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Nichtrauchen: Ein Plädoyer für die Selbstreflexion

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Auf die Raucher eindreschen? Aggressive Argumente sind am Weltnichtrauchertag fehl am Platz. (Rumkugel / Fotolia)

Im "Kampf gegen das Rauchen" braucht es keine hitzigen Diskussionen über Selbstverantwortung, Passivrauchen und Gesetze. Was es wirklich benötigt, ist ein bisschen Selbstreflexion.

"Das geht dich nichts an", "Das ist meine Sache" oder "Ich weiß eh, dass es schlecht ist, aber ich mach es trotzdem" - manch ein Raucher nimmt, unabhängig von seinem Alter, die Attitüde eines aufmüpfigen Jugendlichen an, wenn er in Diskussionen zu stark in die Ecke gedrängt wird. 

 

In Wahrheit ist dieses Verhalten völlig verständlich, ja sogar zutiefst menschlich. Zigaretten werden langsam aber sicher aus dem Fernsehen verbannt, auf sozialen Medien wird man täglich mit schockierenden Videos konfrontiert, die die Konsequenzen des Rauchens aufzeigen sollen, und suspekte Gesetzesänderungen sorgen für einen verärgerten Aufschrei der rauchfreien Masse. 

 

Diese aggressive Kampagne unserer Gesellschaft zeigt einerseits Wirkung, immerhin entwickeln sich die Zahlen seit Jahren in eine wünschenswerte Richtung. Dennoch erreichen die öffentlichen Plädoyers lange nicht bei jedem sein Ziel. Es mag vermeintlich objektiver Logik widersprechen, aber viele Raucher fühlen sich schlichtweg gemobbt.

 

Wer sich die Mühe macht, private Diskussionen oder solche in sozialen Medien ernst zu nehmen und zu analysieren, kann die dünne Argumentation von überzeugten Rauchern schnell durchschauen. Von persönlichen Geschichten eingefärbte Begründungen à la "Meine Oma hat Jahrzehnte lang geraucht und war nie krank" bis zu trotzigen Behauptungen wie "Mir ist es egal, wenn ich jung sterbe" gibt es eigentlich nichts, was einer längeren Betrachtung standhalten würde.

 

Natürlich ist Tabakkonsum extrem schädlich. Natürlich hat ein hoher Anteil aller Raucher früher oder später mit daraus bedingten Problemen zu kämpfen. Natürlich leiden an einer schweren Erkrankung auch die geliebten Menschen im Umfeld. 

 

Aber jeder Raucher weiß das. Was es statt offensichtlicher Argumente wirklich braucht, ist daher ein ausreichendes Maß an Selbstreflexion. Sich einzugestehen, dass andere vielleicht doch recht haben, ist mindestens genauso hart wie der lange, mühsame Rauch-Stopp. Denn ja, es geht den Außenstehenden wirklich nichts an. Aber den Raucher selbst, den geht es sehr wohl was an.

Rauch-Stopp: Infos, Hilfe, Anlaufstellen

Das Projekt Rauch-Stopp ganz alleine zu bewältigen, ist schwer. Profesionelle Hilfe finden Sie beim Rauchtelefon, das unter 0800 810 013 zu erreichen ist. Weitere Infos zu diesem Projekt, sowie erste viele praktische Hinweise und Tipps zu dem Thema finden Sie auch auf www.rauchfrei.at. Auch wir haben einen Wegweiser zusammengestellt, der Sie bei dieser Aufgabe begleiten sollen. Diesen finden Sie hier.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


30.05.2018

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