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Placebo-Effekt: Teure Placebos wirken besser

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Sind teurere Placebos wirklich besser? (Pexels.com)

Placebo-Medikamente wirken umso besser, je mehr sie kosten. Bei teuren wirkstofffreien Präparaten gehen Konsumenten scheinbar unbewusst davon aus, dass der höhere Preis in ihren besonders wirkungsvollen Inhaltsstoffen begründet ist.

Das wiesen US-Amerikanische Forscher aus Ohio in einem Experiment nach. Medikamentenstudien vergleichen häufig eine Wirkstoff-Pille mit einem Placebo. In diesem Versuch wurden dahingegen zwei - vermeintlich verschiedene - Placebos einander gegenübergestellt. Den Versuchsteilnehmern wurde mitgeteilt, dass eines der Präparate kostengünstiger als das andere sei. Anschließend maßen die Wissenschafter die Gehirnströme der an Parkinson erkrankten Probanden. Jene, die ein besonders hochpreisiges "Medikament" erhalten hatten, durften sich über eine größere Verbesserung ihrer motorischen Fähigkeiten freuen.

Wirken Marken-Medikamente besser?

Das hier gemessene Phänomen könnte erklären, warum Medikamente mit Markenname vermeintlich besser "wirken" als Generika (Nachahme-Präparate mit demselben Wirkstoff). Patienten gehen unbewusst davon aus, mehr für ihr Geld bekommen zu haben, auch wenn dies nicht tatsächlich der Fall ist. Studien, wie die in Ohio durchgeführte, könnten einen Anreiz bieten, den Kauf von Marken-Medikamenten zu einem vielfachen Preis noch einmal zu überdenken.

Botschaft für Placebo-Studien

Die Wissenschafter betonen zudem, dass das Preisverständnis der getesteten Wirkstoffe auch bei regulären Medikamentenstudien das Ergebnis prägen könnte. Werden Versuchsteilnehmer direkt oder indirekt darüber informiert, dass das getestete Präparat sehr teuer sei, könnte die Wirkung wesentlich positiver ausfallen. Um ein möglichst neutrales Ergebnis zu erhalten, sollten Probanden daher nicht über den späteren Marktpreis der untersuchten Medikamente aufgeklärt werden.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


05.02.2015

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