus bemerkbar. Bei der Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit wachen manche Menschen morgens früher auf und werden abends eher müde. Art und Schwere der Symptome sind jedoch individuell verschieden und reichen von Konzentrationsproblemen und Gereiztheit bis hin zu Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen und Verdauungsproblemen. Unmittelbar nach der Zeitumstellung steigt zudem das Unfallrisiko im Straßenverkehr etwas an.

3. Frage: Wer ist besonders von den Folgen der Zeitumstellung betroffen?

Das Drehen am Uhrzeiger macht vor allem älteren Menschen und Kindern zu schaffen. Glaubt man der Statistik sind Frauen häufiger von gesundheitlichen Problemen infolge der Zeitumstellung betroffen als Männer. Personen, die unter Schlafstörungen leiden erleben zum Zeitpunkt der Umstellung eine Verschlechterung des Problems. Menschen, deren Organismus durch eine Erkrankung geschwächt ist, berichten häufiger über seelisches und körperliches Unwohlsein.

4. Frage: Warum fällt uns die Umstellung auf die Winterzeit leichter als auf die Sommerzeit?

Unsere innere Uhr hinkt dem regulären 24-Stunden Tagesrhythmus etwas hinterher. Ginge es nach ihr, wäre ein Tag etwa 24,5 Stunden lang. Die Umstellung auf die Winterzeit schafft einen künstlich verlängerten 25-Stunden- Tag. Dieser kommt dem biologischen Rhythmus etwas entgegen. Die Umstellung auf die Winterzeit fällt uns daher tendenziell leichter als die Umgewöhnung auf die Sommerzeit.

5. Frage: Welche Maßnahmen erleichtern die Zeitumstellung?

Licht ist der wichtigste Taktgeber, um die innere Uhr neu zu eichen. Setzen Sie Ihren Körper daher ausreichend dem natürlichen Wechsel von Licht und Dunkelheit aus. Speziell in der Früh bei Tagesanbruch und am Abend vor Eintritt der Dämmerung. Zusätzliches Plus: Aktivitäten im Freien regen den Kreislauf an und wirken Müdigkeitszuständen entgegen. Apropos Müdigkeit: Widerstehen Sie der Verlockung eines Mittagsschäfchens. Auf diese Weise pendelt sich der natürliche Rhythmus leichter ein. Eine gesunde, nicht zu schwere Kost und der Verzicht auf Koffein unterstützen diese Maßnahmen zusätzlich.

AUTOR


Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGSDATUM


26.10.2016
QUELLEN
Wie wir ticken: die Bedeutung der Chronobiologie für unser Leben, Till Roenneberg DuMont Verlag, 2012