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Warum gestresste Menschen unfreundlich sind

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Mitgefühl zeigen macht nicht nur freundlicher - auch der Stresspegel sinkt. (Pixabay.com)

Unbekannte zu treffen, löst in uns sozialen Stress aus. Dieser lässt uns weniger freundlich und mitfühlend auf sie reagieren. Machen wir Fremde zu Bekannten, sinkt auch unser Stresspegel ab, und unser Verhalten verändert sich.

Forscher der McGill Universität in Montreal wiesen diesen Zusammenhang in einem Experiment mit Mäusen nach. Innerhalb einer Mäusegruppe reagieren einzelne Tiere heftig, wenn sie mitbekommen, dass andere Schmerz empfinden. Sehen sie das Leid einer fremden Maus, berührt sie das deutlich weniger. Das verändert sich aber schlagartig, wenn den Nagern ein Medikament verabreicht wird, welches das Stressempfinden abbaut: Plötzlich empfinden sie für alle Mäuse, nicht nur für vertraute Gruppenmitglieder, Mitgefühl. Auch bei Menschen besteht ein Zusammenhang zwischen Stress und Empathie.

Versuch auf Menschen übertragbar

Vorangegangene Experimente haben gezeigt, dass Frieren ansteckend ist: Sehen wir anderen dabei zu, wie sie ihre Hand in Eiswasser stecken, sinkt auch unsere eigene Körpertemperatur. Das passiert auch, wenn wir andere sehen, die vor Kälte zittern. Die kanadischen Wissenschafter machten sich dieses Phänomen zu Nutze, um den Zusammenhang von Stressempfinden und Gruppendynamik in Menschen zu überprüfen. Wie zuvor bei den Mäusen, reagierten Versuchspersonen heftig, wenn sie Bekannten dabei zusahen, wie sie ihre Hand in eiskaltes Wasser tauchten. Bei Fremden war diese Reaktion deutlich schwächer ausgeprägt.

Videospiel lässt Fremde zu Freunden werden

Auch bei Menschen führte eine Gabe des Hormonblockers Metyrapon dazu, dass der Stresspegel abfiel und sie Mitgefühl für Fremde entwickelten. Ist durch diesen Wirkstoff der gefühlte soziale Stress plötzlich verschwunden, wird uns unbewusst vermittelt: Du fühlst dich wohl, also musst du diese Person kennen - zeige Mitgefühl! Aber nicht nur medikamentös kann der Stress gegenüber Fremden abgebaut werden. Schon eine viertel Stunde des gemeinsamen Videospielens zweier Unbekannter ließ soziale Ängste verschwinden und dadurch empathisch werden, fanden die Wissenschafter aus Montreal heraus.

 

Um freundlicher zu unseren Mitmenschen sein zu können, ist es demnach wichtig, eine persönliche Verbindung zu ihnen aufzubauen. Das muss weder über ein Medikament, noch über ein Videospiel erfolgen - schon ein paar freundliche Worte mit Fremden lassen soziale Ängste im Nu verschwinden.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


30.01.2015

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