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Lesen am Bildschirm stört innere Uhr

Mann liegt im Bett und beschäftigt sich mit seinem Smartphone
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Das blaue Licht aus Handys, Tablets und TV wirkt sich direkt auf die Herstellung von dem Hormon Melatonin im Körper aus. (Focus Pocus LTD - Fotolia.com)

Lesen vor dem Schlafengehen gehört für viele zu einem fixen Einschlafritual und hilft, nach einem stressreichen Tag abzuschalten. Wird mit einem Bildschirm, z.B. Handy oder Tablet, gelesen, der blaue Lichtfrequenzen abgibt, wird die innere Uhr nach hinten verschoben.

Das wies ein Forscherteam in Boston nach. Sie baten Versuchsteilnehmer, abends 4 Stunden lang entweder auf einem elektronischen Gerät, oder in einem Papierbuch mit Nachttischlampe zu lesen. Danach beobachteten und maßen die Wissenschafter die Länge der Einschlafphase, die Qualität des Schlafes und die Hormone, die nachts produziert wurden. Die Versuchsgruppe, die auf dem Bildschirm (Tablet) gelesen hatte, schlief messbar schlechter. Zudem wurde die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin so beeinflusst, dass die körpereigene Uhr mit der Zeit um 1,5 Stunden "nachging".

Blaues Licht schadet Melatonin Produktion

Warum ist das Licht von manchen Bildschirmen schädlich, das Licht von Nachttischlampen aber nicht? Grund dafür ist der Anteil an blauen Lichtfrequenzen. Diese sind in normalen Glühbirnen in deutlich geringerem Maß vorhanden als in vielen elektronischen Geräten wie Fernsehern, Tablets und Handys. Das blaue Licht wirkt sich direkt auf die Herstellung von dem Hormon Melatonin im Körper aus. Dieses signalisiert dem Körper Müdigkeit, erfüllt aber noch viele andere wichtige Funktionen. So kann ein Melatonin-Mangel Übergewicht begünstigen und sogar das Krebsrisiko steigern. Die Versuchsteilnehmer, die 4 Stunden lang auf einem eReader gelesen hatten, stellten  55 % weniger Melatonin her als jene, die sich gleich lang reguläre Bücher zu Gemüt geführt hatten.

 

So wirkte sich das Lesen auf Bildschirmen aus:

  • Einschlafphase dauerte 10 Minuten länger
  • Traumphasen (REM-Phasen) waren um 12 Minuten verkürzt
  • Versuchsteilnehmer fühlten sich am Morgen müder
  • Verschobener Tag-Wach-Rhythmus

Die Wissenschafter wiederholten ihre Messungen an mehreren Tagen, mit jeweils einem Pausen-Tag dazwischen, an dem die Versuchsteilnehmer nicht lasen. Nach insgesamt 5 Tagen zeigte sich bei den Tablet-Lesern, dass der Tag-Wach-Rhythmus aufgrund des Melatonin-Mangels um 1,5 Stunden verschoben war. Um 22 Uhr, als sie wie gewohnt einschlafen sollten, fühlten sie sich deutlich wacher als die Vergleichsgruppe. Ähnlich wie bei Jetlag dürfte es hier zu einer Veränderung der körperinneren Tageszeit kommen, die nicht mehr mit der tatsächlichen Uhrzeit übereinstimmt.

Manche eReader besser als Tablets

Die Studienautoren betonten, dass nicht alle Bildschirme Schlafstörungen auslösen und negativ auf die Melatonin Ausschüttung wirken. eReader (elektronische Bücher), die kein Licht abgeben oder Licht ohne die schädliche Blau-Frequenz, wirken vermutlich wie reguläre Bücher. Klassische Smartphones oder Tablets wie z.B. die iPads, die in der Studie verwendet wurden, enthalten aber das blaue Licht. Deshalb sollten sie in den Stunden vor dem Einschlafen eher spärlich verwendet werden.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


14.01.2014

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