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Wie Facebook vor Selbsttötung schützen möchte

Teddybär, der aus dem Fenster sieht
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Für Menschen mit Suizidgedanken gibt es auch in Österreich verschiedene Anlaufstellen. (Pexels.com)

Angesichts des Welttages der Suizidprävention am 10. September überrascht Social Media-Riese Facebook mit einer interessanten Aktion. Nutzer können verdächtige Posts melden.

Weltweit entscheiden sich jährlich in etwa 800.000 Menschen dazu, ihr Leben zu beenden. Auch in Europa ist die Suizidrate teilweise schockierend hoch, so liegen etwa Litauen und Kasachstan im traurigen internationalen Spitzenfeld. Um auf diese Umstände hinzuweisen wird der 10. September zum Welttag der Suizidprävention ernannt. Diesen nützt auch das größte soziale Netzwerk aus, um ein Zeichen zu setzen.

Bei Verdacht melden

Social Media-Gigant Facebook hat eine Funktion angekündigt, mit der Nutzer Posts ihrer Freunde melden können, die einen Suizidverdacht nahelegen. Mitarbeiter filtern die gemeldeten Beiträge und leiten sie bei Bedarf an Psychologen weiter, die den Betroffenen ihre Hilfe anbieten. Wenngleich der ein oder andere Kritiker dem Portal wohl einmal mehr Datenmissbrauch vorwerfen wird, ist die Idee hinter der Aktion nachzuvollziehen.

Was sind Anzeichen?

Insbesondere junge Leute neigen dazu, soziale Netzwerke als Ventil zu nutzen, um über teils sehr private Probleme zu sprechen. Hierbei fungieren Facebook, Tumblr und Co. gewissermaßen als Tagebücher. Unabhängig von der neuen Funktion sollten besonders traurig oder verzweifelt klingende Beiträge daher unbedingt ernst genommen werden. Typische Anzeichen für erhöhte Suizidgefahr sind:

  • indirekte Ankündigungen (z.B. "Ich will nicht mehr", "Alles hat keinen Sinn")
  • selbstschädigendes Verhalten
  • sozialer Rückzug
  • starke Stimmungsschwankungen
  • schwere Depressionen
  • starke psychische Probleme nach einem traumatischen Ereignis

Wo kann ich anrufen?

Bei beobachteter oder selbst erlebter Suizidgefahr gibt es verschiedene Möglichkeiten, einzuschreiten. Ein erster Schritt, um Betroffenen zu helfen kann bereits ein tiefgehendes, ehrliches Gespräch sein. Psychische Probleme sollten aber keinesfalls unterschätzt werden, weshalb verschiedene Stellen ihre Hilfe anbieten. Angerufen werden kann unter anderem:

  • 142 - die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar
  • 144 - in Notfällen kann die Rettung alarmiert werden
  • 01/ 406 95 95 - das Kriseninterventionszentrum in Wien leitet bei Bedarf auch an Zweigstellen weiter
  • 147 - Rat auf Draht hilft Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen in schwierigen Situationen

Keine Schande

Die Psychotherapie hat sich als Methode etabliert, um anhaltende psychische Probleme in den Griff zu bekommen. Der Besuch eines Therapeuten ist weder peinlich, noch sollte er eine Überwindung darstellen. In einem ersten unverbindlichen Aufklärungsgespräch stellen Arzt und Patient fest, ob eine Zusammenarbeit Sinn macht. Psychopharmaka können therapiebegleitend sinnvoll sein, als einzige Maßnahme sind sie aber nicht zu empfehlen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


07.09.2016

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