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Hangry: Warum uns Hunger so wütend macht

Wütendes Kind hat Hunger und ist hangry.
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Essen her! Wenn wir hungrig sind, neigen wir zu Wut – das nennt man auch "hangry". (Kristin Gründler / Fotolia)

Wer gleichzeitig hungrig und wütend ist, wird im Englischen charmant als "hangry" bezeichnet.

In manchen Situationen haben wir uns anscheinend überhaupt nicht mehr im Griff. So ist etwa Hunger in der Lage, unsere ganze Gefühlswelt zu kontrollieren. Wer zu lange nichts gegessen hat, sieht sich oftmals mit spürbar schlechter werdender Laune konfrontiert. Das Gefühl, gleichzeitig hungrig (hungry) und wütend (angry) zu sein, hat in der englischen Sprache sogar ein eigenes Wort ergattert: hangry.

Ist der Blutzucker an allem schuld?

Bislang ging man davon aus, dass dieses Phänomen vor allem dem sinkenden Blutzuckerspiegel zuzuschreiben ist. Forscher aus den USA vermuteten aber auch noch weitere Faktoren und führten eine entsprechende Studie durch. Bei einem Online-Experiment wurden den 400 Teilnehmern zunächst Bilder gezeigt, die eine klar positive oder negative Stimmung erzeugen sollten. Danach bekamen die Probanden Bilder zu sehen, die emotional eher zweideutig waren. Abschließend wurden sie sowohl zu ihrer Laune als auch ihrem Hungerstatus befragt.

Manipulierte Computer sollen hangry machen

Zu einem zweiten Experiment wurden 200 College-Studenten geladen, die zunächst unterschiedliche Aufgaben erfüllen mussten, die bestimmte Emotionen hervorrufen sollten. In weiterer Folge durften sie frei entscheiden, ob sie in der Pause etwas essen wollten oder nicht. Zum Abschluss gab es eine vermeintlich einfache Aufgabe, bei der die Computer allerdings so präpariert waren, dass sie irgendwann einfach abstürzten. Um für zusätzlichen Stress zu sorgen, kam einer der Forscher in den Raum und beschuldigte die Probanden, die Abstürze verursacht zu haben.

hangry als komplexer Prozess

Unterm Strich konnte die Untersuchung zeigen, dass physiologische und soziale Faktoren bei der Entwicklung des hangry-Gefühls eine gewichtige Rolle spielen. Hunger alleine sorgt demnach nicht automatisch für schlechtere Laune. Erst in Kombination mit einem unangenehmen Kontext fördert er das Aufkommen von Wut.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


14.06.2018

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