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Wie im Gehirn die Wahl zur Qual wird

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Die große Auswahl im Supermarkt kann unser Gehirn auch mal überfordern. (Gina Sanders / Fotolia)

Wissenschafter haben das sogenannte "overchoice"-Phänomen untersucht.

Manchmal kann die Qual der Wahl tatsächlich quälend sein. Bereits in den 1970er Jahren hat sich im englischen Sprachgebrauch der Begriff "overchoice" etabliert, der die menschliche Überforderung bei einer zu großen Auswahl beschreibt. Vor knapp 20 Jahren haben Forscher dieses Phänomen wissenschaftlich belegt, indem sie in einem Lebensmittelladen Marmeladen anboten. Die Produkte verkauften sich wesentlich besser, wenn nur 6 und nicht 24 verschiedene Sorten angeboten wurden.

Welches Motiv darf es sein?

In Kalifornien hat sich eine Forschergruppe nun jene Prozesse im Gehirn genauer angesehen, die bei großer Auswahl zur Überforderung führen. Die Teilnehmer des Experiments durften sich für diverse Merchandise-Produkte, beispielsweise eine Tasse, ein Motiv aussuchen. Die Probanden wurden dabei in drei Gruppen unterteilt und bekamen je nach Zuordnung 6, 12 oder 24 Bilder zur Auswahl.

Anstrengung und Belohnung abwiegen

Zugleich maßen die Forscher mittels einer funktionellen Magnetresonanztomographie die Gehirnströme der Teilnehmer. Während des Auswahlprozesses zeigten sich deutliche Unterschiede in jenen Hirnregionen, die dafür zuständig sind, den Wert einer Sache zu erkennen und die Vor- sowie Nachteile von Entscheidungen abzuwägen. Standen 12 Motive zur Auswahl, waren die entsprechenden Regionen wesentlich aktiver als bei 6 oder 24 zur Wahl stehenden Bildern.

Motivierend bis überfordernd

Die Wissenschafter vermuten, dass das Gehirn zwischen Aufwand und Belohnung abwiegt. Bei 6 Bildern geht man unterbewusst wohl davon aus, ohnehin kein passendes Motiv zu finden. Dementsprechend ist man bei der Auswahl verhältnismäßig unmotiviert. Bei 24 Bildern gibt es zwar die Aussicht auf ein wirklich schönes Motiv, die Wahl ist für das Gehirn aber anstrengend.

Persönlichkeit ist ein Faktor

Die goldene Mitte fand sich demnach bei der 12. Dieses Auswahlspektrum war breit genug, um durch die Aussicht auf ein schönes Motiv zu motivieren. Gleichzeitig überforderte es die Probanden nicht. Die perfekte Optionenanzahl, so vermuten die Forscher, liegt in den meisten Fällen zwischen 8 und 15. Faktoren könnten die Wichtigkeit der Entscheidung und die Persönlichkeit des Auswählenden sein.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


02.10.2018

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