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Was ist "Soziales Aids"?

Aids-Schleife
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HIV/Aids-Kranke kämpfen oft mit Ablehnung - oft aus Unwissenheit (9dreamstudio / Fotolia)

Viele von HIV oder Aids betroffene Menschen haben mit der gesellschaftlichen Abneigung genau so sehr zu kämpfen wie mit den Symptomen der Krankheit selbst. "Soziales Aids" fasst diese Benachteiligung zusammen.

Seit 1993 gibt es den sogenannten Life Ball, ein Charity-Event in Wien, das Geld für den Kampf gegen Aids sammelt. Im selben Jahr ist mit "Philadelphia" ein Film erschienen, der die soziale Ungerechtigkeit gegenüber Aids-Betroffenen aufgezeigt hat. Die HIV-Vorurteile haben sich dank dieser Bemühungen mit Sicherheit gebessert, die Aufklärung ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Denn trotz Teilerfolgen gibt es immer noch sehr viel Nachholbedarf. Unter "sozialem Aids" versteht man die Diskriminierung von Aids-Betroffenen, die bis heute anhält.

Soziales Aids auch im Beruf problematisch

Viele mit dem HIV-Virus infizierte Menschen haben Angst davor, mit anderen Personen darüber zu sprechen. Aids-Betroffene, die mit ihrer Erkrankung offen umgehen, sehen sich oft mit wüsten Beschimpfungen und sozialen Problemen konfrontiert. Auch von ihren Arbeitgebern werden sie oft diskriminiert, was in den schlimmsten Fällen sogar zu Kündigungen führen kann.

Auch Unwissen fördert soziales Aids

Eine unterschätzte Facette des "sozialen Aids" ist das immer noch weit verbreitete Unwissen über die Krankheit. Die wichtigsten Fakten:

  • Unterschied HIV/Aids: HIV (Humane Immundefizienz-Virus) bezeichnet den Virus, mit dem man sich etwa bei Geschlechtsverkehr infizieren kann. Aids hingegen ist eine Immunschwächekrankheit, die durch HIV ausgelöst wird.
  • Betrifft nicht nur Homosexuelle: Ein verbreiteter Mythos ist, dass man sich nur bei homosexuellen Geschlechtsverkehr mit HIV infizieren kann. Der US-Basketballer Magic Johnson ist ein berühmtes Beispiel für einen heterosexuellen HIV-Infizierten.
  • Übertragung: Ungeschützter Sex ist die Hauptursache für Neuinfektionen, gefolgt von Drogenkonsum. 
  • Berührungsängste: Da HIV weder im Speichel noch außerhalb des Körpers überlebensfähig ist, besteht beisozialen Kontakten wie Händeschütteln, Umarmen oder Küssen keine Ansteckungsgefahr.
AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


18.05.2015
QUELLEN
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008

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