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Wie sich Hitze auf die Psyche auswirkt

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Ventilatoren sind umweltfreundlicher als Klimaanlagen. Sie heizen auch ihre Umgebung nicht auf. (Monika Wisniewska/Shutterstock.com)

Hochsommerliche Temperaturen machen vor allem älteren und geschwächten Menschen zu schaffen – auch auf psychischer Ebene.

Klettert das Thermometer auf 30 Grad und darüber, beunruhigt das viele Menschen. „Während einer Hitzewelle kommt es vor allem bei älteren und geschwächten Menschen, aber auch bei jüngeren Personen, die eine mangelnde Fitness haben, zu einer deutlichen Zunahme an Stress, Ängsten und Depressionen. Die Aussicht, dieser Hitze nicht entfliehen zu können, führt zu seelischen Problemen, die nicht unterschätzt werden dürfen“, erklärt Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner von der MedUni Wien. Dies könne bis hin zu Panikattacken führen. Die Prognosen für Österreich sind für hitzeempfindliche Menschen wenig erfreulich. Diesen zufolge soll sich bis zum Jahr 2050 die Dauer einer Hitzewelle nämlich verdoppeln. Dauert eine Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad Celsius derzeit in Wien drei bis fünf Tage, soll sich das bis 2050 auf sechs bis zehn Tage erhöhen.

Die Aussicht, dieser Hitze nicht entfliehen zu können, führt zu seelischen Problemen, die nicht unterschätzt werden dürfen.

Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Hans-Peter Hutter
Foto: MedUni Wien

Medikation anpassen

Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten mit dem Arzt abklären, ob während einer Hitzewelle eventuell eine Änderung der Medikation nötig ist. Als Beispiel nennt Hutter Bluthochdruck. „Personen, die an hohem Blutdruck leiden und dagegen Mittel einnehmen, sollten rechtzeitig, am besten vor dem Sommer, die Dosierung vom behandelnden Arzt oder von der Ärztin checken lassen. Hitze erweitert die Blutgefäße ohnehin schon und senkt so den Blutdruck, der Blutdrucksenker fährt den Blutdruck noch weiter hinunter. Das muss beachtet und daher das Medikament richtig eingestellt werden.“

Fitte Menschen sind weniger empfindlich

Wie man mit der Hitze zurechtkommt ist auch eine Frage der Fitness. „Wer fitter ist, hält die Hitze generell besser aus“, weiß der Experte. Körperliche Aktivitäten sollten allerdings an die jeweiligen Temperaturen angepasst werden. Leichte Kost, sowie einige Maßnahmen helfen dabei, Hitze erträglicher zu machen: Fenster sollten tagsüber geschlossen und verdunkelt bleiben, damit sich die Wohnräume erst gar nicht so stark aufwärmen können. Für Abkühlung sorgen auch Klimaanlagen. Allerdings warnt der Umweltmediziner vor Übertreibung: Mehr als sechs Grad sollte der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur nicht betragen, denn das wäre eine zu starke Belastung für den Organismus. „Simple Klimageräte sorgen aber ihrerseits wieder für Wärmeentwicklung in der Umgebung und Klimabelastung“, gibt Hutter zu bedenken.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


23.07.2019
QUELLEN
„Klimawandel und Gesundheit. Auswirkungen. Risiken. Perspektiven.“ Hans-Peter Hutter, Hanns Moshammer, Peter Wallner. Aspekte der Wissenschaft, MedUni Wien im MANZ Verlag, ISBN:978-3-214-07803-4. 2017
Presseaussendung der MedUni Wien vom 22.07.2019

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