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Übergewicht und Depression zugleich bekämpfen

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Sport ist das beste Beispiel dafür, wie Übergewicht und Depressionen gemeinsam behandelt werden können. (Pressmaster / Shutterstock.com)

Gewichtsprobleme und psychische Krisen könnten von Betroffenen künftig womöglich gemeinsam in Angriff genommen werden.

Übergewicht und Depression zählen jeweils zu den am häufigsten diskutierten Gesundheitsthemen der heutigen Zeit. Allerdings wird gerne übersehen, wie oft diese beiden Erkrankungen Hand in Hand gehen. Schätzungen zufolge sind mehr als 43 % der depressiven Erwachsenen übergewichtig. Der Zusammenhang ist auch in die andere Richtung feststellbar. Übergewichtige sind wesentlich stärker gefährdet, psychische Probleme zu entwickeln.

 

Wirklich überraschend kommt das nicht. Schließlich sind die gesundheitlichen wie sozialen Probleme, die mit Übergewicht einhergehen, durchaus als seelische Belastung zu sehen. Depressionen und andere psychische Erkrankungen fördern hingegen unkontrolliertes Essverhalten. Die Differenzierung zwischen Henne und Ei ist oftmals kaum möglich.

 

Fakt ist, dass sowohl Depressionen als auch Übergewicht mit einem erhöhten Risiko für diverse schwerwiegende Erkrankungen einhergehen und ergo behandelt werden sollten. Aktuell gibt es für beide Phänomene, je nach exakter Ausprägung, eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten. Noch relativ unbeackert ist allerdings das Feld jener Behandlungen, die beide Probleme zugleich zu lösen versuchen.

Auf dem Regenbogen ins Glück

Der klingende Name RAINBOW steht für "Research Aimed at Improving Both Mood and Weight" und bezeichnet einen Ansatz, der sich auf genau diese Nische spezialisiert. Beim RAINBOW-Modell werden Einheiten zur Gewichtsreduktion mit psychotherapeutischer Behandlung kombiniert. Patienten stehen mehrere Monate lang im direkten Kontakt mit sogenannten Gesundheitscoaches, die wiederum die einzelnen Fälle im Hintergrund mit einem physikalischen sowie einem psychischen Arzt besprechen.

 

Bei einer nun neu ausgewerteten Studie wurde dieser moderne Ansatz mit einer klassischen Herangehensweise verglichen. Die RAINBOW-Teilnehmer konnten ihren BMI im Schnitt von 36,7 auf 35,9 senken, während die Kontrollgruppe diesbezüglich keine Fortschritte machte. Auch für die Psyche war das Regenbogen-Modell effektiver. Die entsprechenden Probanden wiesen im Schnitt einen von 1,5 auf 1,1 verringerten Wert auf einer Depressions-Bewertungsskala aus. Bei der Kontrollgruppe fiel die Verbesserung wiederum geringer aus.

Bewegung als möglicher Schlüssel zum Erfolg

Die verantwortlichen Forscher einer Universität im US-amerikanischen Chicago verfielen angesichts der Ergebnisse nicht in allzu große Euphorie. Schließlich seien nur relativ geringe Verbesserungen möglich gewesen. Dennoch sehen sie die Studie als Basis für weitere Untersuchungen. So will man unter anderem testen, wie die zugrunde liegenden neurologischen Zusammenhänge in der Therapie besser genützt werden können.

 

Ob das RAINBOW-Modell jemals eine Standard-Methode wird, muss man nicht zuletzt angesichts der wohl recht hohen Kosten hinterfragen. Der Ansatz, Gewichts- und psychische Probleme nicht getrennt voneinander zu betrachten, verspricht jedoch großes Potential. Beispielsweise ist regelmäßige Bewegung nicht nur eine wichtige Säule im Kampf gegen Übergewicht, sondern steigert langfristig auch das seelische Wohlbefinden.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


06.03.2019

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