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Zu viel Fernsehen macht dumm

Mann und Frau machen Binge-Watching, obwohl zu viel Fernsehen dumm macht
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Wer zu lange fernsieht, wird dumm – das zumindest behauptet eine neue Studie. (Dean Drobot / Shutterstock.com)

Stundenlanges Fernsehen erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Eine neue Studie lässt negative Auswirkungen auf die Intelligenz vermuten.

Das Fernsehverhalten vieler Menschen hat sich innerhalb der letzten Jahre stark verändert. Diverse Streaming-Angebote geben ihren Nutzern eine breite Auswahl und ermöglichen es vor allem, sämtliche Folgen einer Serie am Stück zu konsumieren. Musste man früher oft eine lange Woche auf die Fortsetzung der Lieblingssendung warten, ist heute mit ein paar wenigen Klicks vieles sofort verfügbar.

 

Diese Entwicklung hat unter anderem auch das Phänomen Binge-Watching zutage gebracht. Nutzer verbringen dabei gleich mehrere Stunden am Stück vor dem Fernseher, weil sie stets wissen wollen, wie es in der gewählten Serie weitergehen wird. Die gängige Praxis dürfte sich aber nicht allzu positiv auf unser Gehirn auswirken, wie britische Forscher nun warnen.

Gehirn im Bereitschaftsdienst

Sie nahmen Ergebnisse einer früheren Langzeitstudie genauer unter die Lupe und erkannten dabei einen beunruhigenden Zusammenhang. Prinzipiell nimmt die Leistungsfähigkeit unseres Gehirnes im höheren Alter ab, zu viel Fernsehen beschleunigt diesen Prozess aber dramatisch. Jene Menschen, die täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem TV-Gerät verbrachten, wiesen innerhalb von 5 Jahren einen 8 bis 10prozentigen Rückgang des Sprachgedächtnisses auf. Wer weniger fernsah, musste im Schnitt hingegen nur mit Einbußen von 4 bis 5 % zurechtkommen.

 

Als Grund für dieses Ergebnis vermuten die Wissenschafter unter anderem eine tückische Ambivalenz, die das Fernsehen ausmacht. Einerseits muss man rasche Bild- und Tonabfolgen verarbeiten, andererseits interagiert man mit dem Gesehenen nicht. Die Folge ist, dass das Gehirn beim Fernsehen gewissermaßen stets im Bereitschaftsdienst ist, aber sich kaum konkret fokussieren muss – eine eher schädliche Kombination. Wer gerne besonders spannende Inhalte konsumiert, setzt sich außerdem Stress aus, der wiederum negative neurologische Implikationen mit sich zieht.

Weniger Fernsehen, mehr Sport

Neben den direkten Auswirkungen auf das Gehirn dürften auch indirekte Zusammenhänge eine Rolle spielen. Wer täglich mehrere Stunden fernsieht, hat weniger Zeit, um Aktivitäten nachzugehen, die die kognitive Leistungsfähigkeit fördern, wie beispielsweise Lesen oder Brettspielen. Zudem wirkt sich lange körperliche Inaktivität meist negativ auf die Gesundheit aus und ferngesehen wird in aller Regel sitzend oder liegend.

 

Wie sehr die jeweiligen Faktoren zu dem Phänomen beitragen, müssen weitere Untersuchungen klären. Das Studienergebnis gibt aber dennoch ein klares Signal an uns alle. Binge-Watching mag verlockend sein, aber vielleicht sollte die ein oder andere Folge der Lieblingsserie doch gegen einen Ausflug ins Fitnesscenter oder dem Buch getauscht werden, das doch schon so lange unberührt auf dem Nachtkästchen liegt.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


28.03.2019

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