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Magersucht lässt Gehirn schrumpfen

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Gelingt es Betroffenen an Gewicht zuzunehmen, kann die Veränderung im Gehirn rückgängig gemacht werden. (VadimGuzhva.eu - Fotolia.com)

Magersucht (Anorexia nervosa) hat viele schwerwiegende Auswirkungen auf den Körper. Auch das Gehirn verändert sich laut einer neuen Studie: Die Hirnrinde schrumpft, kann sich aber wiederherstellen.

Das maßen Dresdner Forscher nun anhand einer Magnetresonanztomographie (MRT), die über 1.000 Punkte im Gehirn der Erkrankten erfasste. Fast alle Bereiche des Großhirns waren merkbar dünner, das Volumen der Gehirnsubstanz hatte sich deutlich verringert. Ähnliche Defizite der Gehirnstruktur sind sonst nur bei Demenz bekannt. Wie sich die Veränderungen des Gehirns kurz- und langfristig auf Menschen mit Magersucht auswirken könnten, ist noch unklar. Das Gehirn wird wieder dichter, wenn Betroffene an Gewicht zunehmen.

Wann ist eine Therapie von Magersucht erfolgreich?

Die Versuchsteilnehmer, bei denen die Gehirndichte gemessen wurde, befanden sich am Universitätsklinikum Dresden in Behandlung für ihre Erkrankung. War eine Therapie erfolgreich verlaufen, wurde nach durchschnittlich 12 Monaten ihr Gehirn erneut vermessen.

 

So wird festgestellt, ob es Magersucht-Patienten nach einer Therapie besser geht:

  • Gewichtszunahme: Wiederherstellung des Normalgewichts

  • Normales Essverhalten: Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichende Kalorienzunahme, keine Vermeidung einzelner Speisekategorien wie Kohlenhydrate oder Fett
  • Menstruation (Regel): Bei niedrigem Körpergewicht verschwindet sie ganz oder tritt sehr selten auf. Nehmen Betroffene an Gewicht zu, kommt die Menstruation meist wieder.

Etwa 50 % der Patienten, die am Universitätsklinikum Dresden Therapie für Anorexia nervosa suchten, erreichten diese Kriterien. Der Weg zurück in ein gesundes Essverhalten ist für viele Betroffene sehr schwer und erfordert Durchhaltevermögen, gute ärztliche sowie psychotherapeutische Betreuung und bestenfalls ein unterstützendes und verständnisvolles soziales Umfeld.

Gehirn-Veränderungen können rückgängig gemacht werden

Gelingt es Patienten jedoch, an Gewicht zuzunehmen, kann die Veränderung im Gehirn rückgängig gemacht werden. Die Schichtdicke der grauen Gehirnsubstanz bildete sich wieder auf jenes Level zurück, das auch bei Menschen mit Normalgewicht und ohne Demenz-Erkrankung zu beobachten ist.

AUTOR


Mag. Julia Wild
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


04.12.2014

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